Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies.
Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu.
Weitere Informationen
Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.
Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für
. Danach können Sie gratis weiterlesen.
Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.
Schalte der Innenminister
Nach Angriff auf Politiker: Faeser und Innenminister wollen schärfere Strafen prüfen
Helfen mehr Polizeipräsenz und ein schärferes Strafrecht? Nach einem Treffen der Innenminister soll genau das geprüft werden.
Update vom 7. Mai, 20.17 Uhr: Die Innenminister von Bund und Ländern halten zum besseren Schutz von Politikern und Wahlkämpfern auch eine Verschärfung des Strafrechts für sinnvoll. Das sagte der Vorsitzende der Innenministerkonferenz, Michael Stübgen (CDU), am Dienstag nach einer Videokonferenz. Die Ressortchefs unterstützten zwei Bundesratsinitiativen aus Bayern und Sachsen, um unter anderem gegen Körperverletzung und Nötigung härter vorgehen zu können.
Update vom 7. Mai, 13.05 Uhr: Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) hält in Wahlkämpfen „mehr sichtbare Polizeipräsenz vor Ort“ für notwendig. „Dabei ist auch klar: Die Polizei kann nicht überall gleichzeitig sein“, sagte die SPD-Politikerin der Nachrichtenagentur dpa. Aber die Polizei könne Schutzkonzepte „anpassen“. Der Bund werde die Länder mit der Bundespolizei an anderen Stellen weiter „stark“ entlasten, kündigte sie an.
Erstmeldung: Potsdam/Dresden – Wie lassen sich politisch engagierte Menschen besser vor Gewalt schützen? Die einen fordern mehr Polizeipräsenz, auch ein schärferes Strafrecht ist im Gespräch. Jüngster Anlass der Debatte ist der Fall Matthias Ecke. Die Innenminister beraten an diesem Dienstag mit Bundesministerin Nancy Faeser in einer Video-Sondersitzung.
Die Behörden in Sachsen haben die Tatverdächtigen im Fall Ecke rasch ermittelt. Die Landesregierung wird nun auch politisch aktiv. Das Kabinett will am Morgen eine Bundesratsinitiative zur Strafverschärfung bei derartigen Angriffen beschließen, kündigte Landesinnenminister Armin Schuster (CDU) in den ARD-„Tagesthemen“ an. Schuster rief Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) diesbezüglich zur Mitwirkung auf.
Schärfere Strafen bei politischer Gewalt gefordert
Buschmann wiederum sagte dem Sender Phoenix: „Wir müssen jetzt diskutieren, ob es bessere Schutzkonzepte braucht, ob man mehr Präsenz von Polizei beispielsweise in Einkaufszonen hat, wo häufig die Infostände der Parteien stehen.“ Auch Politikerinnen von Union und Grünen forderten die Innenministerkonferenz (IMK) auf, für einen besseren Polizeischutz von Wahlkämpferinnen und Wahlkämpfern zu sorgen, so etwa die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic.
Verhalten hingegen zeigte SPD-Bundeschefin Saskia Esken. „Was Herr Schuster vorschlägt, ist eine Art Privilegierung von bestimmten Menschen“, sagte sie dem MDR. Ein Ausschluss von Teilen der Bevölkerung von diesem Schutz sei schwer vorstellbar.
Gewalt und Hetze in Politik und Gesellschaft: Reul zweifelt mehr Polizeipräsenz an
Vor überzogenen Erwartungen warnte der IMK-Vorsitzende Michael Stübgen. „Gewalt und Hetze in unserer Gesellschaft betreffen nicht nur die Innenpolitik. Verrohung und Enthemmung sind ein Problem für die gesamte Gesellschaft“, sagte der CDU-Politiker der Rheinischen Post. „Wer erwartet, dass die Polizei alle Probleme lösen kann, der verkennt die Herausforderungen, vor denen wir stehen.“
Noch deutlicher wurde NRW-Innenminister Herbert Reul. „Ist doch irre zu glauben, wir könnten alle Politiker einzeln beobachten“, sagte er dem WDR. „Allein von der Menge geht’s nicht“, so Reul. „Es sind doch Zehntausende.“ So viele Polizisten gebe es gar nicht, zumal die auch noch alles andere machen müssten. Man dürfe sich jetzt nicht verrückt machen lassen, meinte der CDU-Politiker, und sich „von ein paar Verrückten“ die Art, Demokratie zu organisieren, „kaputt“ machen lassen.
Zahlen zur Gewalt gegen Politiker – zwei Parteien im Fokus
Der Politiker Matthias Ecke war in Dresden von Teenagern niedergeschlagen und schwer verletzt worden. Er ist sächsischer SPD-Spitzenkandidat für die Europawahl. In den vergangenen Tagen gab es auch Angriffe auf Politiker der Grünen und der AfD. Zahlen belegen: 60 Prozent der Angriffe gehen gegen Mitglieder dieser zwei Parteien. Dazu gehören allerdings nicht nur körperliche Gewalt, sondern auch „Äußerungsdelikte“, wie die Androhung von Straftaten oder Beleidigungen. Dennoch: AfD-Vertreter wurden im vergangenen Jahr 86 Mal körperlich angegriffen, die Grünen 62 Mal.
Die AfD-Spitze im Wandel der Zeit: von Bernd Lucke bis Alice Weidel
Der Thüringer Verfassungsschutz-Chef Stephan Kramer erwartet jetzt mehr Gewalt gegen Politiker. Teile der Gesellschaft hätten sich zunehmend radikalisiert. „Wut und Hass sind alltäglich spürbar – selbst in ganz normalen bürgerlichen, also nicht extremistischen Gruppen. Wir werden deshalb und aufgrund der bevorstehenden Wahlen noch mit mehr solchen Exzessen zu rechnen haben“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). (frs mit dpa)