Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Schwarz-roter Streit

Stromsteuer-„Wortbruch“? Brantner kritisiert „Pinocchio-Kanzler“ Merz

Die Stromsteuer entfacht handfesten Zwist in der Merz-Regierung. Die Grünen greifen von der Seitenlinie an und unterstellen Merz Falschaussagen.

Berlin – Die schwarz-rote Regierung streitet vor dem Koalitionsausschuss am Mittwoch um die Stromsteuer. Auch von den Grünen in der Opposition kommt scharfe Kritik daran, dass die Senkung der Stromsteuer nun doch nicht wie geplant „für alle“ gelten soll, sondern nur für Industrie und Landwirtschaft.

„Wenn Merz nicht zum Pinocchio-Kanzler werden möchte“ – Grüne kritisieren Stromsteuer-Plan

Grünen-Chefin Franziska Brantner fordert Kanzler Friedrich Merz auf, umzusteuern: „Wenn Herr Merz hier nicht zum Pinocchio-Kanzler werden möchte, dann muss dieses Stromsteuerpaket zurück in die Werkshalle.“ Ihr Co-Parteichef Felix Banaszak wird auf der Homepage der Grünen mit den Worten zitiert, Friedrich Merz sei schon jetzt der „Wortbruch-Kanzler“. Vizekanzler Lars Klingbeil (SPD) fahre derweil mit „gewaltigem Enthusiasmus“ einen „Kurs gegen Klimaschutz und Entlastungen“.

Die rasante Entwicklung von Ricarda Lang – in Bildern

Ricarda Lang war zunächst Sprecherin der Grünen Jugend.
Ricarda Lang war zunächst Sprecherin der Grünen Jugend. Hier ist sie 2018 bei einer außerordentlichen Bundesdelegiertenkonferenz von Bündnis 90/Die Grünen in Hannover zu sehen. © picture alliance / Julian Stratenschulte/dpa | Julian Stratenschulte
Ricarda Lang (4.v.l.) ist 2019 dabei, als sich der Grünen-Vorstand zur Jahresauftaktklausur am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder trifft.
Ricarda Lang (4.v.l.) ist 2019 dabei, als sich der Grünen-Vorstand zur Jahresauftaktklausur am deutsch-polnischen Grenzfluss Oder trifft.  © picture alliance/dpa | Patrick Pleul
September 2019: Ricarda Lang (2.v.r.) bibbert gemeinsam mit Robert Habeck (3.v.l.) den Ergebnissen der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen entgegen.
September 2019: Ricarda Lang (2.v.r.) bibbert gemeinsam mit Robert Habeck (3.v.l.) den Ergebnissen der Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen entgegen. © picture alliance/dpa | Annette Riedl
Politik mit Leib und Seele: Als neue stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen spricht Ricarda Lang im November 2019 auf dem Bundesparteitag der Grünen.
Politik mit Leib und Seele: Als neue stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen spricht Ricarda Lang im November 2019 auf dem Bundesparteitag der Grünen. © picture alliance/dpa | Guido Kirchner
Ricarda Lang spricht im Mai 2020 bei einer Kundgebung von Attac gegen eine Bewaffnung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen.
Ricarda Lang spricht im Mai 2020 bei einer Kundgebung von Attac gegen eine Bewaffnung der Bundeswehr mit Kampfdrohnen.  © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
Auf eine Club-Mate mit den Grünen-Spitzenpolitikern Robert Habeck und Annalena Baerbock: Ricarda Lang (Mitte).
Auf eine Club-Mate mit den Grünen-Spitzenpolitikern Robert Habeck und Annalena Baerbock: Ricarda Lang (Mitte) im November 2021.  © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im November 2020 beim digitalen Bundesparteitag.
Ricarda Lang, stellvertretende Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, spricht im November 2020 beim digitalen Bundesparteitag. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Die stellvertretende Grünen-Bundesvorsitzende Ricarda Lang versteht sich blendend mit Timon Dzienus, dem Bundessprecher der Grünen Jugend. Hier bei der Delegiertenkonferenz der Grünen Jugend im Jahr 2021.
Bei der Europawahl 2019 scheiterte Ricarda Lang noch, doch bei der Wahl 2021 zog sie über die Landesliste in den Bundestag ein. Im Bild ist Lang im November 2021 mit Grüne-Jugend-Sprecher Timon Dzienus zu sehen.  © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Ricarda Lang von Bündnis 90/Die Grünen spricht bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag.
Ricarda Lang wird 2022 zur Grünen-Chefin gewählt. Hier spricht sie im Januar 2022 bei der Orientierungsdebatte zu einer SARS-CoV-2-Impfpflicht im Bundestag. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Treffen der Koalitionsspitzen
Die Ampel regiert. Hier zu sehen: Ricarda Lang, Lars Klingbeil und Omid Nouripour (l-r) während eines Koalitionsausschusses im September 2022.  © picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Verstehen sich blenden: Klimaaktivistin Luisa Neubauer (l.) und die damalige Grünen-Chefin Ricarda Lang beim Bundesparteitag im Oktober 2022.
Verstehen sich blendend: Klimaaktivistin Luisa Neubauer (l.) und die damalige Grünen-Chefin Ricarda Lang beim Bundesparteitag im Oktober 2022. © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Beim Bundesparteitag der Grünen ging es im Oktober 2023 darum, wie die Klimakrise zu meistern ist. Im Bild: Ricarda Lang (l.) mit Cem Özdemir.
Beim Bundesparteitag der Grünen ging es im Oktober 2022 darum, wie die Klimakrise zu meistern ist. Im Bild: Ricarda Lang (l.) mit Cem Özdemir.  © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Da war die Ampel-Regierung noch frohen Mutes: Die Grünen-Spitze um Omid Nouripour (l-r) und Ricarda Lang sowie Christian Lindner (FDP) und die SPD-Politiker Saskia Esken sowie Lars Klingbeil.
Da war die Ampel-Regierung noch frohen Mutes: Die Grünen-Spitze um Omid Nouripour (l-r) und Ricarda Lang sowie Christian Lindner (FDP) und die SPD-Politiker Saskia Esken und Lars Klingbeil. © picture alliance/dpa | Christoph Soeder
Ricarda Lang setzt sich stets fürs Gute ein: Hier ist sie beim Geschlechter-Gipfel im Hotel Adlon für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen.
Ricarda Lang setzt sich stets fürs Gute ein: Hier ist sie beim Geschlechter-Gipfel im Hotel Adlon für mehr Gleichberechtigung zwischen Männern und Frauen zu sehen. © picture alliance/dpa | Annette Riedl
Omid Nouripour und Ricarda Lang (M.) werden im November 2023 an der Grünen-Spitze wiedergewählt.
Kurzes Bangen: Omid Nouripour und Ricarda Lang (M.) werden im November 2023 an der Grünen-Spitze wiedergewählt.  © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Ricarda Lang stimmt auf die Europawahl 2024 ein.
Ricarda Lang stimmte Ende 2023 auf die Europawahl 2024 ein.  © picture alliance/dpa | Kay Nietfeld
Im Dezember nach dem Angriff der Hamas auf Israel protestieren Demonstranten unter dem Motto „Deutschland steht auf - Nie wieder ist jetzt!“ gegen Antisemitismus. Unter den Protestierenden ist auch Ricarda Lang.
Im Dezember nach dem Angriff der Hamas auf Israel protestieren Demonstranten unter dem Motto „Deutschland steht auf – Nie wieder ist jetzt!“ gegen Antisemitismus. Unter den Protestierenden ist auch Ricarda Lang. © picture alliance/dpa | Carsten Koall
Ricarda Lang nimmt gemeinsam mit Janine Wissler (Die Linke) und den Mitarbeitern des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) an einer Demonstration vor dem Abgeordnetenhaus. Die Mitarbeiter des JKB streikten.
Ricarda Lang nimmt gemeinsam mit Janine Wissler (Die Linke) und den Mitarbeitern des Jüdischen Krankenhauses Berlin (JKB) an einer Demonstration vor dem Abgeordnetenhaus teil. Die Mitarbeiter des JKB streikten im Januar 2024. © picture alliance/dpa | Jörg Carstensen
Ricarda Lang nimmt an der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV) teil.
Ricarda Lang bei der Verleihung des „Ordens wider den tierischen Ernst“ des Aachener Karnevalsvereins (AKV).  © picture alliance/dpa | Thomas Banneyer
Nochmal Wahlergebnisse und Ampel „schöntrinken“: Ricarda Lang stürzt auf einer Party nach der Wahl in Sachsen ein Bier runter, allerdings ein alkoholfreies.
Nochmal Wahlergebnisse und Ampel „schöntrinken“: Ricarda Lang stürzt auf einer Party nach der Wahl in Sachsen ein Bier runter, allerdings ein alkoholfreies.  © picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt
Die Ampel ist im November 2024 am Ende und Ricarda Lang gibt zumindest die Parteispitze bei den Grünen frei.
Die Ampel ist im November 2024 am Ende und Ricarda Lang gibt die Parteispitze bei den Grünen frei. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Bei ihrer Verabschiedung als Grünen-Chefin kommen Ricarda Lang die Tränen.
Bei ihrer Verabschiedung als Grünen-Chefin kommen Ricarda Lang die Tränen.  © picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Neben Ricarda Lang zieht sich auch Omid Nouripour von der Grünen-Spitze zurück.
Neben Ricarda Lang zieht sich auch Omid Nouripour von der Grünen-Spitze zurück. © picture alliance/dpa | Michael Kappeler
Franziska Brantner (l.) folgt auf Ricarda Lang an der Grünen-Spitze.
Franziska Brantner (l.) folgt auf Ricarda Lang an der Grünen-Spitze.  © picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod
Seit ihrem Rückzug von der Grünen-Spitze wirkt Ricarda Lang wie befreit und wie noch lange nicht am Ende.
Seit ihrem Rückzug wirkt Ricarda Lang wie befreit und ist noch lange nicht am Ende. © picture alliance/dpa | Bernd Weißbrod

Worum geht es bei dem Streit? Die Koalition aus SPD und Union hatte nach der Wahl mehrmals erklärt, die Stromsteuer „für alle“ auf das EU-Mindestmaß zu senken. Jetzt machte die Regierung in letzter Minute einen Rückzieher: Sie entlastet nur noch Industrie und Landwirtschaft. Alle anderen werden stattdessen beim Gaspreis entlastet, indem die Gasspeicherumlage wegfällt. Doch während jedermann Strom verbraucht, nutzen nicht alle Haushalte und Betriebe Gas.

„Schlecht“: Stromsteuer-Pläne von Merz und Klingbeil sind laut Grünen „verfehlt“

Die Grünen sehen darin eine verfehlte Politik. Brantner kritisierte am Dienstag nach einer Grünen-Vorstandssitzung, dass die Gasumlage aus dem Klima- und Transformationsfonds kommen soll. Das sei irre und falsch. Die Grünen-Chefin schimpfte: „Es ist schlecht für die Wirtschaft, es ist schlecht für Innovationen in unserem Land und es ist schlecht für Bürgerinnen und Bürger.“

Grünen-Chefin Franziska Brantner wirft Kanzler Friedrich Merz Wortbruch bei der Stromsteuer vor.

Koalition schwenkt bei Stromsteuer um: Grüne beklagen Verspielen von Vertrauen

Auf der Homepage der Grünen geht die Kritik an Merz und Klingbeil weiter: Der Kurswechsel bei der Stromsteuer beschädige das Vertrauen in die Politik. Eine vierköpfige Familie hätte mit einer Senkung der Steuer rund 100 Euro im Jahr sparen können, rechnen die Grünen vor, genauso wie das Handwerk und kleine Betriebe. Dass die Parteichefs Merz und Klingbeil mit ihrem Stromsteuer-Schwenk das Vertrauen der Bürger verspielten, hatte zuvor auch die Wirtschaftsweise Veronika Grimm moniert.

Stromsteuer am Mittwoch Thema im Koalitionsausschuss – Merz zeigt sich offen

Beim Koalitionsausschuss am Mittwoch wollen die wichtigsten Köpfe der Regierung noch einmal zur Stromsteuer beraten. Merz zeigte sich davor grundsätzlich offen für eine Ausweitung der Stromsteuersenkung auf alle Verbraucher. Voraussetzung sei jedoch eine gesicherte Gegenfinanzierung. „Alles, was unsere Haushaltsmittel möglich machen, ist denkbar, aber wir müssen eben auch den Haushalt ausgleichen“, erklärte der CDU-Chef am Dienstag vor der Presse in Berlin.

Merz verwies auf bereits beschlossene Entlastungen für private Haushalte und zahlreiche Unternehmen. Ob weitere Entlastungen möglich seien, werde im Koalitionsausschuss am Mittwoch besprochen, versprach der Kanzler. Auch in den parlamentarischen Beratungen stehe das Thema noch zur Diskussion.

Im Koalitionsausschuss am Mittwoch (2. Juli) beraten die Spitzen von CDU, CSU und SPD neben der Stromsteuer auch über die Mütterrente, Einsparungen beim Bürgergeld sowie den Mindestlohn. (smu/dpa)

Rubriklistenbild: © Katharina Kausche/dpa/Imago (Montage)

Kommentare