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Verteilung des Sondervermögens

Kritik an Merz-Regierung: Lediglich zwei Prozent für bezahlbaren Wohnraum

Trotz Milliarden aus dem Sondervermögen betrachtet der Mieterbund die Wohnungsbaupläne der Merz-Regierung kritisch. Es fehle an echten Anreizen.

Berlin – In Deutschland fehlt es nach wie vor an bezahlbarem Wohnraum. Um das Problem endlich erfolgreich anzugehen, hat die Merz-Regierung angekündigt, dass Mittel aus dem neu geschaffenen Sondervermögen Infrastruktur auch in den Wohnungsbau investiert werden sollen. Bei den Haushaltsberatungen des Bundestags hat Bauministerin Verena Hubertz (SPD) den Einsatz der Gelder für bezahlbares Wohnen hervorgehoben. In der laufenden Legislaturperiode soll ein zweistelliger Milliardenbetrag aus dem Sondervermögen in den Wohnungsbau fließen. Der Deutsche Mieterbund kritisierte die Maßnahme als unzureichend.

Regierungspläne für bezahlbaren Wohnraum: Neue Mittel aus dem Sondervermögen Infrastruktur

„Wir sind in dem neuen Sondervermögen mit elf Milliarden Euro über die nächsten Jahre beteiligt“, erklärte Hubertz am Dienstag. Laut Bundesfinanzministerium sind aus dem Sondervermögen im Jahr 2025 rund 327 Millionen Euro für Wohnungsbauprogramme vorgesehen. Insgesamt werden 11,25 Milliarden Euro für Förderungen im Baubereich zur Verfügung gestellt. Die SPD-Politikerin sprach von einem starken Signal und betonte: „Deutschland wird weitergebaut und wir sagen klar: Wir schaffen damit bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum.“

Minister unter Merz: Komplette Liste des Kabinetts – von Klingbeil bis zu „neuen Gesichtern“

17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands.
17 Ministerinnen und Minister, dazu ein Bundeskanzler namens Friedrich Merz: Sie bilden das Kabinett der Koalition aus CDU, CSU und SPD und damit die 25. Bundesregierung Deutschlands. © dpa
Fritze Merz Kabinett CDU CSU Minister
Der neue Kanzler (offiziell ab dem 6. Mai): Friedrich Merz hat sein Kabinett zusammengestellt. Der 69-Jährige hat vertraute und neue Gesichter auserkoren. In dieser Fotostrecke finden Sie alle von der CDU bestimmten Minister, auch die von der CSU und SPD sind hier zu finden.  © IMAGO/Uwe Koch
Thorsten Frei Kanzleramtsminister Merz Kabinett
Bundesminister für besondere Aufgaben und Chef des Bundeskanzleramtes: Thorsten Frei (51) ist einer der engsten Vertrauten von Friedrich Merz und in der CDU angesehen.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Johann Wadephul Außenminister Merz Kabinett
Bundesminister für Auswärtiges: Johann Wadephul (CDU) heißt der neue Außenminister.  © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Katherina Reiche Wirtschaftsministerin Merz Kabinett
Bundesministerin für Wirtschaft und Energie aus der CDU: Katherina Reiche ist 51 Jahre alt und wird die Nachfolge von Robert Habeck antreten. © IMAGO
Karin Prien Bildungsministerin FAmilie merz Kabinett
Bundesministerin für Bildung, Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Karin Prien von der CDU wird Bildungs- und Familienministerin, sie ist 59 Jahre alt. © IMAGO/Jens Schicke
Nina Warken Gesundheitsministerin Kabinett Merz
Bundesministerin für Gesundheit: CDU-Ministerin Nina Warken (45) soll die Nachfolge von Karl Lauterbach antreten.  © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Karsten Wildberger Digitalminister Merz Kabinett
Bundesminister für Digitales und Staatsmodernisierung: Karsten Wildberger ist die wohl größte Überraschung, der ehemalige MediaMarkt-Chef ist 56 Jahre alt.  © AnikkaxBauer
Wolfram Weimer Minister für Kultur
Kulturstaatsminister: Wolfram Weimer, der 60-Jährige pflegt gute Kontakte in einige Verlage.  © IMAGO/Thomas Bartilla
Schnieder Vekehrsminister CDU Kabinett Merz
Bundesminister für Verkehr: Patrick Schnieder von der CDU soll Verkehrsminister werden. © IMAGO
Dobrindt Innenminister CSU Kabinett Merz Liste
Bundesminister des Innern und für Heimat: Alexander Dobrindt. Der 54-jährige CSU-Mann ist schon zum zweiten Mal Minister. Unter Angela Merkel war er von 2013 bis 2017 Verkehrsminister © IMAGO/ESDES.Pictures, Bernd Elmenthaler
Alois Rainer LAndwirtschaft Merz Kabinett
Landwirtschaftsminister soll der CSU-Politiker Alois Rainer werden. Der 60-Jährige ist durchaus ein überraschender Name, den Söder hier aus den CSU-Kreisen ausgewählt hat.  © IMAGO/Christian Spicker
Bär Ministerin Söder Merz KAbinett
Ministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt: Dorothee Bär (47) übernimmt das neu zusammengestellte Ministeramt. Die CSU-Politikerin galt von vorneherein als Favoritin aus Bayern.  © IMAGO/Heiko Becker
Klingbeil Kabinett Vizekanzler Finanzminister
Lars Klingbeil wird Vizekanzler und Finanzminister. Der 47-Jährige spricht über die SPD-Minister mit den Worten: „Generationswechsel“ und „neue Gesichter und erfahrene Persönlichkeiten“. Nachfolgend sind alle SPD-Ministerinnen und SPD-Minister aufgelistet.  © IMAGO/FRANK TURETZEK
Boris Pistorius Verteidigunsminister SPD Merz Klingbgeil
Verteidigungsminister bleibt Boris Pistorius, 65 Jahre alt. Er ist eines der prominentesten SPD-Mitglieder des Kabinetts. © IMAGO/Noah Wedel
Der bisherige Verteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) gilt im Merz-Kabinett als gesetzt, wenn es mit schwarz-rot klappt. Er könnte allerdings das Ministerium wechseln und sogar Vizekanzler werden.
Pistorius ist der einzige Minister der einstigen Ampel-Koalition unter Olaf Scholz, der auch unter dessen Nachfolger Friedrich Merz einen Platz im Kabinett gefunden hat. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Bas Ministerin Arbeit Kabinett
Bärbel Bas, die 57-Jährige wird Bundesministerin für Arbeit und Soziales. Von 2021 bis 2025 war die SPD-Politikerin Präsidentin des Deutschen Bundestags.  © IMAGO
Hubig, Justiz 56 SPD MErz Kabinett
Dr. Stefanie Hubig ist 56 Jahre alt. Sie wird Bundesministerin der Justiz und für Verbraucherschutz. DIe SPD-Politikerin ist schon in Rheinland-Pfalz Ministerin für Bildung gewesen.  © IMAGO/Jürgen Heinrich
Reem Alabali-Radovan Bundesministerin für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung
Die jüngste Person aus der SPD-Riege. Reem Alabali-Radovan ist 35 Jahre alt und kümmert sich um „Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung“. © IMAGO/Jürgen Heinrich
Hubertz wohnen, Bauministerin SPD KAbinett Merz Klingbeiil
Auch nicht viel älter, auch von der SPD: Verena Hubertz, 37 Jahre, Bundesministerin für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen.  © IMAGO
Carsten Schneider SPD Umweltminister Merz Klingbeil Kabinett
Carsten Schneider von der SPD (49), nicht zu verwechseln mit Patrick Schnieder, wird Bundesminister für Umwelt, Klimaschutz, Naturschutz und nukleare Sicherheit. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD
Saskia Esken, ehemalige Parteivorsitzende der SPD, galt lange Zeit als aussichtsreiche Kandidatin für einen Kabinettsposten in der Regierung von Friedrich Merz. © Christophe Gateau/dpa
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 werden ihm Außenseiter-Chancen auf ein Amt unter Merz ausgerechnet.
Armin Laschet (CDU) wollte 2021 selbst Kanzler werden und scheiterte. Nach der Bundestagswahl 2025 galt er zumindest als Außenseiter-Kandidat für einen Posten im Kabinett von Friedrich Merz. Daraus wurde letztlich nichts. © IMAGO/dts Nachrichtenagentur
Kultursenator Joe Chialo
Kultursenator Joe Chialo war für die Berliner CDU bei den Koalitionsverhandlungen dabei (Archivbild). Fachleute spekulierten daraufhin Chialo könnte von Friedrich Merz als Kultusminister in sein Kabinett berufen werden. Doch der Posten ging letztlich an den Merz-Vertrauten Wolfram Weimer. © Jörg Carstensen/dpa
Jens Spahn als neuer und alter Minister? Dahinter steht ein Fragezeichen, auch wenn Spahn gewiss Ambitionen hat. Der frühere Gesundheitsminister stand wegen der Maskenaffäre in der Kritik. Andererseits verfügt er über große Regierungserfahrung, die Merz selbst bekanntermaßen fehlt.
Auch Jens Spahn hatte sich Hoffnungen auf einen Kabinettsposten unter Kanzler Friedrich Merz gemacht. Der ehemalige Gesundheitsminister ging in Sachen Kabinett zwar leer aus, kann sich aber dennoch über eine Beförderung im neuen Bundestag freuen: Spahn wird die CDU-Abgeordneten im Bundestag künftig als Fraktionsvorsitzender anführen. © IMAGO/Jens Schicke

Deutscher Mieterbund kritisiert Merz-Regierung: nur zwei Prozenz für bezahlbaren Wohnraum

Die positive Einschätzung der Bauministerin wird in der Branche jedoch nicht von allen geteilt. Der Deutsche Mieterbund kritisierte die angekündigten Mittel auf Anfrage der Frankfurter Rundschau von IPPEN.MEDIA als unzureichend. Der Verein bemängelte vor allem, dass nur etwa zwei Prozent des 500-Milliarden-Euro-Sondervermögens für den Wohnungsbau vorgesehen sind. Zum Vergleich: in die Deutsche Bahn fließe aus dem Sondervermögen fast das Zehnfache. „Der Deutsche Mieterbund fordert einen deutlich höheren Anteil aus dem Sondervermögen für den sozialen Wohnungsbau und den Bau bezahlbarer Mietwohnungen für Normalverdienende zur Verfügung zu stellen“, teilte der Verein unserer Redaktion mit.

„Bund und Länder müssen insgesamt 12,5 Milliarden Euro pro Jahr für den Wohnungsbau zur Verfügung stellen“, forderte der Deutsche Mieterbund von der Bundesregierung weiter. Auch die im Koalitionsvertrag vereinbarten Investitionszulagen zur Stärkung der neuen Wohngemeinnützigkeit müsse umgesetzt und finanziert werden. Ausdrücklich begrüßt der Verein dagegen, „die schrittweise Erhöhung des Etats für den sozialen Wohnungsbau aus dem Kernhaushalt“. Dieser soll von 3,5 Milliarden Euro in 2025 bis 2028 und 2029 auf jeweils 5,5 Milliarden Euro anwachsen.

Bauministerin Verena Hubertz (SPD) hat angekündigt, dass über elf Milliarden Euro aus dem Sondervermögen in bezahlbaren Wohnraum fließen sollen. Zu wenig, sagt der Deutsche Mieterbund.

Bauministerium unter Merz: Hubertz zeigt sich optimistisch und verteidigt Vorgängerin

Olaf Scholz führte nach der Bundestagswahl 2021 erstmals seit 1998 wieder ein eigenständiges Bundesbauministerium ein. Hubertz‘ Vorgängerin Klara Geywitz hatte danach das Gesamtziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr ausgegeben, jedoch in ihrer Amtszeit deutlich unterschritten. Mit Hubertz ging das Ressort im schwarz-roten Kabinett von Kanzler Friedrich Merz an ein vergleichsweise neues Gesicht der SPD. Hubertz wurde 2021 erstmals in den Bundestag gewählt und agierte in der vergangenen Legislaturperiode als stellvertretende Fraktionsvorsitzende.

Auf die Frage, warum der von ihrer Vorgängerin angekündigte Bau von 400.000 Wohnungen pro Jahr nicht realisiert wurde, verwies Hubertz Mitte Juni auf „Krieg, Krise und hohe Zinsen“. Hinter den Wolken würden aktuell aber „langsam erste Sonnenstrahlen hervorkommen“. Auf genaue Zahlen wolle die neue Bauministerin sich wegen der „dynamischen Zeit“ jedoch nicht festlegen.

Bau-Turbo der Merz-Regierung

Die Planungs- und Genehmigungsphase von Bauprojekten in Deutschland soll deutlich kürzer werden: Statt bis zu fünf Jahren für ein Bauplanverfahren sollen für Bauvorhaben künftig nur noch zwei Monate nötig sein. Laut dem Gesetzentwurf können Städte und Gemeinden künftig von den bisher geltenden Vorschriften des Planungsrechts abweichen – sie können zum Beispiel ganz auf einen Bebauungsplan verzichten. Voraussetzung ist laut Bundesbauministerium, dass die Abweichung mit den Interessen der Allgemeinheit vereinbar ist und dass entweder ein Wohngebäude errichtet wird oder ein Gebäude für neuen Wohnraum erweitert, geändert oder erneuert wird. Die Regelungen gelten demnach auch für soziale und kulturelle Einrichtungen wie Kitas oder Theater.

Quelle: AFP

Bauministerin will bezahlbaren Wohnraum schaffen – Mieterbund sieht kaum Anreize

Mit Blick auf den Einsatz von Geldern aus dem Sondervermögen für bezahlbaren Wohnraum sprach die SPD-Ministerin von einem „Versprechen an die Mitte unserer Gesellschaft“. „Und mir ist hierbei auch noch einmal wichtig zu sagen: Neuer Wohnraum, das ist nicht gleich Neubau“, sagte sie am Dienstag. Hubertz verwies auf die Möglichkeit von Umbauten oder Umnutzungen. „All das packen wir jetzt an, und vor allen Dingen sichern wir es finanziell ab.“

Ob Hubertz bei ihrem Vorhaben mehr Erfolg als ihre Vorgänger haben wird, dürfte sich in den kommenden Jahren zeigen. Mit Blick auf bezahlbaren Wohnraum forderte der Deutsche Mieterverband neben deutlich mehr Neubau von Sozialwohnungen auch die Notwendigkeit von 60.000 neuen, auch für Normalverdiener erschwinglichen Mietwohnungen pro Jahr, insbesondere in Großstädten und Ballungszentren. Der geplante Bau-Turbo liefert hierfür leider kaum Anreize, da weder Mietpreis- noch Baukostengrenzen vorgesehen sind, kritisiert der Verein. (fd mit Material von dpa)

Rubriklistenbild: © Montage: Oliver Berg/ Michael Kappeler/dpa

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