Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
IPPEN.MEDIA exklusiv
Deutsche Schulen: Schüler-Vertreter offenbaren „gravierende Missstände“
Eine Sprecherin der Bundesschülerkonferenz beschreibt bei Ippen.Media, woran es in Deutschlands Schulen fehlt - samt Forderungen an Kanzler Friedrich Merz.
Schulen in Deutschland: Thema Bildung ging im Bundestagswahlkampf unter
Bis zu 95 Milliarden Euro sollen in die deutschen Streitkräfte fließen. Die Verteidigungspolitik war schließlich auch ein zentrales Thema im Wahlkampf zur Bundestagswahl 2025. Ganz im Gegensatz zur Bildung allgemein und zu Schulen im Speziellen. Dabei wird seit Jahren über eklatante Versäumnisse in der Ausstattung deutscher Bildungseinrichtungen berichtet.
Zum Beispiel, was ausreichend und zeitgemäße digitale Geräte angeht. Im Umfeld von Bundeshaushalt und schwarz-roten Plänen für Deutschland hat die Sprecherin der Bundesschülerkonferenz auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von Ippen.Media jetzt „gravierende Missstände“ benannt. Sie stellt eindringliche Forderungen an die Koalition von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD).
Bildung in Deutschland: Expertin berichtet von Missständen an deutschen Schulen
„Die Missstände an deutschen Schulen sind vielerorts gravierend und sie ziehen sich durch nahezu alle Bereiche: Vom akuten Lehrkräftemangel, über unzureichende digitale Infrastruktur bis hin zu baulichen Mängeln, die zum Teil gesundheitsgefährdend sind. Es ist keine Ausnahme, sondern bittere Realität, dass Schülerinnen und Schüler in Räumen mit Schimmelbefall, undichten Fenstern und defekten Böden unterrichtet werden“, erklärt Tilda Skerra: „Wenn überhaupt Lehrkräfte zur Verfügung stehen“. Digitale Endgeräte würden ebenso fehlen wie stabiles WLAN oder zeitgemäße Lernumgebungen, schildert sie.
Skerra ist Mitglied im Bundessekretariat der Bundesschülerkonferenz (BSK), die sich als Vertretung von Schülerinnen und Schülern der Bildungspolitik in Deutschland annimmt. Und zwar bei Themen von überregionaler Bedeutung. So soll Anliegen von Schülern und Schülerinnen bundesweit Gehör verschafft werden, während für das Thema Bildung im deutschen Föderalismus vorrangig die Bundesländer zuständig sind.
Es ist keine Ausnahme, sondern bittere Realität, dass Schüler*innen in Räumen mit Schimmelbefall, undichten Fenstern und defekten Böden unterrichtet werden.
Denn: Die Kulturhoheit der Länder im Bildungsbereich ist im Grundgesetz verankert. Der Bund nimmt durch Fördermittel und Subventionen, etwa bei Bauvorhaben, aber sehr wohl großen Einfluss auf die Bildungspolitik und kann die Länder, je nach Gewichtung des Themas, bei der Budgetierung erheblich entlasten - oder eben nicht.
Sondervermögen der schwarz-roten Koalition: Schüler-Vertreter fordern viel mehr Geld von Merz
Nach Ansicht von Skerra und ihrer Mitstreiter kommen aus Berlin zu wenige Signale und vor allem zu wenig Geld, um frühere Versäumnisse anzugehen und bestenfalls zu beheben. „Wir fordern, dass mindestens zehn Prozent des geplanten Infrastruktur-Sondervermögens, also rund 50 Milliarden Euro, zweckgebunden in die Sanierung und Modernisierung von Schulen investiert werden“, erklärt Skerra unserer Redaktion: „Darüber hinaus braucht es ein langfristig angelegtes Förderprogramm, das die bauliche, digitale und strukturelle Weiterentwicklung unserer Schulen strategisch begleitet.“
Ferner müsse der schon unter der früheren Ampel-Bundesregierung so bezeichnete „DigitalPakt deutlich aufgestockt und ausgebaut werden, um Bildung endlich nachhaltig im 21. Jahrhundert ankommen zu lassen“, meint die Expertin. Zu weiteren Forderungen der Bundesschülerkonferenz gehört die Finanzierung verpflichtender Fort- und Weiterbildungsangebote für Lehrkräfte, was etwa die Themen „mentale Gesundheit“ und „digitale Lehrformate“ betreffe. Und ein realistischer Betreuungsschlüssel, wie es die BSK-Sprecherin beschreibt: „Mindestens eine Schulsozialarbeiterin oder ein Schulsozialarbeiter auf 300 Schüler*innen und auf 150 Schüler*innen eine Schulpsychologin oder ein Schulpsychologe je Bundesland.“
Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“
Lars Klingbeil stellt Bundeshaushalt 2025 vor: Bildungsausgaben steigen leicht
Das alles gebe es bislang nicht. Die Investitionen in die Bildung, die Vize-Kanzler Klingbeil mit dem Bundeshaushalt 2025 vorstellte, dürften bei den Experten aus dem Bereich jedoch nur für überschaubare Begeisterung sorgen. Laut Website des Bundesfinanzministeriums entfallen von 488,60 Milliarden Euro aus dem Regierungsentwurf gerade mal 4,57 Prozent auf die Themen Bildung und Forschung - rund 22,31 Milliarden Euro.
Das ist ein leichter Anstieg. Zum Vergleich: Die gescheiterte Ampel-Bundesregierung hatte für 2024 noch 21,49 Milliarden Euro eingeplant. Laut Bundesfinanzministerium sollen aus dem Sondervermögen zudem insgesamt 6,5 Milliarden Euro in Investitionen in die Kindertagesbetreuung und in die digitale Bildung fließen. In einem Zeitraum bis 2029. Von den geforderten 50 Milliarden Euro der BSK ist das weit entfernt. (pm)