Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Tut weh“

Sparkassenpokal-Finale verloren, Trainer weg: Schiedermeier hört in Ostermünchen auf

Beim Sparkassenpokal-Finale stand Bernd Schiedermeier (rechts) noch gemeinsam mit Sohn Luca Baumann (links) an der Seitenlinie.
+
Beim Sparkassenpokal-Finale am Freitagabend (2. Januar) stand Bernd Schiedermeier (rechts) noch gemeinsam mit Sohn Luca (links) an der Seitenlinie.

Nach über 40 Jahren beim SV Ostermünchen endet eine besondere Ära: Trainer Bernd Schiedermeier zieht nach schwierigen Monaten und dem verlorenen Sparkassenpokal-Finale die Konsequenzen. Beim SVO sitzt der Abschied tief.

Ostermünchen (Tuntenhausen) – Es sind diese Nachrichten, die selbst im Amateurfußball weit über das Sportliche hinausgehen. Der SV Ostermünchen und Bernd Schiedermeier gehen getrennte Wege. Kurz nach dem verlorenen Finale beim Sparkassenpokal hat der langjährige Trainer sein Amt niedergelegt – eine Entscheidung, die den Verein tief trifft und zugleich einen Einschnitt markiert, wie es ihn nur selten gibt.

Wie der Verein in der Nacht zum Samstag (3. Januar) über Instagram mitteilte, zog Schiedermeier nach einer sportlich schwierigen Hinrunde die Konsequenzen. Die Ergebnisse blieben hinter den Erwartungen zurück, dazu kam eine über Monate anhaltende Verletztenmisere. Oft stand im Trainings- und Spielbetrieb nur ein kleiner Kader zur Verfügung, Improvisation wurde zur Regel. Am Ende wog für den Trainer die Summe der Faktoren zu schwer, um den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Die Abteilungsleitung respektiert diesen Schritt und trägt die Entscheidung mit.

Ostermünchen: Trainer Schiedermeier hört nach verlorenem Sparkassenpokal-Finale auf

Doch diese Trennung ist keine gewöhnliche Personalie. Mit Bernd Schiedermeier verliert der SV Ostermünchen weit mehr als einen Trainer. Über vier Jahrzehnte hat er die Farben der Schwarz-Gelben getragen – als Spieler, als Coach, als Identifikationsfigur. Kaum ein anderer verkörpert den Verein so sehr wie er. Generationen von Fußballern gingen durch seine Hände, wurden begleitet, geformt, manchmal auch gefordert. Vereinstreue war für Schiedermeier kein Schlagwort, sondern gelebter Alltag. Erst vor etwas mehr als einem Jahr hatte er nach dem Abgang von Hannes Huber, seinem Partner an der Seitenlinie, die Geschicke bei den Mangfalltalern alleine übernommen.

Im Sommer kam es dann zur Vertragsverlängerung mit dem „eingespielten Duo“ um Schiedermeier und sein Co-Trainer Ludwig Peetz – und jetzt das überraschende Aus. Gerade deshalb wirkt der Zeitpunkt wie ein leiser Widerspruch. Sportlich verlief die Hinserie holprig, doch zum Jahresende zeigte die Mannschaft noch einmal ihr Gesicht. Beim Sparkassenpokal spielte sich Ostermünchen in einen Flow, kämpfte sich bis ins Finale und musste sich dort dem Rekordsieger TSV 1860 Rosenheim nur knapp mit 1:2 geschlagen geben (beinschuss.de berichtete im exklusiven Liveticker). Ein zweiter Platz, der Mut machte – und doch offenbar nicht ausreichte, um die Zweifel zu zerstreuen.

Abteilungsleiter Julian Reisner findet klare und zugleich emotionale Worte. „Bernd hat diese Entscheidung selbst getroffen und nach einigen Gesprächen respektieren wir das voll und ganz“, erklärt er. Natürlich tue es weh, Schiedermeier nicht mehr an der Seitenlinie zu sehen, „aber es steht nun auch das Sportliche im Vordergrund“. Reisner betont, wie sehr Schiedermeier den Verein geprägt habe und wie dankbar man für Jahrzehnte des Engagements sei. Der Blick gehe nun nach vorne – in der Gewissheit, dass Schiedermeier dem SVO auch künftig verbunden bleiben werde. 2022 hatte Schiedermeier erstmals den Trainerposten beim SVO – damals noch in der Fußball-Bezirksliga Ost – übernommen.

Wie geht es beim SV Ostermünchen in der Fußball-Kreisliga 1 weiter?

Diese Gewissheit ist wichtig. Denn Menschen wie Schiedermeier verschwinden nicht einfach aus einem Verein, sie wechseln höchstens die Rolle. Sein Abschied als Trainer beendet eine Ära, nicht aber seine Geschichte in Ostermünchen – auch deshalb, weil sein Sohn Luca Baumann diese Geschichte seit Sommer 2021 fortführt. Gerade im Amateurfußball, wo Identifikation oft wichtiger ist als Tabellenplätze, bleibt so ein Name präsent – auf dem Sportgelände, in Gesprächen, in Erinnerungen.

Sportlich steht der SV Ostermünchen nun vor einer offenen Zukunft. Die Trainerposition ist aktuell nicht neu besetzt, der Verein will zu gegebener Zeit über das weitere Vorgehen informieren. Vieles ist in Bewegung, vieles noch unklar. Klar ist nur: Die Nachfolge tritt in große Fußstapfen. Wer immer künftig an der Seitenlinie stehen wird, misst sich nicht nur an Ergebnissen, sondern auch an einer Vergangenheit, die tiefer reicht als jede Statistik.

Der Abschied von Bernd Schiedermeier zeigt einmal mehr, wie nah im Fußball Erfolg, Enttäuschung und Emotion beieinanderliegen. Und er erinnert daran, dass es im Amateurbereich oft nicht um schnelle Wechsel geht, sondern um Lebenswege. Ostermünchen verliert seinen Trainer – und verabschiedet zugleich ein Stück Vereinsgeschichte. (mck)

Kommentare