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Entwicklungen im Ticker

Israels Gaza-Offensive: Netanjahu räumt „Kontrollverlust“ bei Hilfslieferung ein

Israels Truppen setzen ihre Offensive im Gazastreifen fort. Netanjahu bestätigt die Tötung von Hamas-Anführer Sinwar. News im Ticker.

Update vom 28. Mai, 17.00 Uhr: Die israelische Armee hat nach Angaben von Benjamin Netanjahu den mutmaßlichen Chef der Terrormiliz Hamas im Gazastreifen getötet. „Wir haben die Terroristen aus unserem Gebiet vertrieben, sind gewaltsam in den Gazastreifen eingedrungen, haben Zehntausende Terroristen eliminiert, (...) Mohammed Sinwar eliminiert“, sagte Netanjahu am Mittwoch. Sinwar ist der Bruder des ehemaligen Hamas-Chefs Yahya Sinwar, den die IDF-Truppen bereits im vergangenen Oktober ausschalten konnten.

Israelischen Medienberichten zufolge war Mohammed Sinwar am 13. Mai bei israelischen Luftangriffen auf Chan Junis im Süden des Gazastreifens getroffen worden. Die israelische Armee erklärte, sie habe ein unterirdisches „Kommando- und Kontrollzentrum der Hamas“ unter dem Europäischen Krankenhaus in Chan Junis angegriffen.

Nach einem israelischen Bombardement des Gazastreifens steigt Rauch in den Himmel, gesehen vom Süden Israels aus.

Netanjahu räumt „zwischenzeitlichen Kontrollverlust“ bei Verteilung von Hilfsgütern in Gaza ein

Update, 21.55 Uhr: Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu hat „einen zwischenzeitlichen Kontrollverlust“ bei der Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen eingeräumt. Bei einer Rede in Jerusalem fügte er am Dienstag (27. Mai) jedoch hinzu: „Glücklicherweise haben wir die Lage wieder unter Kontrolle gebracht.“ Nachdem Israel die Lieferung von humanitären Hilfen für den Gazastreifen monatelang blockiert hatte, laufen die Lieferungen wieder an.

„Wir haben mit unseren amerikanischen Freunden einen Plan ausgearbeitet, um kontrollierte Verteilungsstellen einzurichten, an denen ein amerikanisches Unternehmen die Lebensmittel an palästinensische Familien verteilt“, erklärte Netanjahu weiter. Gegenüber der Nachrichtenagentur AFP bezeichnete ein Vertreter des israelischen Militärs die Verteilung als „Erfolg“.

Bilder zeigen, wie der Krieg in Israel das Land verändert

Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Am 7. Oktober 2023 feuern militante Palästinenser aus dem Gazastreifen Raketen auf Israel ab. Die im Gazastreifen herrschende islamistische Hamas, die von Israel, der EU und den USA als Terrororganisation eingestuft wird, hatte den Beginn einer „Militäroperation“ gegen Israel verkündet. © Hatem Moussa/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen ist Rauch aus einem Wohnhaus zu sehen.  © Ilia Yefimovich/ dpa
Israelischer Soldat mit Hund im Israel Krieg
Ein israelischer Soldat geht mit seinem Hund zwischen Autos in Deckung.  © Ohad Zwigenberg/ dpa
Israelische Polizisten evakuieren Frau und Kind im Israel Krieg
Israelische Polizisten evakuieren eine Frau und ein Kind von einem Ort, der von einer aus dem Gazastreifen abgefeuerten Rakete getroffen wurde. © Tsafrir Abayov/ dpa
Militante Palästinenser fahren im Israel Krieg mit einem Pickup, auf dem womöglich eine entführte deutsch-israelische Frau zu sehen ist.
Militante Palästinenser fahren mit einem Pickup, auf dem möglicherweise eine deutsch-israelische Frau zu sehen ist, in den Gazastreifen zurück. Die islamistische Hamas hatte mitgeteilt, ihre Mitglieder hätten einige Israelis in den Gazastreifen entführt. © Ali Mahmud/ dpa
Massive Raketenangriffe aus Gazastreifen auf Israel
Angehörige der Feuerwehr versuchen, nach einem Raketenangriff aus dem Gazastreifen das Feuer auf Autos zu löschen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Menschen suchen in Trümmern nach Überlebenden nach massive Raketenangriffen aus Gazastreifen auf Israel.
Menschen suchen zwischen den Trümmern eines bei einem israelischen Luftangriff zerstörten Hauses nach Überlebenden.  © Omar Ashtawy/ dpa
Verlassene Stätte des Festivals Supernova nach dem Angriff der Hamas
Bei dem Rave-Musikfestivals Supernova im israelischen Kibbuz Re’im sterben rund 270 Besucher:innen. So sieht die verlassene Stätte nach dem Angriff aus.  © JACK GUEZ / AFP
Feiernde Palästinenser nach Angriff der Hamas auf Israel
Palästinenserinnen und Palästinenser feiern in Nablus nach der großen Militäroperation, die die Al-Qassam-Brigaden, der militärische Flügel der Hamas, gegen Israel gestartet haben.  © Ayman Nobani/ dpa
Hamas-Großangriff auf Israel - Gaza-Stadt
Das israelische Militär entgegnete mit dem Beschuss von Zielen der Hamas im Gazastreifen. Nach einem Angriff steigen bei einem Hochhaus in Gaza Rauch und Flammen auf. © Bashar Taleb/ dpa
Mann weint in Gaza bei Israel Krieg
Ein Mann umarmt einen Familienangehörigen im palästinensischen Gebiet und weint.  © Saher Alghorra/ dpa
Israelischer Soldat im Israel Krieg steht neben Frau
Am 8. Oktober beziehen israelische Soldaten Stellung in der Nähe einer Polizeistation, die am Tag zuvor von Hamas-Kämpfern überrannt wurde. Israelische Einsatzkräfte haben dort nach einem Medienbericht bei Gefechten in der an den Gazastreifen grenzenden Stadt Sderot mehrere mutmaßliche Hamas-Angehörige getötet. © Ilan Assayag/ dpa
Nach Hamas Großangriff - Sa'ad
Israelische Streitkräfte patrouillieren in Gebieten entlang der Grenze zwischen Israel und Gaza, während die Kämpfe zwischen israelischen Truppen und islamistischen Hamas-Kämpfern weitergehen. © Ilia Yefimovich/ dpa
Palästinensisches Kind in einer Schule, die im Israel Krieg als Schutz dient
Ein palästinensisches Kind steht auf dem Balkon einer Schule, die von den Vereinten Nationen betrieben wird und während des Konfliktes als Schutzort dient.  © Mohammed Talatene/ dpa

Chaos bei Verteilung von Hilfsgütern im Gazastreifen – Hamas soll für Verzögerung gesorgt haben

Update, 19.18 Uhr: Tausende Menschen haben im Gazastreifen ein Hilfsgüter-Verteilzentrum der von den USA unterstützten privaten Hilfsorganisation Gaza Humanitarian Organisation gestürmt. Wie eine Reporterin der Nachrichtenagentur AFP berichtete, stürmten die Menschen am Dienstag das Zentrum in Rafah im Süden des Palästinensergebiets. Die GHF erklärte, die Menschenmasse sei so groß gewesen, dass die Mitarbeiter der GHF zurückgewichen seien, um einer „kleinen Anzahl von Bewohnern des Gazastreifens“ die sichere Entgegennahme von Hilfsgütern zu ermöglichen. Der normale Betrieb sei nach dem Vorfall rasch wieder aufgenommen worden.

Die GHF machte von der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas verhängte Blockaden für mehrstündige Verzögerungen der Hilfsgüterverteilung in dem Zentrum verantwortlich. Die Hamas sprach von einer „tragischen und schmerzvollen Szene“ mit „tausenden hungrigen Menschen“. „Ich stand mit hunderten von Bürgern in einer Schlange an einer Ausgabestelle für Hilfsgüter in Rafah, als plötzlich eine große Menschenmenge zu drängeln begann“, berichtete ein Bewohner des Gazastreifens. „Das lag an der fehlenden Hilfe und der verspäteten Verteilung, deshalb haben sie versucht, hineinzukommen, um sich zu nehmen, was sie konnten.“ Irgendwann seien Schüsse gefallen, woraufhin sich die Menschen zerstreut hätten. Einige hätten trotz der Gefahr versucht, sich Hilfsgüter zu nehmen.

Update, 15.50 Uhr: Außenminister Johann Wadephul warnt die israelische Regierung in der Diskussion über deren Kriegsführung im Gazastreifen davor, Deutschland mit Antisemitismusvorwürfen unter Druck zu setzen. Der Kampf der Bundesregierung gegen Antisemitismus und die vollständige Unterstützung des Existenzrechts und der Sicherheit des Staates Israel „darf nicht instrumentalisiert werden für die Auseinandersetzung, für die Kampfführung, die derzeit im Gazastreifen betrieben wird“, sagte der CDU-Politiker beim „WDR Europaforum 2025“ auf der Digitalkonferenz re:publica in Berlin.

Wadephul ergänzte: „So lassen wir uns politisch auch als deutsche Bundesregierung bei aller Schwierigkeit, die dort besteht, nicht unter Druck setzen und in eine Position bringen, dass wir zu einer Zwangssolidarität gezwungen werden. Die wird es in der Form nicht geben können.“ Wadephul kündigte an, der israelische Außenminister Gideon Saar komme demnächst zu einem Besuch nach Berlin. 

Kritik an Israel: Auch von der Leyen verschärft den Ton

Update, 14.30 Uhr: Nach den jüngsten Angriffen auf den Gazastreifen hat nun auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen den Ton gegenüber Israel verschärft. Die israelischen Angriffe – unter anderem auf eine als Notunterkunft genutzte Schule – seien „abscheulich“, erklärte von der Leyen nach Angaben der Kommission am Dienstag in einem Telefonat mit dem jordanischen König Abdullah II..

„Diese Eskalation und der unverhältnismäßige Einsatz von Gewalt gegen Zivilisten können nach internationalen und Menschenrechten nicht gerechtfertigt werden“, erklärte die Kommissionspräsidentin weiter. „Wir fordern die israelische Regierung auf, die derzeitige Eskalation sofort zu stoppen.“ Die Ausweitung des israelischen Militäreinsatzes im Gazastreifen, die auf zivile Infrastruktur abziele, und „Zivilisten, darunter Kinder, tötet, ist abscheulich“, erklärte von der Leyen den Angaben zufolge.

Israels Armee operiert im Westjordanland: Zusammenstöße gemeldet

Update, 13.20 Uhr: Bei einer Razzia der israelischen Armee gegen Geldwechselstuben im Westjordanland ist es palästinensischen Angaben zufolge zu Zusammenstößen gekommen. Dabei sei in der Stadt Nablus im Norden des Gebiets ein 32 Jahre alter Palästinenser durch Schüsse israelischer Einsatzkräfte getötet worden, teilte das palästinensische Gesundheitsministerium in Ramallah mit. Zudem gab es laut dem Roten Halbmond Verletzte. Ein Mensch schwebe in Lebensgefahr. Israels Armee sagte auf Anfrage, sie gehe den Berichten nach.

Israelischen und palästinensischen Medien zufolge sind israelische Einsatzkräfte seit dem Morgen in vielen Orten im Westjordanland im Einsatz, um dort gegen bestimmte Geldwechselstuben vorzugehen. Nach Angaben der Times of Israel stehen Besitzer von Wechselstuben im Fokus, die verdächtigt werden, Geld an militante Gruppierungen weiterzuleiten. Laut der palästinensischen Nachrichtenagentur Wafa kam zudem in der Nacht ein junger Mann bei einer Razzia der israelischen Armee in Jericho im Osten des Westjordanlands ums Leben. Er sei durch Schüsse der israelischen Soldaten getötet worden. Israels Militär will eigenen Angaben nach auch diesen Bericht prüfen.

Kritik an israelischer Offensive in Gaza: Mützenich und Juso-Chef fordern Ende von Waffenlieferungen

Update vom 27. Mai, 10.30 Uhr: Der frühere SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Mützenich befürwortet einen Stopp der Waffenlieferungen nach Israel. „Ich glaube, es wäre eine richtige Entscheidung, grundsätzlich von Waffenlieferungen jetzt abzusehen“, sagte Mützenich im Deutschlandfunk angesichts des harten Vorgehens der israelischen Armee im Gazastreifen. Die Bundesregierung müsse dies mit dem Parlament eingehend besprechen. Am Ende entscheide der Bundessicherheitsrat. 

Auch Juso-Chef Philipp Türmer und Ex-Parteichef Norbert Walter-Borjans fordern einen Stopp der Rüstungsexporte in das Land. „Es darf keinen weiteren Bruch des Völkerrechts geben. Das Aussetzen von Waffenlieferungen ist ein wichtiger Hebel der Bundesrepublik, um Druck auszuüben, und ein Baustein zum Lösen der andauernden humanitären Katastrophe in Gaza“, sagte Türmer dem Tagesspiegel. Walter-Borjans sagte der Zeitung, die deutsche Staatsräson gegenüber Israel erfordere, das Land „von seinem Irrweg abzubringen“. Die Einstellung von Waffenlieferungen für völkerrechtswidrige Zwecke gehöre zwingend dazu.

Israel marschiert auch im Libanon ein: Truppen dringen mehrere hundert Meter ein

Update, 23.05 Uhr: Israelische Bodentruppen sind nach einem Medienbericht mehrere hundert Meter tief auf libanesisches Gebiet vorgedrungen. Der israelische Armeesender berichtete unter Berufung auf libanesische Angaben, die Truppen seien im Bereich der Ortschaft Mais al-Dschabal vorgerückt. Die israelische Armee äußerte sich zunächst nicht zu dem Bericht. 

Israel und die proiranische Hisbollah-Miliz hatten im November eine Waffenruhe vereinbart. Nach monatelanger Präsenz hatte Israel dann im Februar einen Großteil seiner Stellungen in dem nördlichen Nachbarland geräumt. Die libanesische Führung wertete den Verbleib israelischer Truppen an fünf strategischen Punkten jedoch als Verstoß gegen die Waffenruhe-Vereinbarung. Israels Luftwaffe greift trotz der Waffenruhe fast täglich Ziele in dem Nachbarland an. 

Die Hisbollah sollte sich laut der Vereinbarung hinter den etwa 30 Kilometer nördlich der Landesgrenze gelegenen Litani-Flusses zurückziehen. Israel wirft der Miliz vor, immer wieder gegen diese Vorgabe zu verstoßen.

Update, 16.21 Uhr: Israels Armee hat Bewohner der meisten Orte im südlichen Gazastreifen aufgefordert, die Region zu verlassen. Das Militär werde in der Gegend einen „beispiellosen Angriff“ beginnen, um gegen Terrororganisationen vorzugehen, hieß es in einem in arabischer Sprache veröffentlichten Aufruf.  Laut einer vom Militär veröffentlichten Karte umfasst der Fluchtaufruf die Großstädte Chan Junis, Rafah und alle weiteren Orte im Süden des Gazastreifens bis auf Al-Mawasi. 

Update, 14.52 Uhr: „Niemand sagt, dass die jetzige Situation akzeptabel ist und länger hingenommen werden könnte. Auch Deutschland nicht“, kritisierte Außenminister Johann Wadephul (CDU) die aktuelle Entwicklung im Gazastreifen. Wegen des Vorgehens der israelischen Armee sieht er allerdings noch nicht die Notwendigkeit eines Waffenembargos.

Spanien setzt sich für ein internationales Waffenembargo im Nahen Osten ein. Außenminister José Albares sagte, die Initiative seines Landes ziele darauf hin, „dass immer mehr Länder sich anschließen, damit im Nahen Osten der Frieden zurückkehrt“. Mehr Waffen seien „das Letzte, was die Region derzeit braucht“. Man dürfe den Gazastreifen „nicht in einen riesigen Friedhof verwandeln“. Der Minister der linksgerichteten Regierung betonte: „Nichts, was Spanien vorschlägt, richtet sich gegen den Staat Israel.“

Scharfe Kritik an Israel: Merz kritisiert Offensive im Gazastreifen

Update, 14.01 Uhr: Nach den jüngsten Entwicklungen im Gazastreifen hat Deutschland Bundeskanzler Friedrich Merz mit deutlicher Kritik reagiert. „Die Zivilbevölkerung derart in Mitleidenschaft zu nehmen, wie das in den letzten Tagen immer mehr der Fall gewesen ist, lässt sich nicht mehr mit einem Kampf gegen den Terrorismus der Hamas begründen“, sagte der CDU-Politiker bei der Eröffnung der republica in Berlin.

Grenze zwischen Israel und Gaza: Zerstörte Gebäude im Gaza-Streifen sind vom Süden Israels aus zu sehen. Eine neue Offensive läuft.

Deutschland müsse sich mit öffentlichen Ratschlägen an Israel so weit zurückhalten, wie kein zweites Land auf der Welt, fügte er hinzu. „Aber wenn Grenzen überschritten werden, wo einfach das humanitäre Völkerrecht jetzt wirklich verletzt wird, dann muss auch Deutschland, dann muss auch der deutsche Bundeskanzler dazu etwas sagen.“ Merz betonte die Partnerschaft zwischen Deutschland und Israel. „Aber die israelische Regierung darf nichts tun, was nun irgendwann ihre besten Freunde nicht mehr bereit sind, zu akzeptieren.“

Update, 12.01 Uhr: Nach dem Luftangriff auf eine ehemalige Schule im Gazastreifen wird die Zahl der Toten weiter nach oben korrigiert. Inzwischen sollen laut palästinensischen Berichte mindestens 36 Menschen ums Leben gekommen sein. Der Grünen-Vorsitzende Felix Banaszak ist derweil gegen einen kompletten Stopp der Waffenlieferungen an Israel. „Dieses Land ist seit seiner Gründung existenziell bedroht. Und überall drumherum sind Staaten, die es nicht gut mit diesem Land meinen“, sagte er in der Sendung „Frühstart“ von RTL und ntv.

Der Iran habe etwa den festen Willen, Israel zu vernichten. „Gegenüber einer solchen Bedrohung darf Israel nicht schutzlos ausgeliefert sein. Und dazu gehört auch, sich verteidigen zu müssen“, etwa gegen Luftangriffe aus dem Iran.

Update, 11.08 Uhr: Die Lufthansa-Gruppe hat ihre Flüge nach Israel für eine weitere Woche ausgesetzt. Nunmehr fliegen die Gesellschaften der Gruppe den Flughafen in Tel Aviv bis einschließlich Sonntag, den 15. Juni, nicht an. Hintergrund ist der erneute Vormarsch der israelischen Armee im Gazastreifen. Der neuerliche Flugstopp gilt bereits seit Anfang Mai, als eine Rakete aus dem Jemen in der Nähe des Flughafens Tel Aviv eingeschlagen war.

Die Entscheidung gilt für die gesamte Airline-Gruppe, einschließlich der Gesellschaften Lufthansa, Swiss, Brussels, Austrian, Eurowings, Ita und Lufthansa Cargo. Betroffene Passagiere können bereits gekaufte Flugtickets kostenfrei stornieren oder auf einen späteren Flug umbuchen lassen, wie das Unternehmen mitteilte.

Update, 10.58 Uhr: Die Offensive Israels im Gazastreifen geht weiter. Nach einem libanesischen Bericht, wonach Israel einem neuen Entwurf für einen Waffenstillstandsvorschlag grundsätzlich zugestimmt habe, erklärte ein hochrangiger israelischer Beamter, der Deal sei abgelehnt worden. „Der von Israel erhaltene Vorschlag kann von keiner verantwortungsbewussten Regierung akzeptiert werden“, sagt der Beamte.

Lage in Israel: Laschet reagiert auf Offensive im Gazastreifen

Update, 10.23 Uhr: Der neue Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag, Armin Laschet (CDU), hat die Bundesregierung gegen den Vorwurf der Zögerlichkeit gegenüber Israels Vorgehen im Gazastreifen verteidigt. Die jüngste scharfe Kritik der Staats- und Regierungschefs Frankreichs, Großbritanniens und Kanadas nannte der CDU-Politiker im ZDF-„Morgenmagazin“ wirkungslos. Sie hatten Israel eine „völlig unverhältnismäßige Eskalation“ vorgeworfen. „Die Wirkung ist doch trotzdem gleich null.“

Vor dem Hintergrund der neuen Offensive im Gazastreifen fordern immer mehr Politiker einen Stopp der deutschen Waffenlieferungen. „Deutsche Waffen dürfen nicht zur Verbreitung humanitärer Katastrophen und zum Bruch des Völkerrechts genutzt werden“, sagte etwa der außenpolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion Adis Ahmetovic dem Stern am Sonntag. Inzwischen spricht selbst der ehemalige israelische Regierungschef Ehud Olmert von Kriegsverbrechen.

Update, 10.06 Uhr: Israel setzt im Gazastreifen seine Offensive fort. Nach Angaben des Militärs hat die israelische Luftwaffe in den vergangenen 48 Stunden über 200 Angriffe im Gazastreifen geflogen. Wie es heißt, zählten zu den Zielen Terroristen, Waffenlager, Panzerabwehr- und Scharfschützenstellungen, Tunnelschächte und andere Infrastruktureinrichtungen. Das berichtet unter anderem die Times of Israel.

Israels Offensive im Gazastreifen: Ehemalige Schule angegriffen

Erstmeldung: Tel Aviv – Israels Streitkräfte gehen weiter mit voller Härte gegen die islamistische Hamas im Gazastreifen vor. Geplant ist, nach übereinstimmenden Medienberichten, innerhalb weniger Wochen die Einnahme von drei Vierteln des abgeriegelten Landstreifens. Den aktuellen Plänen für die Offensive im Gazastreifen zufolge werde es nur zwei Monate dauern, bis 75 Prozent des Küstengebiets erobert sind, berichtete die Times of Israel unter Berufung auf das Militär. In der Nacht kam es nun zu einem schweren Luftschlag gegen eine mögliche Kommandozentrale der Hamas. Aktuell werden bis zu 30 Tote gemeldet.

Israels Luftwaffe hat nach eigenen Angaben das Gebäude im Norden der Stadt Gaza angegriffen. Früher soll es als Schule genutzt worden sein, hieß es weiter. Palästinensischen Berichten zufolge kamen mindestens 30 Menschen ums Leben, die meisten davon Frauen und Minderjährige. Dutzende seien verletzt worden. Die palästinensische Nachrichtenagentur Wafa meldete, in dem Gebäude seien Vertriebene untergebracht gewesen. Zelte hätten bei dem Angriff Feuer gefangen. Die Angaben beider Seiten ließen sich unabhängig zunächst nicht überprüfen. 

Am Morgen sprachen die IDF-Kräfte im Zusammenhang mit dem Angriff auf die ehemalige Schule im Gazastreifen von einem Schlag gegen „Schlüsselterroristen“. In einer Erklärung sagten die Streitkräfte: „Das Kommando- und Kontrollzentrum wurde von den Terroristen genutzt, um Informationen zu planen und zu sammeln, um Terroranschläge gegen israelische Zivilisten und IDF-Truppen in der Region durchzuführen.“ Im Vorfeld seien „zahlreiche Schritte unternommen wurden, um das Risiko für die Zivilbevölkerung zu verringern“.

Kampf gegen Hamas in Gaza: Mudschaheddin-Bewegung macht USA für „brutale Verbrechen“ verantwortlich

Nach dem jüngsten Angriff der israelischen Militärkräfte im Gazastreifen forderte unter anderem die Mudschaheddin-Bewegung eine deutliche Reaktion des Westens. Zudem erklärte sie, dass die US-Regierung und Präsident Donald Trump „voll verantwortlich für dieses brutale Verbrechen und alle Verbrechen“ seien. In sozialen und palästinensischen Medien verbreitete Aufnahmen sollen zeigen, wie Helfer ein verletztes und verschüttetes Mädchen nach dem Angriff aus den Trümmern retten. Die Echtheit der Aufnahmen konnte zunächst nicht unabhängig bestätigt werden.

Die israelischen Streitkräfte hatten kürzlich eine neue Großoffensive in Gaza gestartet. Das Militär habe inzwischen alle seine regulären Infanterie- und Panzerbrigaden in den Küstenstreifen verlegt, berichteten israelische Medien. Die Hamas stehe unter großem Druck, sagte Generalstabschef Ejal Zamir am Sonntag bei einem Truppenbesuch in der Stadt Chan Junis im Süden Gazas. Ziel der Intensivierung der Kämpfe sei das Erreichen der erklärten Kriegsziele: die Hamas vollends zu besiegen und noch festgehaltene Geiseln zu befreien.

Als Israels Militär Wochen nach dem Terrorüberfall der Hamas vom 7. Oktober 2023 erstmals eine Bodeninvasion in Gaza startete, habe die Tötung möglichst vieler Terroristen im Mittelpunkt der Strategie gestanden, schrieb die Times of Israel. Da jedoch keine politische Alternative zur Hamas geschaffen wurde, konnte sie in den jeweiligen Gebieten schnell wieder erstarken. Nun ändere Israels Armee die Taktik, der Schwerpunkt liege jetzt auf der Eroberung von Gebieten. Die Armee werde dabei alles zerstören, was es als von der Hamas genutzte Infrastruktur betrachtet, zitierte das Wall Street Journal das Militär.

Die neue Offensive im Gazastreifen, wo rund zwei Millionen Palästinenser leben und täglich Dutzende Tote gemeldet werden, ruft derweil scharfe Kritik hervor. Bundesaußenminister Johann Wadephul nannte die Situation in Gaza im ARD-Bericht aus Berlin „unerträglich“. Er spreche fast täglich mit Israels Außenminister Gideon Saar. (fbu mit Agenturen)

Rubriklistenbild: © Leo Correa/dpa

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