Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Naher Osten
Gaza steht vor gewaltiger Militäroperation der israelischen Armee
Israel plant, schon in wenigen Wochen 75 Prozent des Gazastreifens zu erobern. Beobachter werfen der israelischen Regierung Pläne zur ethnischen Säuberung vor.
Tel Aviv/Jerusalem - Erneut steht Israel wegen seines militärischen Vorgehens in der Kritik. Laut dem Nachrichtenportal Times of Israel unter Berufung auf das israelische Militär sehen die aktuellen Pläne der Regierung von Benjamin Netanjahu vor, 75 Prozent des Territoriums im Gazastreifen binnen weniger Wochen zu erobern. Derzeit würden 40 Prozent des Küstenstreifens unter israelischer Kontrolle stehe.
Erst kürzlich hatte Israel eine Großoffensive begonnen und inzwischen alle seine regulären Infanterie- und Panzerbrigaden in den Küstenstreifen verlegt, berichteten israelische Medien. Israel wolle die Terrormiliz Hamas besiegen und die verbliebenen Geiseln befreien.
Israel plant weitere Militäroperation gegen Hamas-Terroristen im Gazastreifen
Die humanitäre Lage im Gazastreifen droht damit, sich noch weiter zu verschlechtern. Die Armee werde bei ihrer Eroberung alles zerstören, was es als von der Hamas genutzte Infrastruktur betrachtet, zitierte das Wall Street Journal das Militär. Weite Gebiete der Enklave sind seit Ausbruch des Israel-Kriegs, der mit dem Terroranschlag der Hamas im Oktober 2023 begonnen hatte, bereits zerstört. Sollte Israel seine militärischen Operationen im Gazastreifen ausweiten, könnte sich die humanitäre Lage für rund zwei Millionen Menschen weiter verschlechtern.
Vor dem Gaza-Krieg: Die Geschichte des Israel-Palästina-Konflikts in Bildern
Angesichts internationalen Drucks hatte Israel nach fast drei Monaten jedoch wieder angefangen, Hilfslieferungen für die Menschen im Gazastreifen zuzulassen. Dabei soll es sich allerdings nur um einen Bruchteil der benötigten Menge gehandelt haben. Das Land steht daher international in der Kritik. Es verhalte sich völkerrechtswidrig, sagte der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet. „Lebensmittellieferungen, Hilfslieferungen, Medikamentenlieferungen für die Bevölkerung zurückzuhalten, das bekämpft nicht die Hamas“, sagte Laschet in der ZDF-Sendung „Berlin direkt“. Israel verstoße gegen internationale Regeln. Nach dem Völkerrecht sei auch in Kriegen die Bevölkerung zu schützen und mit Nahrungsmitteln zu versorgen. „Menschen aushungern zu lassen, ist völkerrechtswidrig“, so der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag.
Merz-Minister Wadephul fordert mehr Hilfen für Gazastreifen
Auch Johann Wadephul, Außenminister im Kabinett von Friedrich Merz, nannte die Situation in Gaza im ARD-„Bericht aus Berlin“ „unerträglich“. „Einerseits, wir stehen zum Staat Israel, wir sind für ihn verantwortlich und andererseits stehen wir natürlich zum Grundwert der Humanität und sehen das Leiden dieser Menschen“, sagte der CDU-Politiker. „Deswegen ist vollkommen klar, und das habe ich auch heute noch mal mit meinem israelischen Kollegen Saar besprochen: Es muss eine Lieferung, eine schnelle, eine wirkungsvolle Lieferung von Hilfsgütern geben.“
Laut Palästinenserhilfswerk der Vereinten Nationen (UNRWA) sind Bewohner des Gazastreifens nirgendwo mehr sicher. „In Gaza sind die Unterkünfte des UNRWA überfüllt mit Vertriebenen, die verzweifelt nach Sicherheit suchen – doch kein Ort ist sicher und kein Gebiet ist von Feindseligkeiten verschont geblieben. Viele Familien sind in verlassenen, unfertigen oder beschädigten Gebäuden untergebracht. Die sanitären Bedingungen sind katastrophal – teilweise müssen sich Hunderte Menschen eine einzige Toilette teilen. Andere, darunter Kinder und schwangere Frauen, schlafen im Freien. Die anhaltende Krise und die Angst vor weiteren Vertreibungen fügen denjenigen, die bereits mit minimaler Nahrungsversorgung auskommen müssen, unerträgliches Leid zu“, so die UNRWA auf X.
„Das Ausmaß des Leidens in #Gaza ist immens. Um den nötigsten Bedarf zu decken, ist dringend anhaltende und umfassende Hilfe erforderlich“, fast eine Sprecherin der UNRWA die Situation gegenüber dem US-Nachrichtensender CNN die Lage im Gazastreifen zusammen.
Oxfam fordert Stopp von Waffenlieferungen an Israel
Den Druck auf Israel zu erhöhen, die humanitäre Lage im Gazastreifen zu verbessern, fordert auch Oxfam. „Wir fordern Sie dringend auf, Waffenlizenzen und -exporte an die Regierung Israels sofort zu stoppen. Dies ist nur ein entscheidender Schritt auf dem Weg zu einem sofortigen und dauerhaften Waffenstillstand für alle Palästinenser und Israelis“, heißt es in einer Erklärung der britischen Hilfsorganisation.
Für die zwei Millionen Menschen in Gaza wird das Leben im Israel-Krieg zunehmend unmöglich gemacht. Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu scheint aber gewillt, an den Plänen zur Bekämpfung der Hamas in dem Küstengebiet festzuhalten. „Alle Gebiete des Gazastreifens werden unter israelischer Sicherheitskontrolle stehen. Wir setzen den Trump-Plan um – einen Plan, der so richtig und so revolutionär ist“. Die israelische Menschenrechtsorganisation B`Tslelem hat das Video auf X geteilt und kommentiert. „Der israelische Premierminister Netanjahu hat offen die ethnische Säuberung im Gazastreifen angekündigt“.
US-Präsident Donald Trump will die Menschen im Gazastreifen in andere Länder „umsiedeln“ und das Küstengebiet zu einer „Riviera des Nahen Ostens“ machen. Verschiedene Medien hatten zuletzt berichtet, dass rund eine Million Palästinenser in Libyen angesiedelt werden sollen. Washington führe dazu Gespräche mit den Machthabern in dem Land. Auch dafür hagelte es Kritik. Der Plan stelle eine ethnische Säuberung und damit ein Kriegsverbrechen dar. (erpe/dpa)