Spätes K. o. für den SV Bruckmühl in der Fußball-Bezirksliga Ost: Nach dem 1:0 kippt das Derby beim Sportbund Rosenheim noch. Kapitän Patrick Kunze spricht nun unter anderem über die schmerzhafte Niederlage zum Auftakt und spricht erstmals über seinen Abschied.
Bruckmühl/Rosenheim – Der SV Bruckmühl hat im Bezirksliga-Derby beim SB DJK Rosenheim eine besonders bittere Niederlage kassiert. Nach einer intensiven ersten Halbzeit brachte Lukas Steidl die Gäste mit 1:0 in Führung, mit diesem Vorsprung ging es auch in die Pause. Nach dem Seitenwechsel erhöhte Rosenheim jedoch den Druck und kam in der 67. Minute durch Sanel Sehric zum 1:1, nachdem dieser nach einem hohen Ball allein vor dem Bruckmühler Torwart auftauchte und per Heber vollendete.
Trotz weiterer Möglichkeiten auf beiden Seiten blieb die Partie lange offen. Aluminiumtreffer und eine mangelnde Chancenverwertung verhinderten zunächst weitere Tore. Dann folgte der Schock in der Nachspielzeit: Nach einem Foul von Thomas Mühlhammer bekam Rosenheim in höchst gefährlicher Position einen Freistoß zugesprochen. In der 95. Minute verwandelte Omer Jahic diesen zum umjubelten 2:1 für den Sportbund. Zum Interview mit dem Derby-Helden geht es hier entlang.
„Extrem bitter“: Derbyniederlage im Abstiegskampf – Bruckmühl fällt tiefer ins Loch
Für den letztjährigen Landesliga-Absteiger aus Bruckmühl ist die Niederlage ein weiterer Rückschlag im Kampf um den Klassenerhalt. Die Mannschaft bleibt damit auf einem Relegationsplatz. Kapitän Patrick Kunze sprach nach dem Spiel über die hitzige Partie, vergebene Chancen, die schwierige tabellarische Lage und seine persönliche Verbundenheit zum Verein.
Servus Patrick, fangen wir mit dem Spiel an: Das Ergebnis ist am Ende natürlich doppelt bitter. Wie fällt Dein Fazit zur Partie aus?
Patrick Kunze: Ja, ein ziemliches Hin und Her, ziemlich hitzig. Die können Tore machen, können in Führung gehen, wir können die Führung ausbauen. Am Ende geht es für den Sportbund aus. Ja, einfach schade. Es ist extrem bitter, dass sich das auch so lange bis zur 94. Minute gezogen hat. Aber so ist der Fußball.
Woran hat es aus Deiner Sicht gelegen, dass am Ende vielleicht mehr drin gewesen wäre? War es hauptsächlich die Chancenverwertung?
Patrick Kunze: Ja, die Chancenverwertung war schon das A und O. Aber hinten dürfen die Tore halt auch nicht fallen. Das waren dann wieder zwei Abstimmungsfehler. Klar können die anderen Dinger auch reingehen, aber die sind nicht reingegangen. Wir müssen vorne und hinten einfach noch mal arbeiten.
Wenn man auf die Saison insgesamt schaut: Tabellarisch ist diese Niederlage natürlich besonders bitter, weil die Punkte einfach fehlen. Wie zufrieden bist Du aktuell mit dem bisherigen Verlauf?
Patrick Kunze: Ja, ein Relegationsplatz ist nie schön, vor allem als Absteiger. Wir wollen natürlich so schnell wie möglich unten raus. Wir haben auch den Kader, um das zu bewerkstelligen. Der Punkt hätte uns trotzdem gutgetan, drei noch mehr. Null ist natürlich extrem bitter, weil die davonziehen. Aber hilft ja nichts, wir müssen weitermachen.
Was sind jetzt die Ziele für die kommenden Wochen? Der erste Schritt soll vermutlich raus aus dem Relegationsplatz sein.
Patrick Kunze: Ja, genau.
Und darüber hinaus: Geht der Blick mittelfristig auch wieder eher nach oben?
Patrick Kunze: Die Jahre in der Landesliga waren wunderschön. Die wird es aber wahrscheinlich erst mal nicht mehr geben. Wir wollen uns in der Bezirksliga verfestigen. Das ist eigentlich unser Ziel. Da wir ja auch gar nichts an unsere Spieler zahlen und das schon immer nicht tun, und eigentlich alle aus Leidenschaft spielen, ist das, glaube ich, genau die Liga, die uns liegt. Jetzt müssen wir es halt nur noch zeigen.
Auch persönlich noch zum Schluss: Du bist schon sehr lange in Bruckmühl. Ist für Dich klar, dass Du dem Verein treu bleibst?
Patrick Kunze: Ja, ich werde nicht mehr weggehen. Bevor ich weggehe, höre ich auf. Klar hat man immer irgendwelche Ambitionen, bei denen man denkt: Vielleicht geht mehr. Aber das ist einfach meine Heimat und ich fühle mich hier am wohlsten. Ich will auch nichts anderes. (sb)