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Lage im Überblick

USA-Iran-Konflikt: Kehrtwende im Hormus-Streit? Neue Verhandlungen in Katar geplant

USA und der Iran beschießen sich erneut – jetzt stehen neue Verhandlungen in Katar im Raum. Das Abkommen ist brüchig und die Straße von Hormus weiter umkämpft.

Update, 14:17 Uhr: Nach Angaben von US-Präsident Donald Trump wollen sich Vertreter der USA und des Irans am Dienstag in Katars Hauptstadt Doha treffen. „Der Iran hat um ein Treffen gebeten“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Weitere Details, etwa zum Ziel der Gespräche, nannte er nicht.

Kurz zuvor hatte Teheran Berichte über einen unmittelbar bevorstehenden neuen Verhandlungstermin mit Washington noch zurückgewiesen. Eine Gesprächsrunde werde stattfinden, „sobald die Voraussetzungen geschaffen sind und Einigkeit über Termin und Veranstaltungsort erzielt wurde“, sagte Vizeaußenminister Kasem Gharibabadi laut der iranischen Nachrichtenagentur Isna. „Das Abhalten von technischen Sitzungen der Arbeitsgruppen ist für diese Woche nicht geplant.“ Konsultationen über Vermittler würden jedoch fortgesetzt, erklärte Gharibabadi. Das US-Portal Axios hatte zuletzt berichtet, beide Seiten wollten sich am Dienstag in Doha treffen, um ihren Streit um die für den weltweiten Energiehandel wichtige Straße von Hormus beizulegen.

Erstmeldung: Knapp zwei Wochen nach Unterzeichnung eines Rahmenabkommens haben sich die USA und der Iran erneut gegenseitig angegriffen. Nun haben sie sich auf eine vorläufige Feuerpause geeinigt. „Beide Seiten werden vorerst von weiteren Maßnahmen absehen“, hieß es aus informierten Kreisen in Washington gegenüber der Nachrichtenagentur dpa.

Die USA hatten zuletzt erneut Angriffe auf den Iran gemeldet. Nun wollen beide Seiten von Attacken absehen und auf neue Verhandlungen setzen. (Symbolbild)

Schiffe könnten sich in der Straße von Hormus wieder frei bewegen, während technische Gespräche zur Umsetzung des Rahmenabkommens fortgesetzt werden sollen. Laut CNN und dem US-Portal Axios sollen die Verhandlungen am Dienstag in der katarischen Hauptstadt Doha wieder aufgenommen werden. Eine offizielle Bestätigung stand zunächst aus.

USA-Iran-Konflikt verschärft sich: Neue Verhandlungen in Katar

Auslöser der jüngsten Eskalation war ein iranischer Drohnenangriff auf einen unter panamaischer Flagge fahrenden Öltanker in der Straße von Hormus am Samstag. Das US-Regionalkommando Centcom reagierte in der Nacht zum Sonntag mit einer zweiten Angriffswelle auf iranische Ziele. Die iranischen Revolutionsgarden antworteten ihrerseits mit Raketen und Drohnen auf US-Militärstützpunkte in Kuwait und Bahrain. Bahrain sprach von einer „gefährlichen Eskalation“. US-Präsident Donald Trump drohte auf seiner Social-Media-Plattform: „Wenn das passiert, wird die Islamische Republik Iran nicht mehr existieren!“

Im Kern des Streits steht die Frage, wer die Kontrolle über die Straße von Hormus ausübt. Irans Außenminister Abbas Araghtschi erklärte am Sonntag in Bagdad, die Meerenge werde „innerhalb der kommenden 30 Tage wieder vollständig unter die Verwaltung des Iran gestellt“. Teheran besteht darauf, dass Schiffe eine Route entlang der iranischen Küste nehmen – und warnte vor der Nutzung einer von den USA unterstützten Alternativroute nahe der Küsten Omans und der Vereinigten Arabischen Emirate.

Israel und USA attackieren Mullah-Regime – Bilder aus dem Iran-Krieg

Rauchsäule in teheran
Der Iran-Krieg beginnt am 28. Februar 2026 mit Angriffen aus Israel und den USA auf Teheran. Noch am ersten Tag wird auch Irans oberster Führer Ajatollah Ali Chamenei getötet. Seit dem Angriff hat sich der Konflikt auf die gesamte Golfregion ausgeweitet. © AFP
Iran-Krieg - Iran
Immer wieder schlagen Raketen in der iranischen Hauptstadt Teheran und der Umgebung ein. Die Menschen vor Ort berichten von zitternden Fenstern, in sozialen Medien kursieren Bilder von Rauchschwaden. In Teheran leben rund 15 Millionen Menschen.  © Vahid Salemi/dpa
Angriff auf den Iran - Iran
Präzisionsschläge auf relevante militärische Ziele – erstmals auch mit Drohnen, die von den Shaheds kopiert worden sind: „LUCAS kostet etwa 35.000 US-Dollar pro Plattform und ist ein kostengünstiges, skalierbares System, das modernste Fähigkeiten zu einem Bruchteil der Kosten herkömmlicher US-Langstreckensysteme mit vergleichbarer Wirkung bietet“, sagt der Marineoffizier Tim Hawkins gegenüber dem Magazin The War Zone (TWZ). US-Präsident Trump hat sich für den Angriff gegen den Iran vermutlich von den Waffen seines Gegners inspirieren lassen: Erstmals haben die USA Kamikaze-Drohnen eingesetzt, veröffentlicht das „US Central Command“ (CENTCOM).  © dpa
Angriff auf den Iran - U.S. Navy
Die Angriffe gehen ohne Unterlass weiter. Dieses Standbild aus einem vom U.S. Central Command zur Verfügung gestellten Video zeigt den Start einer Rakete von einem Schiff der U.S. Navy zur Unterstützung der Operation „Epic Fury“. © dpa
Raketenabwehrsystem Iron Dome
Der Iran antwortet mit Gegenangriffen auf Israel. Das israelische Raketenabwehrsystem Iron Dome fängt zahlreiche Geschosse ab. Über Tel Aviv kommt es zu entsprechenden Explosionen. © Jack Guez/AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Auch am Tag feuert das israelische Luftabwehrsystem, um Raketen während eines iranischen Angriffs abzufangen. © Ohad Zwigenberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
Dennoch kommt Israel nicht ungeschoren davon. Hier verbinden Rettungskräfte einen verwundeten Mann und leisten erste Hilfe am Ort eines direkten Einschlags einer iranischen Rakete in Tel Aviv. © Tomer Neuberg/dpa
Angriff auf den Iran - Tel Aviv
An einer anderen Stelle in Tel Aviv ist ein Feuerwehrmann dabei, ein brennendes Auto zu löschen. © Tomer Neuberg/dpa
USA Iran
Dieses offizielle Foto des Weißen Hauses, veröffentlicht am 28. Februar 2026 auf dem Account „White House X“, zeigt US-Vizepräsident JD Vance (Mitte), die Direktorin des Nationalen Nachrichtendienstes, Tulsi Gabbard (zweite von links), und US-Finanzminister Scott Bessent (rechts) im Lagezentrum in Washington, D.C. © AFP
Trump Iran
Ein weiteres offizielles Foto des Weißen Hauses zeigt Donald Trump im Gespräch mit Stabschefin Susie Wiles (rechts), während US-Außenminister Marco Rubio (Mitte) die Aktivitäten der „Operation Epic Fury“ gegen den Iran von einem nicht genannten Ort aus überwacht. „Chamenei, einer der bösartigsten Menschen der Geschichte, ist tot“, schrieb Trump später auf „Truth Social“. © AFP
Angriff auf den Iran - Israel
Was ist das Ziel der Operation Epic Fury (Einsatz Gewaltiger Zorn)? US-Präsident Trump begründet die Luftangriffe mit dem iranischen Atom- und Raketenprogramm und mit der iranischen Unterstützung für bewaffnete Milizen, wie etwa die Hisbollah im Libanon. Durch beides sieht Israel seine Existenz bedroht. Daneben will Trump aber auch die USA vor „direkten Bedrohungen“ durch den Iran schützen. © Leo Correa/dpa
Un-Sicherheitsrat
Der US-Angriff ruft die Vereinten Nationen auf den Plan: Der Sicherheitsrat ist zu einer Notfall-Sitzung zusammengekommen. UN-Generalsekretär António Guterres warnte die Botschafter, die Aktion berge die Gefahr, „eine Kette von Ereignissen auszulösen, die in der instabilsten Region der Welt niemand mehr kontrollieren kann“, wie die UN berichten. Israels Botschafter Danny Danon hatte die Angriffe als gerechtfertigt dargestellt und als einen notwendigen Akt, um eine existenzielle Bedrohung abzuwehren. © Spencer Platt/AFP
Minab-Mädchenschule
Das UN-Menschenrechtsbüro hat nach den Berichten über einen Angriff auf eine Mädchenschule im Iran mit fast 200 Toten eine umfassende Untersuchung verlangt. Nach Angaben einer Sprecherin könne es sich um ein Kriegsverbrechen handeln. Bei dem Angriff in Minab im Süden des Landes waren nach iranischen Angaben mindestens 168 Schülerinnen im Alter zwischen sieben und zwölf Jahren, 26 Lehrerinnen sowie vier Eltern ums Leben gekommen. Vertreter des israelischen Militärs hatten gesagt, ihnen seien keine Angriffe zu dem Zeitpunkt in der Region bekannt.  © Ali Najafi/AFP
Proteste in London
Weltweit gehen noch am ersten Abend des Iran-Kriegs Exil-Iranerinnen und -Iraner auf die Straßen und feiern den Tod von Ajatollah Chamenei. Dieses Bild zeigt eine Demonstration vor der iranischen botschaft in London. © Vuk Valcic/Imago
Angriff auf den Iran - Berlin
Auch auf dem Pariser Platz vor dem Brandenburger Tor in Berlin gehen die Menschen spontan auf die Straße. © Christophe Gateau/dpa
Demo in der Türkei
Anders sieht es in der Türkei aus: Vor dem israelischen Konsulat in Istanbul machen Demonstranten Donald Trump und Israel für die Eskalation verantwortlich. Sie protestierten gegen den Angriff auf den Iran und die Tötung von Ajatollah Chamenei, indem sie eine US-Flagge verbrennen. © Ozan Kose/AFP
Angriff auf den Iran - Indien
578889050.jpg © Mukhtar Khan/dpa
Angriff auf den Iran - Dubai
Der Iran-Krieg zieht auch die arabischen Länder mit in den Konflikt hinein. Mit Hunderten Raketen und Drohnen greift der Iran seit Ende Februar unter anderem Kuwait, Katar, Bahrain, Saudi-Arabien und die Vereinigten Arabischen Emirate an. Hier steigt Rauch nach einem iranischen Drohnenangriff im Hafengebiet von Dubai auf. © Fatima Shbair/dpa
Angriff auf den Iran – Katar
Folgen der Rache des Iran: Die USA betreiben in al-Udeid eine Militärbasis. Die liegt im Fokus des Iran – allerdings befindet sich rund 30 Kilometer entfernt die Stadt Doha; und die wird kaum durch die Luftabwehr der US-Basis abgedeckt.  © dpa
Iran-Krieg - reaktionen
US-amerikanisch-israelische Luftschläge – Schockwellen in der gesamten Welt: Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet hätten Demonstranten im pakistanischen Karatschi vor dem Konsulat „Tod Amerika! Tod Israel!“ skandiert; Reuters-Reporter hätten Schüsse gehört und in den umliegenden Straßen Tränengas wahrgenommen. Die Nachrichtenagentur spricht von mindestens 23 getöteten Demonstranten; davon zehn im Hafen von Karatschi, wo Sicherheitskräfte des US-Konsulats gefeuert hätten auf Demonstrierende nach deren Durchbruch durch die äußere Mauer. Elf Menschen seien demnach in der nördlichen Stadt Skardu ums Leben gekommen – die Menge soll ein UN-Büro in Brand gesetzt haben; zwei Tote verzeichnet Reuters in Pakistans Hauptstadt Islamabad. © Imago
Weitere Bilder der Straßenschlachten, die sich in Teilen Pakistans nach dem US-Angriff auf den Iran ereigneten.
Explosionen im Iran, Beben in Pakistan: „Pakistans Westgrenzen befinden sich im Kriegszustand“, sagt Muzzammil Aslam gegenüber Arab News. Der Finanzminister der nordwestlichen Provinz Khyber Pakhtunkhwa an der Grenze zu Afghanistan fürchtet wirtschaftliche Verwerfungen, sollte der Iran seine Rachegelüste gegenüber dem Westen ausleben und damit den gesamten Nahen Osten in den Abgrund reißen. Die Wirtschaftskraft des Landes hängt an den Arbeitern in den Golfstaaten, die im Visier des Iran liegen und Anschläge auf ihre Energieindustrie befürchten müssen.  © dpa
Angriff auf den Iran - Irak
578899115.jpg © Hadi Mizban/dpa
Beirut
Der Iran-Krieg führt auch zu einer neuen Eskalation zwischen Israel und der Hisbollah. Die Schiiten-Miliz feuert als Reaktion auf die Tötung von Ajatollah Ali Chamenei Raketen in Richtung Israel ab. Daraufhin greift das israelische Militär zahlreiche Ziele im Libanon an, vor allem im Süden des Landes und in den Vororten der Hauptstadt Beirut (im Bild). Diese Gebiete gehören zum Einflussgebiet der Hisbollah. © AFP
Angriff gegen den Iran - Luftverkehr
Der Iran-Krieg legt zu Beginn auch den Flugverkehr teilweise lahm. Hier prüft ein Reisender die Abflugzeiten am internationalen Flughafen Beirut Rafik Hariri, da viele Fluggesellschaften nach den Angriffen auf den Iran ihre Flüge gestrichen haben.  © Hassan Ammar/dpa
Stra0ße von Hormus
Dieses Satellitenbild, aufgenommen von 2026 Planet Labs PBC am 2. März 2026, zeigt Rauchwolken, die nach einer Explosion im Hafen von Bandar Abbas an der Straße von Hormus von einem Schiff aufsteigen. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus, durch die ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggashandels läuft, ist weitgehend zum Erliegen gekommen.  © 2026 Planet Labs PBC/AFP

Dem iranischen Staatsfernsehen zufolge erfordert eine Durchfahrt durch die Straße von Hormus weiterhin eine Abstimmung mit den Revolutionsgarden. Trotz der Eskalation passierte das Containerschiff „Galapagos“ der Reederei CMA CGM die Meerenge.

Iran-News: Innenpolitische Druck in Teheran wächst – Klerus gegen Verhandlungen

Fachleute sehen in der Unschärfe des Abkommens zwischen den USA und dem Iran einen strukturellen Grund für den Konflikt. Das Rahmenabkommen habe „bewusst auf flexible Formulierungen gesetzt, weil dies wahrscheinlich der einzige Weg war, sie zum Abschluss zu bringen“, sagte Nicole Grajewski von der Pariser Elitehochschule Sciences Po der New York Times. Genau diese Unschärfe führe nun dazu, dass beide Seiten versuchten, vor Ort Fakten zu ihren Gunsten zu schaffen. Ali Vaez von der Denkfabrik International Crisis Group ergänzte gegenüber dem Wall Street Journal: „Der Iran hat wenig Interesse daran, zuzusehen, wie sein politischer Hebel mit jedem Schiff, das in omanische Gewässer umgeleitet wird, schwindet.“

Im Iran selbst wächst der innenpolitische Druck gegen eine Fortsetzung der Verhandlungen. Die theologischen Zentren der Pilgerstadt Ghom, eine der einflussreichsten Institutionen der Islamischen Republik seit der Revolution von 1979, forderten laut Spiegel in einer Erklärung Präsident, Sicherheitsrat und das Verhandlungsteam auf, die Gespräche im Falle eines erneuten Vertragsbruchs der USA umgehend zu beenden.

Der Appell wurde vom staatlichen Sender Irib verbreitet. Medien, die den Revolutionsgarden nahestehen, halten weitere Gespräche bereits jetzt für kaum noch vertretbar. Mehdi Fazaeili, ein Vertreter aus dem Umfeld des obersten Führers Ali Chamenei, erklärte im Staatsfernsehen, Iran habe die für Sonntag geplanten technischen Gespräche mit den USA abgesagt.

Konflikt zwischen Israel und der Hisbollah im Libanon belastet USA-Iran-Abkommen

Auch der Nebenkonflikt im Libanon belastet das Abkommen zwischen der Regierung von Donald Trump und Teheran. Die israelische Armee zerstörte nach eigenen Angaben im Südlibanon einen mehr als 200 Meter langen und über 25 Meter tiefen Tunnel der Hisbollah, in dem Hunderte Waffen sowie Abschussschächte für Angriffe auf Israel gelagert gewesen sein sollen. Zudem tötete das israelische Militär nach eigenen Angaben bewaffnete Hisbollah-Kämpfer und zerstörte eine Raketenabschussrampe.

Der iranische Außenminister Araghtschi bekräftigte, der israelische Abzug aus dem Libanon und die Einstellung der dortigen Angriffe seien Teil des Abkommens mit den USA – es liege in Washingtons Verantwortung, seinen Verbündeten zu stoppen. Israel ist jedoch keine Partei des Abkommens. Die Hisbollah lehnt das Rahmenabkommen zwischen Israel und dem Libanon ab und verweigert ihre Entwaffnung. (Quellen: dpa, afp, Spiegel, New York Times, Axios) (fbu)

Rubriklistenbild: © Uncredited/US Central Command/dpa

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