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Millionen Haushalte sind betroffen

Stromsteuer: Experte beklagt gebrochenes Wahlversprechen

Keine Stromsteuer-Entlastung für deutsche Verbraucher: Die schwarz-rote Koalition zögert. Friedrich Merz und Lars Klingbeil werden scharf kritisiert.

Berlin - Dieses Thema dürfte vielen Berichten nach zur ersten internen Bewährungsprobe für die schwarz-rote Koalition aus CDU, CSU und SPD unter Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) werden. Es geht um die Stromsteuer in Deutschland.

Union und Sozialdemokraten hatten zu Beginn ihres Regierungsbündnisses nicht unerhebliche Entlastungen für Verbraucher und die Wirtschaft in Aussicht gestellt: für private Haushalte, für die durch gestiegene Kosten schwer herausgeforderte Gastronomie und für das produzierende Gewerbe.

Stromsteuer in Deutschland: Senkung für Bürger kommt unter Merz-Regierung vorerst nicht

Doch: Im Haushaltsentwurf von Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) reicht das Geld nicht, um wie nach der Bundestagswahl vorgesehen die Stromsteuer für alle zu senken, trotz Infrastruktur-Sondervermögen und eines Sondervermögens für Verteidigung.

Mit der Entscheidung des Koalitionsausschusses, die Stromsteuer nicht für alle als entlastende Maßnahme zu senken, bricht die Regierungskoalition ihr Versprechen.

ZDH-Präsident Jörg Dittrich

Vor dem Koalitionsausschuss am Mittwoch (2. Juli) gab es noch Hoffnung, dass Union und SPD die versprochenene Stromsteuer-Senkung für alle doch noch beschließen. Doch der Strom-Rabatt für alle in Deutschland bleibt gestrichen. Beim Strom entlastet werden zunächst nur die Industrie und Landwirtschaft. Die Senkung der Stromsteuer für die Bürger soll aber kommen, wenn die deutsche Wirtschaft wieder in Schwung kommt, wie CDU-Vertreter beschwichtigen. Unionsfraktionschef Jens Spahn (CDU) betonte auch die vereinbarte Senkung der Netzentgelte.

CDU/CSU und SPD mit Kehrtwerte bei Stromsteuer: Kritik an Merz und Klingbeil

Die Kritik an dieser Entscheidung fällt dennoch heftig aus. „Mit der Entscheidung des Koalitionsausschusses, die Stromsteuer nicht für alle als entlastende Maßnahme zu senken, bricht die Regierungskoalition ihr Versprechen“, erklärte der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks (ZDH), Jörg Dittrich, laut Welt.

Die Vorsitzende des Sozialverbands Deutschland (SoVD), Michaela Engelmeier, sprach nach dem Spitzentreffen im Kanzleramt von einem „fatalen Signal“ bei der Stromnsteuer. Gerade in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten bräuchten Verbraucher „spürbare Entlastungen“, sagte Engelmeier der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

In Union droht weiter Streit wegen der Stromsteuer – Linnemann und Wüst mit Kritik

Während sich der innerhalb der SPD angeschlagene Klingbeil als Finanzminister auf Sparmaßnahmen berufen kann, droht unionsintern Zoff. Denn: CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann und die beiden Ministerpräsidenten Hendrik Wüst (CDU, NRW) und Markus Söder (CSU, Bayern) hatten im Vorfeld entschieden für eine Senkung der Stromsteuer auch für Privatleute geworben. Wohl auch, um nach der Bildung der neuen Bundesregierung nicht direkt wieder Vertrauen bei den Wählerinnen und Wählern zu verspielen. Laut Koalitionsvertrag sind eigentlich „Entlastungen um mindestens fünf Cent pro kWh (Kilowattstunde)“ vorgesehen.

Wegen der Stromsteuer in der Kritik: Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (li., SPD) und Kanzler Friedrich Merz (CDU).

Merz-Regierung senkt Stromsteuer nicht – Mütterrente in Deutschland soll früher kommen

Die „Tagesschau“ der ARD sieht in einer Analyse CSU-Chef Söder als Punktsieger in dem Hin und Her. Schließlich soll die vom bayerischen Ministerpräsidenten geforderte Mütterrente in Deutschland jetzt früher kommen – und zwar Anfang 2027 und nicht wie in Arbeitsministerin Bas‘ Rentenpaket vorgesehen erst 2028. Offenbar wogen die Koalitionäre in Berlin beide Posten gegeneinander ab.

Jens Spahn erklärte am Donnerstag (3. Juli) im „Morgenmagazin“ der ARD zur Stromsteuer: „Wir haben miteinander vereinbart, sobald der finanzielle Spielraum da ist, Wachstum da ist oder wir auch andere Maßnahmen zum Sparen finden, gehen wir den zweiten Schritt.“

Klingbeils Haushalt für 2025: CDU/CSU und SPD sparen auch bei der Bildung

Nicht nur die Stromsteuer-Pläne von Schwarz-Rot sorgen indes für Unmut. So hatte die Sprecherin der Bundesschülerkonferenz jüngst auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media „gravierende Missstände“ in der Ausstattung deutscher Schulen angeprangert und auf Basis des schwarz-roten Haushaltentwurfes viel höhere Investitionen in den Bildungsbereich gefordert.

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Tilda Skerra erklärte: „Wir fordern, dass mindestens zehn Prozent des geplanten Infrastruktur-Sondervermögens, also rund 50 Milliarden Euro, zweckgebunden in die Sanierung und Modernisierung von Schulen investiert werden.“ Und zwar zusätzlich zum Bundeshaushalt, in dem für 2025 für Bildung und Forschung rund 22,31 Milliarden Euro vorgesehen sind. Aus dem Sondervermögen gibt es stattdessen zusätzlich nur 6,5 Milliarden Euro - bis 2029. (pm)

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