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Ergebnis des Koalitionsausschusses

Mütterrente: Söder erreicht Durchbruch und wendet Blamage ab

Für CSU-Chef Söder stand bei der Mütterrente sein Ruf auf dem Spiel. Gestern im Koalitionsausschuss einigte sich die Merz-Regierung auf einen Start-Termin.

Update vom 3. Juli, 9.07 Uhr: CSU-Chef Markus Söder konnte sich gestern im Koalitionsausschuss teilweise durchsetzen: Die Ausweitung der Mütterrente – eines der Versprechen des CSU-Chefs im Wahlkampf – soll nun Anfang 2027 statt 2028 kommen. Im Sofortprogramm der Bundesregierung war ursprünglich von einem Start ab 2026 die Rede gewesen.

Falls die Deutsche Rentenversicherung diesen Termin wegen „technischer Hürden“, die sie anführt, nicht schafft, soll die Mütterrente rückwirkend ab 2027 ausgezahlt werden. So heißt es in einem Beschlusspapier, das nach dem fünf Stunden langen Treffen im Kanzleramt veröffentlicht wurde.

Die Ausweitung der Mütterrente betrifft Mütter von Kindern, die vor 1992 geboren sind. Auch sie bekommen bei der Rentenberechnung fortan die Erziehungsleistung von drei Jahren anerkannt.

Markus Söder (CSU) war am 2. Juli beim Koalitionsausschuss im Kanzleramt, wo es auch um die Mütterrente ging.

Mütterrente: Deutsche Rentenversicherung schmettert Kritik von Söder ab – „verkennt Komplexität“

Update vom 2. Juli, 9.30 Uhr: CSU-Chef Markus Söder und andere CSU-Politiker wollen die Mütterrente nicht auf die lange Bank geschoben sehen: Sie fordern von der Deutschen Rentenversicherung, mehr Tempo zu machen, damit die Auszahlung der Mütterrente nicht erst im Jahr 2028 erfolgt. Die Deutsche Rentenversicherung wehrt sich jetzt dagegen: Die Kritik „verkennt die hohe Komplexität“, die sich aus der Umsetzung eines Gesetzes ergebe. Verbesserungen bei über zehn Millionen Renten müssten „eingepflegt und umgesetzt werden“. So steht es in einem Schreiben der Rentenversicherung an die Mitglieder des Koalitionsausschusses, das der Nachrichtenagentur AFP vorliegt.

Der Koalitionsausschuss der Merz-Regierung wird am heutigen Mittwoch ab 17 Uhr nochmals über die Mütterrente beraten. Auch Söder kommt dafür von Bayern nach Berlin ins Kanzleramt.

Mütterrente: Söder droht Blamage – Landfrauen beklagen „schlechten Scherz“ 

Erstmeldung: Berlin/München – Die Ausweitung der Mütterrente war ein zentrales Versprechen von CSU-Chef Markus Söder zur Bundestagswahl 2025. Und CDU-Kanzler Friedrich Merz spielte mit: Söders Mütterrente-Versprechen schaffe es ins „Sofortprogramm“ der Koalition mit der SPD – trotz Kritik, es sei ein Wahlgeschenk auf Kosten der Steuerzahler.

Doch vergangene Woche kam der Dämpfer für Söder: Arbeitsministerin und neue SPD-Co-Chefin Bärbel Bas schob die Mütterrente in ihrem Rentenpaket auf die lange Bank: Sie soll zwei Jahre später kommen soll als geplant, 2028 statt 2026. Begründung: die Rentenversicherung brauche für die technische Umsetzung zwei Jahre. Um herauszufinden, wer mehr Rente bekommt, müsse ein Datenbank-Wust mit 26 Millionen Renten durchforstet werden.

Was ist die Mütterrente?

Mit dem Begriff „Mütterrente“ ist laut Deutscher Rentenversicherung eine umfangreichere Anerkennung von Erziehungszeiten für Kinder gemeint, die vor 1992 geboren wurden. Laut dem zwischen CDU, CSU und SPD vereinbarten Koalitionsvertrag ist vorgesehen, dass Erziehende dieser Kinder für ein zusätzliches halbes Jahr bei der Rente angerechnet bekommen. Damit würde eine Gleichstellung zu den Kindern erfolgen, die ab 1992 geboren wurden.

Mütterrente erst 2028? Für Söder und CSU wäre es Blamage – Koalitionsausschuss berät

Für Söder würde die Verschiebung seines zentralen Wahlversprechens eine Blamage bedeuten. Und das will er offenbar nicht hinnehmen. Bevor Söder am Mittwoch für den Koalitionsausschuss ins Berliner Kanzleramt kommt, forderte er mehr Tempo bei der Mütterrente: „Es muss deutlich schneller gehen“, sagte der bayerische Ministerpräsident der Augsburger Allgemeinen.

Das ist Markus Söders Bayern-Kabinett: Vier Frauen und ein CSU-Schwabe

Vereidigung des bayerischen Kabinetts
Seit dem 31. Oktober 2023 regiert das Kabinett Söder III in Bayern – eine Koalition zwischen CSU und Freien Wählern. Markus Söder wurde am 31. Oktober 2023 erneut zum Ministerpräsidenten gewählt. Die Staatsministerinnen und Staatsminister wurden am 8. November 2023 ernannt und vereidigt. © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.
Markus Söder und seine Minister: Seit Herbst 2023 ist das Kabinett „Söder III“ in Amt und Würden.  © Karl-Josef Hildenbrand/dpa
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland.
Markus Söder ist Bayerns Ministerpräsident – und ein bekanntes Gesicht in ganz Deutschland. Spekulationen über Kanzler-Ambitionen wollten lange nicht abebben. Doch weiter ist „Platz in Bayern“. Zusammen mit seinem Kabinett. © Dwi Anoraganingrum/Imago
Politischer Aschermittwoch - Bayern CSU
Auch bei der kommenden Bundestagswahl rechnet sich Söder keinerlei Chancen mehr auf das Kanzleramt aus. „Null. Der Friedrich Merz macht das jetzt acht Jahre“, sagte der bayerische Ministerpräsident im Juni 2025 dem Nachrichtenmagazin Spiegel auf die Frage, wie groß er seine Chancen sehe, doch noch selbst Kanzler zu werden.  © Peter Kneffel/dpa
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler
Hubert Aiwanger ist als Chef der Freien Wähler gewissermaßen Söders Gegenspieler in der „Bayern-Koalition“ – und angesichts streitbarer Äußerungen und der „Flugblatt-Affäre“ eine durchaus polarisierende Figur. Wirtschaftsminister und Vize-Ministerpräsident ist Aiwanger schon seit 2018. Im Kabinett Söder III erhielt er neue Kompetenzen in Sachen Jagd und Staatsforsten. © Peter Kneffel/dpa
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf.
Söders zweite Stellvertreterin ist Ulrike Scharf. Mit dieser (Bonus-)Postenvergabe an die Sozialministerin überraschte Söder einige Beobachter. Auch, weil er Scharf bei seiner Amtsübernahme von Horst Seehofer 2018 direkt aus ihrem Amt als Umweltministerin geworfen hatte. Die Oberbayerin profilierte sich nach der Ernennung zur Söder-Vize umgehend – mit einer deutlichen Warnung vor Antisemitismus und Gefahren für die Demokratie. © Frank Hoermann/Imago
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktische die „rechte Hand“ Söders.
Florian Herrmann ist als Leiter der Bayerischen Staatskanzlei ein wichtiger Zuarbeiter und praktisch die „rechte Hand“ Söders. Die Zusammenarbeit scheint zu klappen: Herrmann hat den Posten schon seit 2018 inne. Wie Scharf hat Herrmann seine politische Heimat nordöstlich von München, im Bezirk Oberbayern. © Imago
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag.
Seit 2013 sitzt Eric Beißwenger im Landtag. Seine Ernennung war die vielleicht größte Überraschung Söders auf CSU-Seiten. Mit Umwelt und Tourismus hatte sich der Biobauer Beißwenger in seinen ersten zwei Legislaturen beschäftigt. Nun kümmert er sich um Europa, wobei Beißwenger zufolge auch dort Umwelt und Landwirtschaft wichtig sind. Wohnhaft im Allgäu, vertritt Beißweniger die Schwaben-CSU – und stammt dabei eigentlich aus Mannheim. © Bernd Feil/Imago
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann.
Ein weiterer altgedienter Kempe in Bayerns Kabinetten ist Joachim Herrmann. Schon seit 2007 – unter Günther Beckstein – ist der Mittelfranke Innenminister. Herrmann gilt als gewichtige Stimme in der CSU; Landtagsfraktionschef war er schon; und bereits 1998 als Staatssekretär erstmals Mitglied der Staatsregierung, 2008 galt er als Kandidat für das Amt als Bayerns Regierungschef. Den Posten als Vize-Ministerpräsident verlor er 2023 aber an Ulrike Scharf. © Peter Kneffel/dpa
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter
Ein eher neues Gesicht in Bayerns Kabinett ist Christian Bernreiter – lange Jahre war er als Landrat tätig. Anfang 2022 berief Söder den Niederbayern bei einer Kabinettsumbildung zum Minister für Verkehr und Bau. Seither hat er weiteren Einfluss in der CSU gewonnen: Seit 2023 führt Bernreiter den Bezirksverband Niederbayern. Er folgte auf Andreas Scheuer. © Sven Hoppe/dpa
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung
Seit 2013 ist Georg Eisenreich Mitglied der Bayerischen Staatsregierung: zuerst als Horst Seehofers Staatssekretär für Bildung, Kultus, Wissenschaft und Kunst; ab 2018 dann kurz als Europa-Staatsminister und in den Kabinetten Söder II und III als Justizminister. Inhaltlich passt das gut: Eisenreich ist Jurist. Er sitzt auch dem CSU-Bezirksverband München vor. © Monika Skolimowska/dpa
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz (Freie Wähler)
Eine Beförderung gab es für Anna Stolz: Seit 2018 war die Unterfränkin Staatssekretärin für Bildung und Kultus – nun führt sie das Ministerium. Ungewöhnlich: Stolz ist bei den Freien Wählern eher Seiteneinsteigerin. Bis 2018 war sie parteilose Bürgermeisterin der Kleinstadt Arnstein im Kreis Main-Spessart. Erst 2018 trat sie der Partei bei und schaffte es direkt in Landtag und Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu
Von der Abteilung Attacke in die Abteilung Hochkultur – Markus Söder traut seinem Namensvetter Markus Blume offenbar einiges zu. Der Münchner Blume war von 2018 bis 2022 CSU-Generalsekretär und damit für die härteren Töne zuständig. Seit 2022 amtiert er als Staatsminister für Wissenschaft und Kunst. Der neue Posten könnte Blume fast besser stehen. In seiner Jugend war er als Eistänzer erfolgreich. Studiert hat Blume auch: Politikwissenschaft. © Rolf Poss/Imago
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders.
Albert Füracker gilt als Vertrauter Markus Söders. Womöglich auch deshalb folgte er Söder in dessen letztem Posten vor dem Sprung ins Ministerpräsidentenamt nach: Seit 2018 ist Füracker Bayerns Finanzminister. Schon zuvor war er dort Söders Staatssekretär. Als Bezirkschef der Oberpfalz-CSU ist Füracker auch wichtig für den Regionalproporz im Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister
Schon zum zweiten Mal amtiert Thorsten Glauber für die Freien Wähler als Umweltminister – und ist damit einer der bekanntesten Vertreter seiner Partei. Anders als Stolz ist Glauber schon lange „Freier Wähler“ – 1993 trat der Mittelfranke in die Partei ein; seit 2008 sitzt er im Landtag. Als Zuständiger für den Umweltschutz muss Glauber dem Ministerpräsidenten immer wieder mal Paroli bieten. Keine leichte Aufgabe. © Peter Kneffel/dpa
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU.
Michaela Kaniber gehört mittlerweile zu den bekanntesten Gesichtern in der CSU. Schon seit Söders Amtsübernahme im Frühjahr 2018 hat die Oberbayerin das in Bayern wichtige Landwirtschaftsministerium inne; 2023 folgte die Zuständigkeit für Tourismus als Dreingabe. Ins Fach Landwirtschaft musste sich Kaniber aber erst einarbeiten. Die Tochter aus Kroatien zugewanderter Eltern und dreifache Mutter kam nach eigenen Angaben eigentlich „durch den Streit um die richtige Kinderbetreuung“ zur Politik. © Armin Weigel/dpa
Im Kabinett Söder III ist Judith Gerlach Gesundheitsministerin.
Judith Gerlach musste ihren Posten als Digitalministerin räumen, schaffte aber direkt einen Aufstieg: Im Kabinett Söder III ist sie Gesundheitsministerin. Gerlach, 1985 geboren, ist das zweitjüngste Kabinettsmitglied – aber auch familiär vorgeprägt: Schon Großvater Paul Gerlach saß für die CSU im Bundestag. Die Juristin lebt bei Aschaffenburg und vertritt damit Unterfranken in Söders Kabinett. © Frank Hoermann/Imago
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring.
Der Jüngste in Söders Ministerriege ist Fabian Mehring. Erst 2018 zog der Freie Wähler erstmals in den Landtag ein, bekam aber direkt einiges an Verantwortung ab: Er amtierte als Parlamentarischer Geschäftsführer seiner Fraktion; dabei könnte sein Abschluss als Doktor der Politikwissenschaft geholfen haben. Mit gerade mal 34 Jahren wurde Mehring Chef eines Ministeriums – wenn auch eines recht kleinen. © FrankHoermann/Imago
Sandro Kirchner. Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium.
Bis zu 17 Staatsminister und Staatssekretäre gehören laut Bayerischer Verfassung der Staatsregierung an. Heißt: Drei Staatssekretäre sind mit dabei. Einer von ihnen ist seit Anfang 2022 Sandro Kirchner (CSU). Der Unterfranke unterstützt Joachim Herrmann im Innenministerium. © Rolf Poss/Imago
Neu in Söders Kabinett ist CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken.
Neu in Söders Kabinett ist hingegen CSU-Staatssekretär Martin Schöffel aus Oberfranken. Er ist für Finanzen und Heimat mitzuständig. Schöffel arbeitete zuvor vor allem zum Thema Agrar – und gilt als guter Bierzeltredner. © Frank Hoermann/Imago
Tobias Gotthardt unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger.
Ebenfalls neu dabei ist Tobias Gotthardt. Der Freie Wähler unterstützt als Staatssekretär seinen Parteichef Hubert Aiwanger im Wirtschaftsministerium. Im neuen Kabinett musste Aiwanger auf einen anderen Staatssekretärsposten verzichten – mit der Beförderung von Stolz zur Kultusministerin bleibt ihr altes Amt vakant. © Rolf Poss/Imago
Bayerische Kabinettssitzung
Markus Söder (Mitte links) eröffnete im Januar 2024 die erste Kabinettssitzung im neuen Jahr. Seit 2018 ist die CSU auf einen Koalitionspartner angewiesen – einst die FDP, jetzt sind es die Freien Wähler. © Peter Kneffel/dpa
Auftakt Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts
Ende Januar 2024 eröffnete Söder (hinten, 2.v.l.) die Haushaltsklausur des bayerischen Kabinetts. Das Kabinett befasste sich im Schwerpunkt mit dem Doppelhaushalt 2024/2025. © Uwe Lein/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Söder (erste Reihe rechts) und die bayerischen Kabinettsmitglieder kamen im Juli 2024 am Donauufer zur letzten Sitzung vor der Sommerpause zusammen. © Peter Kneffel/dpa
Kabinettssitzung insbesondere zu Umweltthemen
Die Kabinettssitzung fand damals im Kloster Weltenburg statt. © Peter Kneffel/dpa

Würde die Mütterrente tatsächlich erst 2028 umgesetzt, stünden Söder und die ganze CSU ziemlich vorgeführt da, kommentiert die Augsburger Allgemeine: Der CSU drohe der Verlust von Glaubwürdigkeit, drängte sie doch im Wahlkampf so vehement für die schnelle Erhöhung.

Das Argument der SPD-Ministerin Bas, die Umsetzung der höheren Mütterrente dauere eben, lässt Söder deshalb auch nicht gelten: Die Menschen hätten zu Recht „kein Verständnis dafür, weshalb eine zweijährige Verzögerung nötig sein soll – gerade in Zeiten der Digitalisierung, Entbürokratisierung und Beschleunigung“.

Auch Klaus Holetschek, Chef der CSU-Landtagsfraktion in München, sagte der dpa, Bärbel Bas müsse dem Verwaltungsapparat bei der Ausweitung der Mütterrente eben Beine machen. „Verzögerungstaktiken auf dem Rücken von Millionen Frauen in unserem Land werden wir nicht dulden“, kündigte er forsch an.

Mütterrente „überfällig“ - Landfrauen fordern von Koalition mehr Gerechtigkeit bei der Rente

Die Landfrauen des Bayerischen Bauernverbands sehen die versprochene Ausweitung der Mütterrente als „überfälligen Schritt“ zu mehr Rentengerechtigkeit – nicht nur für Bäuerinnen, sondern für alle Frauen in Deutschland. Landesbäuerin Christine Singer sagte gegenüber Merkur.de, Kindererziehungszeiten müssten unabhängig von Geburtsjahr und Anzahl der Kinder angerechnet werden. „Alles andere ist willkürlich und ungerecht“.

Die Landwirtin und Politikerin der Freien Wähler nennt sich selbst als Beispiel „Ich habe ein Kind vor und eines nach 1992 geboren – und ich kann Ihnen versichern: Beide großzuziehen war gleichviel Arbeit. Der Unterschied in der Rentenberechnung wirkt da fast ein bisschen wie ein schlechter Scherz.“

Christine Singer, Landesbäuerin der Landfrauengruppe des Bayerischen Bauernverbands, setzt sich für die Mütterrente ein.

Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht das jedoch anders, wie er der Nachrichtenagentur dpa sagte: „Mütter, deren Kinder vor 1992 geboren sind, werden künftig gegenüber allen anderen Müttern bevorzugt, weil sie neben der vollen Mütterrente auch noch von anderen Rentenvorteilen profitieren, die inzwischen längst abgeschafft sind.“

Mütterrente erst 2028? CSU beklagt „bedenkenträgerische Debatte“ vor Koalitionsausschuss

Alexander Hoffmann, der CSU-Landesgruppenchef im Bundestag, lässt dies im Interview mit der Rheinischen Post nicht gelten: „Ich erlebe beim Thema Mütterrente eine unglaublich bedenkenträgerische Debatte um die Umsetzung“, monierte er. Beim Thema Bürgergeld werde diese Debatte nicht geführt, dabei koste die Mütterrente fünf Milliarden Euro im Jahr, „beim Bürgergeld sind wir inzwischen bei 50 Milliarden Euro angelangt“.

Wer sitzt im Koalitionsausschuss am Mittwoch, 2. Juli?
für die CDUFriedrich Merz, Carsten Linnemann, Jens Spahn, Thorsten Frei
für die CSUMarkus Söder, Alexander Dobrindt, Alexander Hoffmann
für die SPDLars Klingbeil, Bärbel Bas, Matthias Miersch, Björn Böhning

SPD-Haushaltspolitiker Thorsten Rudolph wiederum fordert, die Union solle auf „extrem teure Wahlversprechen“ wie die Mütterrente verzichten. Im Koalitionsausschuss am Mittwoch (2. Juli) werden die Parteispitzen von Union und SPD hinter verschlossenen Türen über das strittige Thema beraten. Neben Streitpunkten wie der Stromsteuer und der Mütterrente soll es auch um die Reform des Bürgergelds und den Mindestlohn gehen. (smu)

Rubriklistenbild: © Sven Simon/Imago

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