Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Waffenstillstand mit Lücken

Trumps neue „Perma-Krise“? Wackeliger Iran-Deal fällt auf ihn zurück

Nach Schlägen und Gegenschlägen am Wochenende befürchten einige Experten, dass der Iran-Krieg zu einer „Perma-Krise“ wird.

„Worte sind leicht, aber Taten sind es, die zählen“, sagte Donald Trump einst über den gegenseitigen Beistandspakt der NATO. Möglicherweise erinnerte sich der US-Präsident an seine eigenen Worte, als sein Waffenstillstandsabkommen am Wochenende kurzzeitig auseinanderfiel und die USA und der Iran Schläge und Gegenschläge austauschten. Damit flogen immer noch Raketen, genau vier Monate nach Beginn des Krieges.

US-Präsident Donald Trump im Juni 2026.

Nach drei Tagen der Eskalation einigten sich beide Seiten darauf, die militärischen Aktionen einzustellen – doch für viele war die Vereinbarung allzu vertraut. Die Feindseligkeiten konzentrieren sich auf den Zugang zur Straße von Hormus, die lebenswichtige Schifffahrtsroute für ein Fünftel des weltweiten Ölhandels. Kritiker werfen der vagen Formulierung des am 17. Juni unterzeichneten Waffenstillstands vor, zumindest teilweise für dessen raschen Zerfall verantwortlich zu sein.

Das Memorandum of Understanding (MoU) zwischen den USA und dem Iran verlangte von Teheran, „Vorkehrungen nach besten Kräften für die sichere Passage von Handelsschiffen“ durch die Meerenge für 60 Tage zu treffen. Weder „Vorkehrungen“ noch „beste Kräfte“ wurden in dem Abkommen definiert. Manche glauben, dies habe dem Iran einen Freibrief gegeben, in der Meerenge eine neue Dominanz zu behaupten, die er vor dem Krieg nicht hatte.

Vage Formulierungen im Waffenstillstand stärken Irans Position

Am Donnerstag, acht Tage nach Unterzeichnung des vorläufigen Waffenstillstandsabkommens, griffen iranische Kräfte ein Handelsschiff in der Wasserstraße an und trafen am Samstag ein weiteres, das zwei Millionen Barrel Rohöl transportierte. Am Sonntag lieferte Abbas Araghchi, der iranische Außenminister, offenbar eine Begründung. Er beharrte darauf, dass alle Schiffe durch den iranischen Teil der Wasserstraße fahren müssten und dass Teheran es nicht dulden werde, wenn Schiffe dicht an der omanischen Küste entlangliefen.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Gregory Brew, leitender Analyst bei Eurasia Group, deutete an, dass damit die Strategie des Landes sichtbar geworden sei. Teheran halte demnach an seinem neu gewonnenen Hebel in der Meerenge fest, selbst wenn dies Vergeltungsschläge provoziere. „Selbst wenn der Iran zurücksteckt, hat er gezeigt, dass Schiffe, die die omanische Route nutzen, gefährdet sind. Das könnte schon ausreichen“, sagte er.

„Und wenn der Iran das Gefühl hat, weitere Demonstrationen seien nötig, kann er weitermachen, in dem Wissen, dass die wahrscheinliche US-Reaktion aus einigen Luftangriffen auf militärische Ziele von geringem Wert in der Nähe der Meerenge bestehen wird.“ Das MoU war darauf ausgelegt, den Schiffsverkehr durch die strategisch wichtige Wasserstraße wieder auf das Vorkriegsniveau zu bringen.

Strategische Bedeutung der Straße von Hormus für den Ölmarkt

Vor den Kämpfen passierten täglich mehr als 50 Tanker den Engpass und transportierten Millionen Barrel Rohöl und andere Erdölprodukte aus der Region zu Kunden in aller Welt. Es gibt alternative Routen, die die Meerenge umgehen, doch keine lässt sich operativ mit dieser Wasserstraße vergleichen. Ihre Schließung Ende Februar ließ die Ölpreise in die Höhe schnellen, da Händler einen plötzlichen Ausfall des globalen Angebots befürchteten.

In einem ausführlichen Essay argumentierte Dr. Burcu Özçelik, Senior Research Fellow am Royal United Services Institute, dass die „Nachkriegsrealität schlimmer“ sei als die Lage zuvor. Sie schrieb: „Teheran hat nicht nur gezeigt, dass es eine jahrzehntealte Drohung, die Straße faktisch zu schließen, wahrmachen kann, sondern es könnte nun auch in der Position sein, einen dauerhaften Weg auszuhandeln, um Souveränität darüber zu beanspruchen und ‚Gebühren‘ zu verlangen.“

Mit der Schließung der Meerenge konnte der Iran die Weltwirtschaft erheblich beeinträchtigen. Wäre die Blockade deutlich länger andauerte, wäre eine globale Rezession die Folge gewesen. Nur dank der Existenz strategischer Reserven und der Fähigkeit von Ländern wie den USA und Russland, Öl zu transportieren, ohne Hormus zu nutzen, blieb eine internationale Krise aus.

Teherans Kalkül und Trumps innenpolitische Zwänge

Farzan Sabet, Iran-Analyst am Geneva Graduate Institute in der Schweiz, vermutete, dass die iranische Führung dies möglicherweise als den richtigen Zeitpunkt ansieht, im Konflikt Risiken einzugehen. Trump, dessen Umfragewerte in den vergangenen Monaten wegen steigender Kraftstoffpreise infolge eines unpopulären Auslandskonflikts eingebrochen sind, dürfte wenig geneigt sein, vor den US-Zwischenwahlen in einen umfassenden Krieg zurückzukehren.

Was auch immer in der nächsten Verhandlungsphase geschieht, die 60 Tage oder länger dauern wird, der Iran wird diesen Hebel gegenüber den Amerikanern behalten. Sabet sagte der New York Times, der Iran habe möglicherweise erkannt, dass seine maximale Hebelwirkung „im Krieg und während eines feindseligen Waffenstillstands mit regelmäßigen Feindseligkeiten“ bestehe. Die derzeitige Situation erlaubt es Teheran, in der Straße von Hormus jederzeit eine neue Normalität zu schaffen – auf einen Schlag, oder mit dem Start einer Drohne.

Dr. Özçelik argumentierte, dies drohe zu einer „Perma-Krise“ zu werden, in der die USA und der Iran in einem Kreislauf aus Eskalation und Deeskalation gefangen seien. Solange es kein Anschlussabkommen gibt, bleibt keine der Fragen zu Atomprogramm, ballistischen Raketen und dem Netzwerk von Stellvertretern, die zum Krieg geführt haben, beantwortet – und das liegt ganz im Interesse Irans. (Dieser Artikel von Poppy Wood,Joe Barnes entstand in Kooperation mit telegraph.co.uk)

Rubriklistenbild: ©  Mandel NGAN / AFP

Kommentare