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Bezahlung für politische Arbeit
Gehalt trotz Rücktritt als Fraktionschef: So viel Geld verdient Jens Spahn weiterhin
Jens Spahn ist als Unions-Fraktionsvorsitzender zurückgetreten. Das bringt ihm auch finanziellen Verlust. Wie hoch sein Gehalt noch ist.
Am Ende war der Druck zu hoch. Jens Spahn hat sich mit der Leihmutterschaft in den USA zwar seinen Wunsch von einer gemeinsamen Familie mit Ehemann Daniel Funke erfüllt. Politisch blieb ihm allerdings nur der Rückzug. Zu schwer waren die Vorwürfe, der 46-Jährige habe sich mit seinem privaten Glück gegen die Parteilinie gestellt. Spahns CDU ist maßgeblich daran beteiligt, dass Leihmutterschaft in Deutschland noch immer verboten ist.
Die Konsequenz: Spahn zog am Samstag seinen Hut, verkündete seinen Rücktritt als Vorsitzender der Bundestagsfraktion der CDU/CSU. Kurz darauf sah sich der ehemalige Gesundheitsminister im ZDF-Sommerinterview auch der deutlichen Kritik seines Parteivorsitzenden, Bundeskanzler Friedrich Merz, ausgesetzt. Für hohe politische Ämter dürfte sich der eigentlich ambitionierte Spahn nun zunächst ins Abseits geschoben haben. Finanziell hat der Schritt ebenfalls Folgen.
Gehalt von Jens Spahn: Was sich mit dem Rücktritt als Fraktionsvorsitzender ändert
Anständig bezahlt wird Spahn, der sich seit der Corona-Pandemie mit einem milliardenschweren Masken-Skandal konfrontiert sieht, für seine politische Tätigkeit weiterhin. Denn Spahn hat zwar seinen Rücktritt vom Posten als Unions-Fraktionsvorsitzender verkündet. Als Abgeordneter bleibt er jedoch im Bundestag. Das bedeutet, seine monatliche Abgeordnetendiät bleibt.
Die Aufwandsentschädigung für die Abgeordneten des Deutschen Bundestages, auch Diät genannt, beträgt seit dem 1. Juli 2025 11.833 Euro. Eigentlich hätte sich diese zu Beginn des Monats Juli sogar geplant automatisch erhöhen sollen. Die Abgeordneten des Bundestages stimmten allerdings gegen die geplante Erhöhung um rund 500 Euro pro Monat.
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Jens Spahn gibt Fraktionsvorsitz auf – so viel Geld bekommt er für seine politische Arbeit
Zusätzlich zu den 11.833 Euro an Abgeordnetendiät erhalten die Mitglieder des Bundestages noch eine steuerfreie Aufwandspauschale über 5467,42 Euro pro Monat. Diese Kostenpauschale passt sich jährlich am 1. Januar an die Lebenserhaltungskosten an und dient dazu, alle Ausgaben zur Ausübung des Mandates zu decken. Dazu gehören etwa die Möglichkeit zum Zweitwohnsitz in Berlin aber auch das Wahlkreisbüro und dessen Ausstattung. Spahn erhielt mit 41,8 Prozent bei der Bundestagswahl 2025 das Direktmandat in seinem Wahlkreis Steinfurt I – Borken I.
Diät und Aufwandspauschale zusammengerechnet ergeben damit eine satte monatliche Summe von rund 17.300 Euro. Durch seinen Rücktritt geht Spahn allerdings auch Geld verloren. Er verliert die Funktionszulage, die er für seine Tätigkeit als Fraktionsvorsitzender der Union im Bundestag erhalten hat.
Jens Spahn verliert Funktionszulage als Unions-Fraktionsvorsitzender – wie hoch sie ausfällt
Die Zulage wird aus dem Haushalt der CDU/CSU-Fraktion gezahlt – finanziert aus staatlichen Mitteln. Wie hoch diese genau ausfällt, ist nicht bekannt. Bereits im vergangenen Jahr gab die Unionsfraktion auf Anfrage des Münchner Merkur von Ippen.Media heraus, eine Aufschlüsselung „auf die einzelnen Funktionen geben wir grundsätzlich nicht öffentlich bekannt“.
Gewisse Anhaltspunkte, wie hoch die Zulage für Spahn gewesen sein könnte, gibt es allerdings. Im Zuge der Berichterstattung über eine Nachzahlung Spahns von zu wenig entrichteten Parteiabgaben im vergangenen Jahr schrieb das Handelsblatt, die Parteisteuer als Fraktionsvorsitzender belaufe sich auf 1200 Euro monatlich. Ein ähnliches Niveau, wie sie auch Minister entrichten. Das lässt den Rückschluss zu, dass Spahn in etwa so viel verdienen könnte, wie ein Minister. Dementsprechend wäre ein Wert von 10.000 bis 12.000 Euro monatlich zusätzlich zur Diät möglich. Bestätigt ist diese Rechnung jedoch nicht.
Spahn verliert satte Funktionszulage – wie viel Geld andere Parteien ihren Fraktionschefs zahlen?
Bei anderen Parteien ist derweil mehr über die Zulagenregelung bekannt. Im vergangenen Jahr kam heraus, dass die Zulagen für die Parteichefs und Fraktionsvorsitzenden Alice Weidel und Tino Chrupalla kurzerhand auf rund 12.000 Euro verdoppelt worden sein sollen. In der Grünen-Fraktion hieß es zu diesem Zeitpunkt, die Fraktionsvorsitzenden Katharina Dröge und Britta Haßelmann würden 50 Prozent ihrer Diäten im Bundestag beziehen, was somit knapp unter 6000 Euro entspräche.
Ärger gibt es derweil rund um die Grünen auch in der Causa Spahn. Die ehemalige Bundesministerin Renate Künast zog mit Online-Beiträgen über Spahn Wut auf sich. Bei der Nachfolgersuche auf den Fraktionsvorsitz in der Union wird derweil eine Lösung immer wahrscheinlicher. (Quellen: Bundestag.de, Handelsblatt, eigene Recherchen) (han)