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Geburtstag mit Symbolkraft

UFC-Käfigkämpfe am Weißen Haus: Trump inszeniert 80. Geburtstag als Machtdemonstration

Donald Trump macht seinen 80. Geburtstag zur Machtdemonstration. Vor dem Weißen Haus steigen UFC-Kämpfer in den Käfig. Kritiker sind entsetzt.

Wo sonst Staatsgäste empfangen werden und Präsidenten zu Marine One laufen, steigen nun Kämpfer in den Käfig. Donald Trump macht seinen 80. Geburtstag zum Spektakel und verwandelt den Südrasen des Weißen Hauses in eine Arena für Mixed Martial Arts. Die Bilder gehören schon vor dem ersten Kampf zu den außergewöhnlichsten Szenen, die das politische Zentrum der Vereinigten Staaten je erlebt hat.

US-Präsident Donald Trump spricht im Oval Office über das „UFC Freedom 250“-Event, während vor dem Kampfabend in Washington UFC-Kämpfer beim Fan Fest aufeinandertreffen. Die Käfigkämpfe auf dem Südrasen des Weißen Hauses finden an Trumps 80. Geburtstag statt.

Wie AP berichtet, stehen sieben Kämpfe unter dem Titel „UFC Freedom 250“ auf dem Programm. Die Veranstaltung soll zugleich den 250. Jahrestag der amerikanischen Unabhängigkeit feiern. Reuters schreibt, dass sich Sport und politische Inszenierung bei dem Event so eng wie kaum zuvor miteinander verbinden.

Trump feiert 80. Geburtstag mit UFC-Kämpfen am Weißen Haus

Die New York Times notiert, dass rund 4300 Zuschauer direkt auf dem South Lawn Platz finden. Überragt wird die Arena von einer fast 30 Meter hohen Stahlkonstruktion namens „The Claw“, die sogar höher als Teile des Weißen Hauses aufragt. Weitere Zehntausende Fans sollen die Kämpfe außerhalb des Geländes auf Großbildschirmen verfolgen, berichtet Reuters.

Trump hatte seine Begeisterung für die Veranstaltung nie verborgen. Gegenüber Journalisten erklärte er nach Angaben der WELT auf die Frage nach dem ungewöhnlichen Geburtstagswunsch schlicht: „Ganz einfach: Ich mag es.“ UFC-Chef Dana White kündigte laut AP an, dass die Show „bei Regen oder Sonnenschein“ stattfinden werde.

UFC Freedom 250: Trumps Kampfsportspektakel am Weißen Haus in Bildern

Trump lässt Kampf-Arena bauen – Startschuss vor dem Weißen Haus
Seit Wochen gleicht das Areal um das Weiße Haus in Washington DC einer Großbaustelle. Riesige Kräne errichten auf dem südlich gelegenen Rasen vor dem Amtssitz des US-Präsidenten ein gigantisches Gestell mit einer Höhe von etwa 25 Metern. Darunter werden Bodenplatten verlegt, Tribünen errichtet, Scheinwerfer festgeschraubt und jede Menge Technik verkabelt. © © IMAGO / ZUMA Press
Szene aus dem Oval Office: US-Präsident Trump bei einem Pressetermin mit Mixed-Martial-Arts-Kämpfern (6. Mai 2026)
Der Grund für den Trubel im Herzen der US-Politik ist das Spektakel mit dem Namen „UFC Freedom 250“: Am 14. Juni 2026 lädt Donald Trump die Kampfsportorganisation „Ultimate Fighting Championship“ (UFC) nach Washington, DC, ein. Vor dem Weißen Haus sollen sieben Kämpfe im Mixed Martial Arts (MMA) stattfinden – darunter zwei Titelkämpfe. Die Kontrahenten der beiden Hauptkämpfe besuchten zur offiziellen Bekanntgabe Trump im Weißen Haus. © Kent Nishimura/AFP
Der Weltmeisterschaftsgürtel der UFC für UFC Freedom 250
Die UFC erwartet laut eigener Promo von dem „historisch einmaligen“ Event nicht weniger als „das größte Sportereignis in der Geschichte der USA“, das sogar den Super Bowl im American Football in den Schatten stellen soll. Dafür wurde sogar ein eigener Weltmeisterschaftsgürtel gestaltet, der am Abend den jeweils siegreichen Athleten der Titelkämpfe umgelegt werden soll. © afp
Das Logo für das Kampfsportspektakel UFC Freedom 250 ist bereits entworfen und wird hier vor dem Weißen Haus installiert.
Das Logo für das Kampfsportspektakel UFC Freedom 250 ist bereits entworfen und wird hier vor dem Weißen Haus installiert. Bei der Farbgebung orientierten sich die Macher an den Nationalfarben der USA: rot, weiß und blau. © afp
Eine Visualisierung soll zeigen, wie sich Trump „UFC Freedom 250“ vorstellt.
Die MMA-Kämpfe der UFC werden in einem rund 70 Quadratmeter großen Oktagon ausgetragen. Wegen des etwa 1,80 Meter hohen Zauns wird der achteckige Ring auch als „Käfig“ bezeichnet. Eine Visualisierung, die Trump beim Treffen mit den UFC-Athleten präsentierte, zeigt, wie sich der Präsident und die UFC die Sache vorstellen: Tribünen für das Publikum und im Hintergrund ein freier Blick aufs Weiße Haus. © afp
Ein Gestell namens „The Claw“ (die Klaue), das die UFC-Organisatoren in Belgien entdeckten
Möglich machen soll das ein Gestell namens „The Claw“ (die Klaue), das die UFC-Organisatoren in Belgien entdeckten. Die Höhe von fast 26 Metern und die Breite von etwa 88 Metern sollen den TV-Kameras und dem Publikum von UFC Freedom 250 einen uneingeschränkten Blick aufs Weiße Haus ermöglichen. An den Bögen sollen Kameras und über 800 Lichtmodule befestigt werden. © afp
Wenige Tage vor dem Beginn von UFC Freedom 250 strahlt „The Claw“ in den Nachthimmer von Washington DC.
Wenige Tage vor dem Beginn von UFC Freedom 250 strahlt „The Claw“ in den Nachthimmer von Washington DC. © afp
Bereits vor UFC Freedom 250 steigt in Washington DC die große Party.
Bereits vor UFC Freedom 250 steigt in Washington DC die große Party. © afp
Ein so genanntes „Ring Girl“ der UFC nimmt an den Vorfeierlichkeiten für UFC Freedom 250 anlässlich Donald Trumps Geburtstags in Washington DC teil.
Ein so genanntes „Ring Girl“ der UFC nimmt an den Vorfeierlichkeiten für UFC Freedom 250 anlässlich Donald Trumps Geburtstags in Washington DC teil. © afp
In einem Park nahe dem Weißen Haus hat die UFC ein Public Viewing für UFC Freedom 250 organisiert.
In einem Park nahe dem Weißen Haus hat die UFC ein Public Viewing für UFC Freedom 250 organisiert. Bis zu 100.000 Menschen sollen dort die Kämpfe verfolgen können. Wie viele erscheinen, dürfte auch vom Wetter abhängen. Die Vorhersage sieht schlecht aus: für Washington sind niedrige Temperaturen, Regen und möglicherweise ein schweres Gewitter angesagt. © afp
Donald Trump als Gast der UFC und im Gespräch mit Dana White. (Archivbild)
Eigentlich sollte UFC Freedom 250, dessen Name an den 250. Geburtstag der USA im Jahr 2026 erinnern soll, am 4. Juli stattfinden, dem amerikanischen Unabhängigkeitstag. Offiziell aus logistischen Gründen entschied man sich für den 14. Juni 2026. An diesem Tag feiern die USA den „Flaggentag“ zu Ehren des Sternenbanners – und Donald Trump, hier als Ehrengast bei UFC-Kämpfen, begeht seinen 80. Geburtstag. © imago
UFC-Präsident Dana White allerdings dämpfte die Erwartungen. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen, die auf dem Gelände des Weißen Hauses gelten
Als Donald Trump erstmals im Sommer 2025 von seinem Plan eines UFC-Events am Weißen Haus erzählte, sprach er von bis zu 30.000 Zuschauerinnen und Zuschauern. UFC-Präsident Dana White allerdings dämpfte die Erwartungen. Aufgrund der Sicherheitsbestimmungen, die auf dem Gelände des Weißen Hauses gelten und logistischen Problemen werde die Zahl deutlich unter den Träumen Trumps liegen. Aktuell ist von etwa 4300 Plätzen vor Ort die Rede. © afp
Der heute 56 Jahre alte White (hier im Jahr 2006), stieg Anfang der 2000er in die UFC ein.
Für Dana White ist UFC Freedom 250 der Höhepunkt einer steilen Karriere als Kampfsport-Promoter. Der heute 56 Jahre alte White (hier im Jahr 2006) stieg Anfang der 2000er in die UFC ein. Deren Veranstaltung galten damals noch als blutrünstige Gewaltorgien ohne jeglichen sportlichen Wert. White machte die UFC zu einer ernstzunehmenden Organisation, die mittlerweile Milliarden umsetzt, mit ihrem Erfolg MMA zum Breitensport macht und den alteingessenenen US-Sportarten wie American Football, Basketball und Baseball in Sachen Einschaltquote auf die Pelle rückt.  © imago
Dana White mit der Hilfe seines alten Freundes Donald Trump.
Das gelang Dana White mit der Hilfe seines alten Freundes Donald Trump. Lange vor dessen politischer Karriere öffnete Trump der UFC die Tore seiner Casinos in Atlantic City. Zu dieser Zeit hatte White große Probleme, Veranstaltungsorte für die UFC zu finden. Deren MMA-Kämpfe hatten einen schlechten Ruf. Der ehemalige Präsidentschaftskandidat der Republikaner, John McCain, bezeichnete sie als „menschliche Hahnenkämpfe“. In vielen Bundesstaaten waren UFC-Events gänzlich verboten. © imago
Acht Jahre später stellte sich White vor der US-WAhl 2024 erneut öffentlichkeitswirksam hinter Trump.
White blieb Trump in der Folge treu. Als Trump 2016 zur US-Wahl antrat, hielt der UFC-Präsident eine flammende Rede auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner, in der er Trump in den höchsten Tönen lobte und als einen seiner engsten Freunde bezeichnete. Acht Jahre später stellte sich White vor der US-WAhl 2024 erneut öffentlichkeitswirksam hinter Trump. © afp
FBI-Agenten lernen Kampftechniken von MMA-Stars
Seit seinem Sieg bei der US-Wahl 2024 ist Donald Trump regelmäßig Ehrengast bei UFC-Veranstaltungen. Während der US-Präsident bei Basketball-, Baseball- oder Football-Spielen immer wieder ausgebuht wird, ist ihm der Applaus des UFC-Publikums in der Regel sicher. Und die Organisation rollt Trump und seinem Anhang bereitwillig den roten Teppich aus.  © Frank Franklin II/AP/dpa
Ivanka Trump bei der UFC
Doch nicht nur der Präsident, sondern auch seine Familie und sein Umfeld tauchen immer wieder im Rampenlicht der UFC-Events auf. Das gilt für Tochter Ivanka Trump. © afp
ebenso wie für seinen ältesten Sohn Donald Trump Jr. Hier begleitet den 48-Jährigen seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Bettina Anderson.
Und es gilt für seinen ältesten Sohn Donald Trump Jr. Hier begleitet den 48-Jährigen seine damalige Freundin und heutige Ehefrau Bettina Anderson. © afp
Donald Trump Juniors älteste Tochter, Kai Trump, ist offenbar auch schon UFC-Fan.
Donald Trump Juniors älteste Tochter, Kai Trump, ist offenbar auch schon UFC-Fan. Die 19-jährige und damit älteste Enkelin des US-Präsidenten arbeitet bereits an ihrer Karriere in den sozialen Medien. Da kommt das Rampenlicht der UFC gerade recht. © afp
Bereits einen Tag vor UFC Freedom 250 ist auf dem Gelände vor dem Weißen Haus in Washington DC die Hölle los.
Bereits einen Tag vor UFC Freedom 250 ist auf dem Gelände vor dem Weißen Haus in Washington DC die Hölle los. Motorräder fliegen durch die Luft, Konfetti und Rauch steigen auf. Soldaten in Paradeuniform stehen Spalier und Militärfahrzeuge runden den martialischen Look, den Donald Trump der Hauptstadt zu seinem Geburtstag verpasst hat, ab. © afp
Donald Trumps Enkeltochter Kai Trump und UFC-Präsident Dana White genießen die offensichtlich die Show vor dem Weißen Haus.
Donald Trumps Enkeltochter Kai Trump und UFC-Präsident Dana White genießen die offensichtlich die Show vor dem Weißen Haus. White trägt das Logo von UFC Freedom 250 auf der Brust und hält einen Becher mit dem Schriftzug seiner anderen Kampfsportorganisation in der Hand: „Power Slap“ - ein Ohrfeigenwettbewerb. © afp
UFC-Chef Dana White
UFC-Chef Dana White beobachtet in Washington einen Übungsüberflug von US-Militärjets vor dem „UFC Freedom 250“-Event am Weißen Haus. © Brendan Smialowski/AFP
Außenminister Marco Rubio, der statt dem Spektakel zu folgen Trump lieber etwas auf seinem Handy zeigt.
In letzter Zeit wurden Trumps UFC-Besuche auch für sein Kabinett zu Pflichveranstaltungen – egal, ob sich die Betroffenen bis dato für Kampfsport interessierten oder nicht. Hier zu sehen ist Außenminister Marco Rubio, der statt dem Spektakel zu folgen Trump lieber etwas auf seinem Handy zeigt. © afp
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy begleitete Trump ebenso zu UFC-Veranstaltungen wie CIA-Direktorin Tulsi Gabbard.
Gesundheitsminister Robert F. Kennedy begleitete Trump ebenso zu UFC-Veranstaltungen wie die noch bis zum 30. Juni 2026 amtierende Geheimdienstchefin Tulsi Gabbard. © afp
Rockstar und MAGA-Ikone Kid Rock und einst auch Tesla-Chef Elon Musk
Bei der UFC trifft Trump darüber hinaus jede Menge weiterer Freunde und Verbündete. Darunter befinden sich unter anderem Rockstar und MAGA-Ikone Kid Rock und einst auch Tesla-Chef Elon Musk. Der reichste Mann der Welt nahm sogar seinen jüngsten Sohn X Æ A-XII mit. Seit Musk mit dem US-Präsidenten brach, sind seine Aufritte in Trumps Nähe aber deutlich seltener geworden. © KENA BETANCUR
Im ersten Hauptkampf verteidigt Ilia Topuira den Weltmeistertitel im Leichtgewicht.
Damit sich der ganze Aufwand lohnt, bringt Dana White so gut wie jeden UFC-Star mit, den er zur Verfügung hat. Im ersten Hauptkampf verteidigt Ilia Topuira den Weltmeistertitel im Leichtgewicht. Der Spanier war bereits Weltmeister im Bantamgewicht der UFC, wechselte die Gewichtsklasse und holte den Titel im Leichtgewicht. Hier lässt sich Topuira als Ehrengast bei seinem Lieblingsverein Real Madrid in der spanischen Hauptstadt feiern. © afp
Topuira wird bei UFC Freedom 250 auf Justin Gaethje treffen, hier bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Events.
Topuira wird bei UFC Freedom 250 auf Justin Gaethje treffen, hier bei der Pressekonferenz im Vorfeld des Events. Der US-Amerikaner war bereits zweimal Interimsweltmeister im Leichtgewicht der UFC. Gaethje, Spitzname „The Highlight“ gilt als spektakulärer Kämpfer und Publikumsliebling. Bei seinem dritten Versuch, UFC-Weltmeister zu werden, gilt er im Duell mit Topuira aber als Außenseiter. © afp
Cyril Gane bei der UFC
Im zweiten Titelkampf des Abends bei UFC Freedom 250 treffen die Schwergewichte aufeinander. Auf der einen Seite steht dann Cyril Gane. Der Franzose war Interimsweltmeister seiner Gewichtsklasse. Den anschließenden Titelkampf verlor Ganze aber gegen Jon Jones. Gane bekommt nun die zweite Chance auf Gold. © imago
Ganes Gegner bei UFC Freedom 250 heißt Alex Pereira.
Ganes Gegner bei UFC Freedom 250 heißt Alex Pereira. Es ist der erste Kampf des Brasilianers im Schwergewicht der UFC. Dabei geht es aber direkt um den Interimstitel. Sollte er gewinnen, wäre es ein historischer Erfolg. Pereira wäre nach Titeln im Mittel- und Halbschwergewicht dann der Erste in der Geschichte der UFC, der Weltmeistertitel in drei verschiedenen Gewichtsklassen gewinnen konnte. © afp
Derrik LEwis bei der UFC
Neben den Titelkämpfen freut sich Donald Trump bei UFC Freedom 250 wohl vor allem auf Derrick Lewis. Der US-Amerikaner aus Texas hält den Rekord für die meisten KOs im UFC-Schwergewicht. Eigentlich war Lewis laut UFC-Chef Dana White nicht im Programm vorgesehen. Nachdem sich Trump persönlich einen Auftritt seines Lieblingskämpfers wünschte, war White kurzerhand die Planung um. „Man sagt in so einem Fall nicht Nein zum Präsidenten“, so White im Anschluss. © afp
Ein Gegner für Lewis war in Josh Hokit schnell gefunden.
Ein Gegner für Lewis war in Josh Hokit schnell gefunden. Der in Kalifornien geborene Ex-Footballer hat seine bisherigen drei Kämpfe in der UFC gewonnen und gilt als Shootingstar der Organisation. Das liegt weniger an seinen Fähigkeiten und mehr an seiner Art. Hokit inszeniert sich vor und während den Kämpfen als patriotischer „Redneck“ mit Hang zum Chaos. © afp
Die UFC macht auch aus dem Wiegen für UFC Freedom 250 in Washington DC ein Spektakel.
Die UFC macht auch aus dem Wiegen für UFC Freedom 250 in Washington DC ein Spektakel. Hier zu sehen ist Diego Lopes, UFC-Kämpfer aus Brasilien. Im Hintergrund stehen Kommentator Joe Rogan, ein Ring-Girl der UFC und US-Soldaten in Paradeuniform. © imago
Sean Strickland dagegen wird nicht bei UFC Freedom 250 dabei sein.
Sean Strickland dagegen wird nicht bei UFC Freedom 250 dabei sein. Der frisch gekürte Weltmeister im Mittelgewicht wollte die Veranstaltung in Washington, DC, eigentlich als Gast besuchen. Doch eine Einladung Stricklands wurde von der UFC wieder zurückgezogen. Nach eigenen Ausagen hatte Strickland vor dem Event per Telefon erfahren, dass seine Anwesenheit nicht erwünscht sei. Laut Strickland lag das an seinen kritischen Äußerungen über den Iran-Krieg und den US-Verbündeten Israel. © af

UFC Freedom 250: Trumps Machtdemonstration mit Käfigkämpfen

Die Verbindung zwischen Trump und UFC-Chef Dana White reicht mehr als 25 Jahre zurück. Reuters berichtet, dass Trump der damals umstrittenen Liga Veranstaltungen in seinem Taj Mahal Casino in Atlantic City ermöglichte, als andere Veranstalter den Sport mieden. White sagte später über Trump: „Er gab uns unseren Start, als niemand mit uns reden wollte.“

Aus der geschäftlichen Beziehung wurde eine enge politische Partnerschaft. Die New York Times bemerkt, dass White Trump im Wahlkampf unterstützte und Kontakte zu bekannten Influencern vermittelte. Reuters zufolge gilt die UFC mit ihrer jungen und überwiegend männlichen Anhängerschaft als eine Zielgruppe, die Trump besonders erfolgreich ansprechen konnte.

„Blut und Spiele“: Kritik an Trumps Mega-Event

Nicht alle Amerikaner können dem Spektakel etwas abgewinnen. Die Protestbewegung „No Kings“ hat nach Angaben der Tagesschau zu Demonstrationen rund um Trumps Geburtstag aufgerufen. Bürgerrechtler Al Sharpton erklärte demnach: „Die wollen zurück in eine Zeit, in der Menschen anderen zur eigenen Unterhaltung beim Kämpfen zugesehen haben.“

Auch Umfragen zeigen Skepsis. Bloomberg verweist auf eine Erhebung von YouGov, wonach 51 Prozent der Amerikaner die Kämpfe am Weißen Haus ablehnen, während nur 27 Prozent sie befürworten. Kritiker sprechen deshalb von „Blut und Spielen“ im Herzen der amerikanischen Demokratie.

Trumps „UFC Freedom 250“ im Überblick

PunktDetails
AnlassTrumps 80. Geburtstag, 250 Jahre USA
OrtSüdrasen des Weißen Hauses
KämpfeSieben UFC-Duelle
Zuschauer4.300 vor Ort, Zehntausende außerhalb
KostenÜber 60 Mio. Dollar
GastgeberTrump und Dana White
Besonderheit28 Meter hohe „The Claw“-Arena
GerichtsstreitKlage gescheitert

Gericht stoppt Käfigkämpfe vor dem Weißen Haus nicht

Juristisch wurde versucht, die Veranstaltung in letzter Minute zu verhindern. Zwei Kläger argumentierten vor Gericht, das Weiße Haus und andere nationale Wahrzeichen würden für kommerzielle Zwecke missbraucht. Zudem sei die enge Verbindung zwischen Trump und UFC-Chef Dana White problematisch.

Bundesrichter Amit Mehta lehnte den Antrag jedoch ab. Nach Angaben der New York Times verwies er auf die monatelangen Vorbereitungen, die Beteiligung mehrerer Behörden und bereits investierte mehr als 60 Millionen Dollar. Gleichzeitig äußerte der Richter Bedenken über eine mögliche „kommerzielle Ausbeutung“ geschützter nationaler Wahrzeichen.

UFC-Chef Dana White beobachtet in Washington einen Übungsüberflug von US-Militärjets vor dem „UFC Freedom 250“-Event am Weißen Haus. Die Käfigkämpfe sollen am 14. Juni auf dem Südrasen des Weißen Hauses stattfinden – an Donald Trumps 80. Geburtstag.

Maskulinität und Härte: Wie Trump sein politisches Bild inszeniert

Für Beobachter ist die Veranstaltung weit mehr als ein Sportereignis. Einige erkennen in den Kämpfen eine Symbolik Amerikas, das Trump als stark, maskulin und hart präsentieren wolle. Bilder von Käfigkämpfern vor dem Weißen Haus sollen Teil seines politischen Vermächtnisses werden.

Die New York Times beschreibt die gewaltige Arena als ein Stück Las Vegas mitten in Washington. Historiker Douglas Brinkley sagte der Zeitung, Trump verwandle den Regierungssitz in „eine Art High-Energy-Drink-, Hulk-Hogan-Werbung“. Für Unterstützer symbolisiert die Show Stärke, Kritiker sehen darin eine bewusste Provokation.

Mehr als 60 Millionen Dollar: Kosten und Sponsoren des UFC-Spektakels

Nach Angaben diverser US-Medien kostet die Veranstaltung mehr als 60 Millionen Dollar. Offiziell übernimmt die UFC die Ausgaben, gleichzeitig sind zahlreiche Bundesbehörden an Organisation und Sicherheit beteiligt. Dazu gehören unter anderem Secret Service und Heimatschutzministerium.

Reuters berichtet über Sponsoren wie Crypto.com und den Autobauer Ram. Die Nachrichtenagentur verweist außerdem darauf, dass Trumps Finanzangaben einen Aktienkauf bei TKO Group Holdings, der Muttergesellschaft der UFC, ausweisen. Die Trump Organization erklärte, die Investitionen würden unabhängig verwaltet.

Trump setzt auf Bilder für sein politisches Erbe

Für Trump geht es an diesem Abend um mehr als Sport. Die Bilder von Käfigkämpfen vor dem Weißen Haus sollen in Erinnerung bleiben. Der frühere Obama-Berater Ben Rhodes sagte der WELT: „Trump hat eine Geschichte zu erzählen. Und diese Geschichte handelt vor allem von ihm selbst.“

Auch außerhalb der USA blickt man mit Skepsis auf das Spektakel. Die South China Morning Post verweist etwa darauf, dass die UFC in nur wenigen Jahrzehnten den Weg von einem einst als „menschlicher Hahnenkampf“ verspotteten Nischensport bis auf den Rasen des Weißen Hauses geschafft habe. Gleichzeitig findet das Spektakel vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts, hoher Energiepreise und sinkender Zustimmungswerte für Trump statt. Für MAGA-Anhänger ist die Show ein Zeichen amerikanischer Stärke, für Kritiker dagegen ein Symbol für die zunehmende Vermischung von Politik, Unterhaltung und persönlicher Machtdemonstration. (Quellen: AP, Reuters, New York Times, WELT, Bloomberg, South China Morning Post, Tagesschau) (chnnn)

Rubriklistenbild: © Foto links: Kent Nishimura/AFP | rechts: Al Drago/Getty Images North America/Getty Images via AFP

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