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Käfigkampf in Washington
„Größte Show der Welt“: Trump holt sich spontan die UFC-Elite ins Weiße Haus
Donald Trump empfängt eine Reihe von UFC-Kämpfern und Managern im Oval Office. Hintergrund ist das geplante MMA-Spektakel vor dem Weißen Haus.
Mitten im Regierungsalltag hat US-Präsident Donald Trump sich die Zeit genommen, einen anstehenden Event der Organisation „Ultimate Fighting Championship“ (UFC) zu bewerben. Trump empfing eine ganze Reihe an Top-Athleten der Mixed Martial Arts, die am bevorstehenden UFC-Event vor dem Weißen Haus im Sommer teilnehmen werden, zu einer spontanen Pressekonferenz im Weißen Haus.
Die Kampfsportveranstaltung mit dem Namen „UFC Freedom 250“ soll am 14. Juni 2026 – dem 80. Geburtstag Trumps – auf dem Rasen vor dem Weißen Haus stattfinden. Offiziell gilt der Event als Teil der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Vereinigten Staaten von Amerika. Geplant sind neben den Kämpfen vor dem Weißen Haus unter anderem eine Militärparade durch Washington DC.
„Es wird niemals wieder passieren. Es ist noch nie passiert. Und es sind die besten Kämpfer, die vier besten Kämpfer, die direkt hinter mir stehen, allesamt Champions“, sagte Trump bei der Spontan-Pressekonferenz im Weißen Haus. Hinter dem US-Präsidenten standen aufgereiht Justin Gaethje, Ilia Topuria, Alex Pereira und Cyril Gane, die in den zwei Hauptkämpfen am 14. Juni um die Titel im Leicht- und Schwergewicht gegeneinander antreten werden. Trump präsentierte zudem Entwürfe der provisorischen Arena, die am 14. Juni eigens für den UFC-Event vor dem Weißen Haus errichtet werden soll.
Das UFC-Spektakel ist das erste professionelle Sportereignis, das je auf dem Gelände des Präsidentensitzes ausgetragen wird. Rund 4.000 Sitzplätze sollen um einen provisorischen Oktagon-Käfig auf dem südlichen Rasen des Weißen Hauses aufgestellt werden. Zusätzlich sollen im nahegelegenen Ellipse-Park acht Großbildschirme aufgebaut werden, auf denen 75.000 bis 100.000 Menschen den Kampfabend kostenlos verfolgen können. Neben den beiden Titelkämpfen sind weitere Duelle angesetzt:
„UFC Freedom 250“: Alle Kämpfe in der Übersicht
Titelkampf im Leichtgewicht: Ilia Topuria (Spanien) gegen Justin Gaethje (USA)
Titelkampf im Schwergewicht: Alex Pereira (Brasilien) gegen Cyril Gane (Frankreich)
Kampf im Bantamgewicht: Sean O‘Malley (USA) gegen Aiemann Zahabi (Kanada)
Kampf im Schwergewicht: Josh Hokit (USA) gegen Derrick Lewis (USA)
Kampf im Leichtgewicht: Mauricio Ruffy (Brasilien) gegen Michael Chandler (USA)
Kampf im Mittelgewicht: Bo Nickal (USA) gegen Kyle Daukaus (USA)
Kampf im Federgewicht: Diego Lopes (Brasilien) gegen Steve Garcia (USA)
„Es gibt keine härteren Typen als die hinter mir“, sagte Trump über die Kampfsportler der UFC und prophezeite: „Am 14. Juni wird es einen großen Kampf geben. Das sind echte Krieger.“ Besonders emotional zeigte sich Justin Gaethje beim Auftritt der UFC-Kämpfer im Weißen Haus. Der aktuelle UFC-Interims-Champion im Leichtgewicht sprach von einer „unglaublichen Ehre“, die ihm dank Trump zuteil werde. „Einen Präsidenten zu haben, der bereit ist, gegen den Strom zu schwimmen und sich über Konventionen hinwegzusetzen, ist wirklich etwas Besonderes“, so der 37 Jahre alte MMA-Kämpfer, der als Außenseiter ins Duell mit Topuria geht.
Es gibt keine härteren Typen als die hinter mir.
Ganz nach Trumps Geschmack war auch der Redebeitrag von Ali Abdelaziz, Manager von Justin Gaethje und bekannte Größe im MMA-Geschäft. „Das wird das größte Sportereignis, das es jemals auf dem Planeten Erde gegeben hat.“ Über Trump sagt Abdelaziz: „Er ist der größte Präsident aller Zeiten und aller Länder.“ Trump reagierte auf das Lob mit Eigenlob: „Das war sehr gut. Ich mag ihn. Es war ein guter Schachzug von mir, ihm das Wort zu erteilen.“
US-Präsident Donald Trump und UFC-Chef Dana White: Freunde seit Jahrzehnten
Die Verbindung zwischen Donald Trump und der UFC ist älter als die politische Karriere des heutigen Präsidenten. Noch als Immobilienmakler und Casino-Besitzer freundete sich Trump mit Dana White, dem Präsidenten der UFC, an. Zu einer Zeit, als die mitunter blutigen Kampfsportevents in den USA noch verpönt waren und die UFC große Probleme hatte, Veranstaltungsorte zu finden, öffnete Trump der Organisation die Türen seines Casinos in Atlantic City. White revanchierte sich Jahre später, als er sich auf dem Nominierungsparteitag der Republikaner vor der US-Wahl 2016 für die Wahl Trumps starkmachte. Seit seiner Wiederwahl 2024 ist Trump regelmäßiger Ehrengast bei UFC-Events, zu denen er wahlweise seine Familie oder sein Kabinett mitnimmt.
Donald Trumps Orbit: Einflüsterer, Berater und Vertraute des Präsidenten
„UFC Freedom 250“ soll nun der Höhepunkt der freundschaftlichen Zusammenarbeit werden. Der Aufwand für das Spektakel ist gigantisch. Bis zu 60 Millionen Dollar soll der Spaß kosten, bezahlt wird laut Dana White alles von der UFC selbst. Auch den Rasen vor dem Weißen Haus, der durch die provisorischen Bauten wohl zerstört werden wird, will der UFC-Präsident auf eigene Kosten neu verlegen lassen. Mit rund „700.000 Dollar, nur um das Gras zu ersetzen“, rechnet White laut dem Sports Business Journal.
Rein sportlich gilt die UFC-Show vor dem Weißen Haus nicht als das historische Ereignis, das es laut Trump und White werden soll. Laut dem Independet hatte die UFC „acht bis neun“ Titelkämpfe versprochen. Nach aktuellem Stand wurden daraus sechs Kämpfe insgesamt, zwei davon Titelkämpfe. Nur in einem tritt ein US-Amerikaner an: Justin Gaethje. Weil der aber als absoluter Außenseiter gegen den Spanier mit georgischen Wurzeln, Ilia Topuria, gilt, müssen die Vereinigten Staaten ihren Geburtstag möglicherweise ohne UFC-Titel feiern. (Verwendete Quellen: CBS, Sports Business Journal, Fox News, eigene Recherche) (dil)