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Renten-Vorstoß: Bundesbank will Frührente teurer machen

Joachim Nagel Präsident Bundesbank Deutschland, Frankfurt am Main 2025
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Joachim Nagel ist Präsident der Deutschen Bundesbank, die eine strengere Frührente fordert.

Die Bundesbank fordert höhere Abzüge für Frührentner. Wer künftig vor dem 67. Geburtstag in Rente geht, soll deutlich höhere Abschlägen zahlen.

Frankfurt am Main – Schlechte Nachrichten für alle, die früher in Rente gehen wollen? Die Deutsche Bundesbank hält die derzeitigen Abschläge für zu niedrig. Statt der aktuellen 0,3 Prozent pro Monat sollen Frührentner künftig gestaffelte – und vor allem höhere – Abzüge verkraften müssen, berichtet RUHR24.

Renten-Vorstoß: Bundesbank will Frührente teurer machen

Derzeit bekommen Rentner für jeden Monat, den sie vor dem 67. Geburtstag in Rente gehen, 0,3 Prozent weniger Rente. Die Bundesbank will dieses System ändern und die Abschläge je nach Alter unterschiedlich gestalten:

  • Zwischen 63 und 64 Jahren: 0,37 Prozent pro Monat
  • Zwischen 66 und 67 Jahren: 0,42 Prozent pro Monat

Frührente soll teurer werden: Beispielrechnung zeigt höhere Abschläge für Rentner

Aktuelles System: Herr Schmidt (Jahrgang 1964) geht mit 63 Jahren in Rente, also 4 Jahre (48 Monate) vor seinem 67. Geburtstag. Seine Rente beträgt eigentlich 1.500 Euro:

  • Abschlag: 14,4 Prozent
  • Rente mit Abschlag: 1.284 Euro
  • Abzüge: 216 Euro

Neues System der Bundesbank: Derselbe Herr Schmidt würde künftig mehr Abschläge zahlen:

  • Abschlag laut Bundesbank: 19 Prozent
  • Bei 1.500 Euro Rente: 1.215 Euro
  • Abzüge: 285 Euro

Durch den Vorstoß der Bundesbank würden Rentner künftig deutlich höhere Abschläge zahlen müssen, wenn sie in Frührente gehen. Statt aktuell 216 Euro netto pro Monat wären es künftig wie im obigen Beispiel 285 Euro weniger pro Monat – eine Differenz von 69 Euro. Aufs Jahr gerechnet würden Frührentnern somit weitere rund 800 Euro abgezogen.

Rente aufschieben und erhöhen: Bundesbank kritisiert „Aktivrente“

Auch die geplante „Aktivrente“ der Bundesregierung sieht die Bundesbank skeptisch. Das Modell soll Rentnern, die freiwillig über 67 hinaus arbeiten, bis zu 2.000 Euro steuerfrei zusätzlich zum Gehalt ermöglichen.

Die Bundesbank mit Sitz in Frankfurt am Main macht regelmäßig Vorschläge zum Thema Rente. (Archivbild)

Die Bundesbank argumentiert: Die meisten Menschen arbeiten nicht wegen des Geldes länger, sondern aus Spaß an der Arbeit oder sozialen Gründen. „Insoweit ist bei einer finanziellen Vergünstigung eher mit Mitnahmeeffekten zu rechnen.“ Wer besonders viel Rente bekommt, dem drohen jetzt sogar Steuernachzahlungen.

Bundesbank fordert teurere Frührente: Was bedeutet das für Rentner?

Die Vorschläge der Bundesbank sind noch nicht beschlossen. Sollten sie jedoch umgesetzt werden, würde die Frührente durch weitere Forderungen deutlich unattraktiver:

  • Höhere Abschläge machen den vorzeitigen Rentenbeginn teurer.
  • Regelmäßige Anpassungen alle fünf Jahre könnten die Abschläge weiter erhöhen.
  • Das Rentenalter soll langfristig an die Lebenserwartung gekoppelt werden.

Die Bundesbank begründet ihre Forderungen damit, dass das aktuelle System die Rentenkasse zu stark belaste. Vor Bildung der schwarz-roten Koalition hatte selbst die SPD die „Aktivrente“ noch abgelehnt. Die Sozialdemokraten befürchten, dass besonders Menschen mit körperlich anstrengenden Berufen unter einem höheren Rentenalter und den höheren Abschlägen leiden würden.

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