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Wegen Hungersnot in Gaza
„Widerlicher Lügner“: Sanders tadelt Netanjahu und Israels „rassistische Regierung“
Bernie Sanders geht mit der israelischen Regierung hart ins Gericht. Wegen der Hungerkatastrophe im Gazastreifen fordert er nun eine Reaktion der USA.
Atlanta – Die Kritik am Vorgehen von Israel im Gaza-Krieg wird lauter und schärfer. Im Zusammenhang mit der Militär-Operation als Antwort auf das Massaker der radikalislamischen Palästinenser-Organisation Hamas vom 7. Oktober 2023 sollen bereits 60.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Fast ein Drittel davon Kinder, wie die Washington Post schreibt, die auch ihre Namen veröffentlicht.
Zuletzt hatte nach Frankreichs Präsident Emmanuel Macron auch Großbritanniens Premierminister Keir Starmer eine Anerkennung des Staates Palästina in den Raum gestellt. Westeuropa ist neben Nordamerika und Ozeanien die einzige größere Region in der Welt, in der Palästina überwiegend nicht anerkannt wird. Ausnahmen bilden Irland, Spanien, Norwegen und Schweden.
Hungerkatastrophe in Gaza: Sanders nennt Netanjahu „widerlichen Lügner“
Die USA als Schutzmacht Israels haben da eine andere Meinung als der überwiegende Teil der Welt. Aber auch im Land der unbegrenzten Möglichkeiten regt sich mehr und mehr Widerstand gegen das Vorgehen der Regierung von Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu im Gazastreifen. US-Präsident Donald Trump sagte an Bord der Air Force One zu Journalisten: „Man kann nichts anderes sagen, als dass es schrecklich ist, diese Kinder zu sehen. (…) Sie verhungern. (…) Und ihre Mütter lieben sie so sehr, aber sie können einfach nichts tun.“
Gemeint waren Aufnahmen der Jüngsten im Gazastreifen, die bei Essensausgaben sprichwörtlich jedes Korn aufpicken. So verbreitete sich die Aufnahme eines Jungen, der kniend auf der Ladefläche eines Trucks Mehlreste zusammenschaufelt, um diese in seinem zum Beutel umfunktionierten T-Shirt zu verstauen.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Dass Netanjahu bestreitet, Menschen vor Ort würden verhungern, lässt Bernie Sanders zu dem Urteil kommen: „Er ist ein widerlicher Lügner.“ Der parteilose Politiker, der den Bundesstaat Vermont im US-Senat vertritt, sprach bei CNN über die Lage im Kriegsgebiet und wurde dabei deutlich.
Zwar habe Israel natürlich jedes Recht, sich gegen die Hamas zu wehren. Allerdings stellt er auch klar: „So gut wie jeder hat mitbekommen, dass sie in den vergangenen Jahren einen brutalen, grausamen und fast beispiellosen Krieg führen, nicht nur gegen die Hamas, sondern gegen Palästinenser.“ Vor allem Frauen, Kinder und Ältere seien Opfer geworden, die Infrastruktur sei weitgehend zerstört.
„Kinder hungern sich zu Tode“, wirft Sanders der israelischen Regierung vor und kündigt wohl im Hinblick auf den Senat zudem an: „Ich werde einen gemeinsamen Beschluss zur Missbilligung einbringen, um klarzustellen, wir können nicht weiterhin Militärhilfe an die extremistische, rassistische Netanjahu-Regierung liefern, die Kinder in Gaza verhungern lässt.“
Sanders zu Folgen des Gaza-Kriegs für Israel: So wird das Land zu einem Ausgestoßenen
Anders als Trump würde er die humanitäre Hilfe nicht Israel überlassen. Diese Aufgabe könnten nur UN-Organisationen und andere humanitäre Organisationen übernehmen, weil diese die entsprechende Erfahrung in Krisenregionen mitbringen. Wie die Versorgung unter israelisch-US-amerikanischer Kontrolle ablaufe, sei „einfach unglaublich“. „Wenn verzweifelte und verhungerte Menschen auftauchen, werden sie erschossen, während sie Essen für ihre Kinder besorgen wollen“, verweist der Senator auf zahlreiche Berichte über Tote rund um die Essensausgaben. Bekannt ist, dass Israel fürchtet, die Hamas könnte diese Massenansammlungen nutzen, um Unruhe zu stiften und Hilfsgüter zu stehlen.
Sanders wurde in dem Interview auch auf die Pläne von Paris und London angesprochen, einen palästinensischen Staat anzuerkennen. Dazu sagte der 83-Jährige: „Traurigerweise wird Israel zu einem Paria-Staat (ein Ausgestoßener, d. Red.). Überall auf der Welt beobachten die Menschen die Situation, in der die Regierung von Netanjahu und seinen rechtsextremen Freunden Kinder verhungern lässt.“ Zugleich betont er: „Wenn man über die Zwei-Staaten-Lösung schreibt, geht es nicht nur um den Horror in Gaza. Israelische Siedler töten Palästinenser im Westjordanland und zerstören deren Eigentum. Und dort gibt es auch Selbstjustiz.“
Zur Sprache kam auch, dass mit Marjorie Taylor Greene sogar eine Trump-nahe Kongressabgeordnete im Zusammenhang mit Gaza das Wort Genozid benutzte. Sanders‘ Meinung dazu: „Es geht nicht darum, wie man es nennt. Es ist Horror. Und die ganze Welt weiß es.“ Die Frage, die vor allem gestellt werden müsste, sei, ob die USA Steuergelder nutzen sollen, um die Netanjahu-Regierung zu unterstützen. „Das ist das wichtigste Thema“, findet Sanders, der 2016 Präsidentschaftskandidat der Demokraten werden wollte und dann gegen Trump angetreten wäre. Stattdessen ist er einer der größten Kritiker des Republikaners geworden. (mg)
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