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Bundeswehr in Personalnot

Generalinspekteur sieht Erfolg der „Freiwilligen-Wehrpflicht“



Ein Panzerfahrer mit Tarnfarbe im Gesicht lächelt in die Kamera
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Mit Vergnügen zum Bund? Deutschland ist gespalten in der Meinung zur Wehrpflicht – etwas mehr als die Hälfte stimmt der Notwendigkeit zu. Die Experten sind sich aber einig: Ohne Pflicht wird die Bundeswehr keine Größe erreichen, die Wladimir Putins Bedrohung einhegen könnte.

Während Experten den Kopf schütteln, verbreitet der Generalinspekteur Optimismus: Er glaubt an die Attraktivität der Bundeswehr und Freiwilligkeit.

Berlin – „Wir müssen zum Motor der Abschreckung in Europa werden“, sagt Carsten Breuer. Der Generalinspekteur der Bundeswehr hat sich gegenüber dem Spiegel jetzt ganz klar geäußert. Aufgrund der Aggressivität in Wladimir Putins Rhetorik und der Gnadenlosigkeit seiner Invasionsarmee im Ukraine-Krieg könne Deutschland nicht umhin: „Bis zum Ende des Jahrzehnts brauchen wir 100.000 weitere Soldatinnen und Soldaten, und die müssen wir über einen Wehrdienst gewinnen.“

Der oberste Soldat der deutschen Streitkräfte gießt damit Öl ins Feuer einer hitzigen Debatte, deren Ende offen ist. Grundsätzlich müsste dazu nicht nur die Gesellschaft ihre Meinung zu einem militärischen Dienst neu justieren, sondern auch das Parlament als Abbild gesellschaftlicher Strömungen diesen Wertewandel abbilden. Das Grundgesetz sieht ein Wiederaufleben der Wehrpflicht in einem Verteidigungsfall vor. „Das Problem ist allerdings, dass eine Wehrpflicht, die man heute wieder einführen würde, aus sachlichen und politischen Gründen nicht einfach dem alten Modell – Einziehung aller volljährigen Männer – folgen könnte. Eine veränderte Form der Wehrpflicht wäre jedoch ohne Verfassungsänderung kaum denkbar“, sagt Se­bas­ti­an Graf von Kiel­man­segg von der Universität Kiel im Interview mit dem Magazin Heute im Recht.

Pistorius-Modell: SPD spricht von „realistischem Aufbau von grundlegenden Fähigkeiten“

Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) hatte die Idee, mittels eines Fragebogens die Heranwachsenden zu ihrer Wehrdienstbereitschaft zu befragen. Dieses Modell nach schwedischem Vorbild soll in diesem Jahr starten. Nach Änderungen im Wehrpflicht- und Soldatengesetz sollen die ersten neuen Rekruten ihren Dienst wohl im Herbst antreten, hat der Bundeswehr-Verband veröffentlicht. Demnach gehe der „bedarfsorientierten Musterung“ die „verpflichtende Erfassung“ voraus, schreibt der Verband unter Berufung auf das Bundesverteidigungsministerium. Also sei jeder Angeschriebene zum Ausfüllen des Fragebogens verpflichtet und könne freiwillig seine Bereitschaft zur Musterung bekunden. Der anschließende Wehrdienst würde sechs Monate umfassen und könnte auf freiwilligen Wunsch verlängert werden.

„Wir haben in Deutschland insgesamt eine Mehrheit, 58 Prozent, die für eine Einführung der Wehrpflicht ist. Wollen wir jetzt warten, bis wir 95 Prozent haben?“

Sönke Neitzel, Table.Media

Falko Droßmann verspricht sich davon einen „realistischen Aufbau von grundlegenden Fähigkeiten“ der deutschen Streitkräfte, wie der verteidigungspolitische Sprecher der SPD-Fraktion Anfang des Jahres gegenüber dem Reservistenmagazin loyal geäußert hat. Aufgrund der Aussetzung der ursprünglichen Form der Wehrpflicht und der damit einhergehenden Abschaffung der für die Erfassung zuständigen Kreiswehrersatzämter fehlten jegliche Daten, wer beispielsweise gesundheitlich in der Lage wäre, Dienst an der Waffe zu leisten, ergänzte der Oberstleutnant der Reserve. Generalinspekteur Carsten Breuer jedenfalls äußert gegenüber dem Spiegel Zuversicht, dass das Freiwilligen-Modell funktionieren wird.

Auf 203.000 aktive Soldatinnen und Soldaten soll die Bundeswehr bis 2031 wachsen. Der aktuelle Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatte Mitte 2024 von den Reformplänen der vormaligen Regierung unter Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) von einer „verpassten Chance“ gesprochen, wie ihn der Deutschlandfunk zitiert hat. Breuer setzt aber weiter auf einen Sinneswandel, wenn die Heranwachsenden sich erstmal mit dem Fragebogen auseinandersetzen müssten – Grund zur Skepsis sehe er keinen, obschon die Erfahrungswerte fehlten; seinen Optimismus über eine Bundeswehr als attraktiv wahrgenommener Arbeitgeber speist er aus, wie er gegenüber dem Spiegel angibt, 20 Prozent mehr Einstellungen im ersten Quartal. „Unsere Maßnahmen wirken“, so Breuer.

Wegen Ukraine-Krieg: Historiker Neitzel hält Wehrpflicht für durchsetzbar in der deutschen Bevölkerung

Noch Anfang 2024 hatte Table Media das Gegenteil behauptet. Ein Viertel der Menschen unter 30 Jahren könnte sich vorstellen, als Zivilistin oder Zivilist bei der Bundeswehr zu arbeiten. Eine Soldatentätigkeit käme dagegen für gerade einmal zwölf Prozent infrage, habe eine Befragung des Zentrums für Militärgeschichte und Sozialwissenschaften der Bundeswehr (ZMSBw) im Juli 2023 ergeben, so Table Media. Weil der Bundeswehr schon in Friedenszeiten kaum gelungen ist, als Arbeitgeber einen hohen Aufmerksamkeitswert zu erlangen und ihre Mannschaftsdienstgrade aufzufüllen, geschweige denn ihre Offiziers- oder Unteroffizierskorps, wird das in Zeiten einer akuten Bedrohung möglicherweise um so schwieriger gelingen.

Wie die Tagesschau vor rund einem Jahr berichtete, wollte die SPD die Wehrpflicht um jeden Preis verhindern: Mit einem kostenlosen Führerschein und Hilfe bei Ausbildungsplätzen hätten die Sozialdemokraten die Truppe attraktiver machen wollen – auf freiwilliger Basis. Die Realisierbarkeit jedweder Maßnahmen hänge von der Stärke der Regierung ab, hat im Januar Hans-Peter Bartels deutlich gemacht. Die Bundeswehr von morgen brauche von allem mehr, fordert der Autor des Thinktanks Deutsche Gesellschaft für Auswärtige Politik (DGAP): „Ohne ein Wiederaufleben einer angepassten Form der Wehrpflicht wird dieser notwendige Aufwuchs allerdings nicht gelingen. Materiell wie personell kann ‚Masse‘ ein ausschlaggebender Faktor werden.“

Der Weg zurück zur Wehrpflicht

„Nach der geltenden Rechtslage lebt die Wehrpflicht mit Eintritt des Spannungs- oder Verteidigungsfalls automatisch wieder auf. Sowohl der Spannungs- als auch der Verteidigungsfall müssten vom Bundestag mit Zweidrittelmehrheit festgestellt werden. Der Verteidigungsfall liegt nur vor, wenn das Bundesgebiet mit Waffengewalt angegriffen wird oder ein solcher Angriff unmittelbar droht. Der Spannungsfall ist im Grundgesetz nicht näher definiert. Er beschreibt gewissermaßen das Vorfeld des Verteidigungsfalls, wenn sich also eine Krise so zugespitzt hat, dass ein bewaffneter Angriff auf das Bundesgebiet wahrscheinlich ist.“

Quelle: Prof. Dr. Sebastian Graf von Kielmansegg, beck-aktuell. Heute im Recht

Laut den Zahlen der Potsdamer Wissenschaftler könnten aber die Zustimmungswerte für die Bundeswehr allgemein schlechter sein, wie Table Media weiter ausführt – vor allem im Alter von 30 Jahren an aufwärts: Während sich 56 Prozent der befragten Männer für eine Wiedereinführung der Wehrpflicht ausgesprochen hätten, wären 47 Prozent der Frauen dieser Meinung gewesen. Für den in Potsdam forschenden Militärhistoriker Sönke Neitzel seien die Zahlen eine ausreichende Begründung für die Reanimation der Wehrpflicht. Wie Table Media -Autorin Nana Brink schreibt, hielte Neitzel die auch für durchsetzbar in der deutschen Bevölkerung.

Weil Putin droht: „Wir brauchen ein Massen-Heer, um in einem möglichen Krieg zu bestehen“

„Wir haben in Deutschland insgesamt eine Mehrheit, 58 Prozent, die für eine Einführung der Wehrpflicht ist. Wollen wir jetzt warten, bis wir 95 Prozent haben?“ Ein „Herumeiern“ in dieser Frage sende auch ein „fragwürdiges, außenpolitisches Signal in Richtung Putin“, so Neitzel gegenüber Table Media. Carsten Breuer jedenfalls rät jetzt noch zur Geduld – eine „Testphase“ könne zeitlich kaum vorhersehbar sein, sagte er gegenüber dem Spiegel. Für ihn sei die Freiwilligkeit ein Schritt in die richtige Richtung. „Sollte das nicht gelingen, muss politisch entschieden werden, welche verpflichtenden Elemente enthalten sein müssen oder ob die Rückkehr zur alten Wehrpflicht nötig ist.“

Die allerdings sieht auch der Bundeswehrverband zwingend kommen. Eine „Schubumkehr“ sei in Deutschland nötig, wie der Vorsitzende des Bundeswehrverbandes kürzlich gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) geäußert hat. Unter der von ihm geforderten „Schubumkehr“ versteht André Wüstner, laut RND, insofern die zeitnahe Vorbereitung der Verwaltung von Wehrpflicht: Planung, Organisation und Umsetzung kalkuliert Wüstner mit 18 bis 20 Monaten und plädiert dafür, dass die Verwaltung schon anlaufen sollte, bevor eine politische Entscheidung getroffen würde; „und wir es uns nicht leisten können, nach einer politischen Entscheidung noch mal 20 Monate dafür ins Land gehen zu lassen“, wie er gegenüber RND-Autor Markus Decker äußerte.

Vom Schützen bis zum General: Das sind die Dienstgrade der Bundeswehr

Reservisten-Kompanie der Bundeswerh in Sachsen
Wie beim Militär üblich, gibt es auch bei der Bundeswehr eine klare Hierarchie in der Truppe. Jeder Soldat und jede Soldatin erhält einen Dienstgrad, über den neben der Position in der Befehlskette und dem Verantwortungsbereich auch die Besoldung geregelt wird. Welche Dienstgrade es in der Bundeswehr gibt und wer in der Hierarchie ganz oben steht, erfahren Sie in dieser Fotostrecke. © Matthias Hiekel/dpa
Freiwilliger Wehrdienst der Bundeswehr im Heimatschutz in Burg
Grundsätzlich lassen sich die Dienstgrade bei der Bundeswehr in drei Oberkategorien einteilen. Mannschaften, Unteroffiziere und Offiziere. Auf der niedrigsten Hierarchieebene in der Bundeswehr stehen zunächst die Mannschaften. © Klaus-Dietmar Gabbert/dpa
Öffentliches Gelöbnis von Rekruten der Bundeswehr vor dem Abgeordnetenhaus.
Der niedrigste Dienstgrad von Rekruten in der Bundeswehr richtet sich in der Regel nach der Truppengattung. Mögliche Bezeichnungen für die Rekruten lauten Schütze, Flieger oder Matrose. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Gefreiter und ein Obergefreiter der Bundeswehr.
Die verschiedenen Dienstgrade der Bundeswehr lassen sich zur schnellen Erkennung an den Schulterklappen der Soldaten ablesen. Auf der untersten Ebene in den Mannschaften nach dem einfachen Soldaten steht der Gefreite (r) gefolgt vom Obergefreiten (l). Die Schulterklappen zeigen einen bzw. zwei schräge Streifen. Soldaten können frühestens nach drei bzw. sechs Monaten zum Gefreiten oder Obergefreiten ernannt werden.  © Mathias Ernert/dpa
Ein Hauptgefreiter der deutschen Bundeswehr bei einer Übung auf dem Truppenübungsgelände Bergen in der Lüneburger Heide.
Als Nächstes in der Rangordnung folgt der Hauptgefreite, der Schulterklappen mit drei schrägen Streifen trägt. Im Soldatenjargon werden die Querstreifen auch „Pommes“ oder „Fritte“ bezeichnet. Die Mindestdienstzeit für die Ernennung zum Hauptgefreiten liegt bei 12 Monaten. © Chris Emil Janssen/imago-images
Ein Stabsgefreiter der Bundeswehr berät einen Interessenten
Nach drei Jahren im Dienst können Soldaten in den Rang einen Stabsgefreiten aufsteigen. Stabsgefreite steigen auch eine Besoldungsgruppe auf und tragen Schulterklappen mit vier Streifen. © Michael Gottschalk/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr bei einr Militaeruebung.
Nach einem weiteren Jahr im Dienst – also nach vier Jahren – ist die Beförderung zum Oberstabsgefreiten möglich. Bis 2021 bildete der Dienstgrad – zu erkennen an den fünf Querstreifen an den Schulterklappen – den höchsten Dienstgrad in der Laufbahn der Mannschaftssoldaten. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Korporal der Bundeswehr.
2021 schuf die Bundeswehr im Rahmen der „Modernisierung der Laufbahnen“ zwei neue Dienstgrade für Mannschaftssoldaten. Soldaten erhielten nach sieben Jahren im Dienst die Möglichkeit, zum Korporal aufzusteigen. Der mit der Beförderung verbundene Aufstieg in eine höhere Soldgruppe sollte auch die Laufbahn der Mannschaften attraktiver machen. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen breiten Querstreifen. © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Ein Oberstabsgefreiter der Bundeswehr wird zum Korporal befördert.
Der zweite neu eingeführte Dienstgrad war der des Stabskorporal, der künftig als neuer Spitzendienstgrad in den Mannschaften agiert. Soldaten können diesen frühestens nach zehn Jahren im Dienst, davon ein Jahr als Korporal, erhalten.  © Sebastian Wilke/Bundeswehr/dpa
Feierliche Vereidigung von Feldwebel und Unteroffiziersanwärtern der Bundeswehr Aufklärungsbataillon.
Die zweite Hauptgruppe der Bundeswehr sind die Unteroffiziere. „Unteroffiziere sind Spezialisten, aber auch Führer, Ausbilder und Erzieher der ihnen unterstellten Soldatinnen und Soldaten. Sie leiten und schulen das ihnen unterstellte Personal, beraten aber auch ihre eigenen Vorgesetzten“, schreibt die Bundeswehr auf ihrer eigenen Website. © imago-images
Unteroffiziere der Bundeswehr bei einer Übung.
Die Unteroffiziere gliedern sich wiederum in zwei Untergruppen. Unteroffiziere mit und ohne Portepee. Letztere vereint die ersten Dienstgrade der Laufbahn unter sich. Den Anfang macht der Unteroffizier. Dieser wird in die gleiche Besoldungsgruppe eingeteilt wie ein Stabsgefreiter. Die Schulterklappen zeigen eine nach unten offenen goldenen Bandstreifen genannt „Tresse“. Wer die Laufbahn eines Unteroffiziers ohne Portepee durchlaufen will, braucht mindestens einen Hauptschulabschluss. Das Pendant der Marine ist der Maat. © Swen Pförtner/dpa
Eine Stabsunteroffizierin der Bundeswehr mit einem Diensthund.
Stabsunteroffiziere bilden den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Unteroffiziere ohne Portepee. Das Dienstgradabzeichen zeigt eine geschlossene Tresse. Beim Sold liegen die Stabsunteroffiziere in der Gruppe A6 oder A7. Erstere ist auf dem Niveau der Korporale und Stabskorporale. Das Pendant der Marine ist der Obermaat. © Lars Heidrich/dpa
Eine Feldwebel der Bundeswehr hilft bei einer Teststation im Kampf gegen das Coronavirus.
Unteroffiziere mit Portepee bilden die nächsthöhere Untergruppe. Um diese Laufbahn anzustreben, brauchen Anwärter neben einem Hauptschulabschluss auch eine abgeschlossene Berufsausbildung. Nach Angaben der Bundeswehr muss sich ein Feldwebel in der Regel für acht bis 13 Jahre verpflichten. Das Dienstgradabzeichen des Feldwebels ist ein Winkel mit der Spitze nach oben in einer geschlossenen Tresse. Bei der Marine trägt der vergleichbare Dienstgrad die Bezeichnung Bootsmann. © Nicolas Armer/dpa
Ein Oberfeldwebel der Bundeswehr bei einer Gefechtsübung.
Das Dienstgradabzeichen mit zwei nach oben zeigenden Winkeln weist den Oberfeldwebel aus. Oberfeldwebel werden unter anderem als stellvertretende Zugführer oder Gruppenführer eingesetzt. In der Marine wird die Bezeichnung Oberbootsmann verwendet. © Jochen Lübke/dpa
Eine Oberfeldwebel der Bundeswehr beim Girls' Day im Bundesverteidigungsministerium.
Eine Besoldungsgruppe über dem Oberfeldwebel ist in der Bundeswehr der Hauptfeldwebel angesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt einen Kopfwinkel mit der Spitze nach oben. Das Pendant der Marine ist der Hauptbootsmann. © Bernd von Jutrczenka/dpa
Ein Stabsfeldwebel der Bundeswehr
Der Stabsfeldwebel zählt zu den Spitzenverdienern unter den Unteroffizieren mit Portepee (Besoldungsgruppe A9). Stabsfeldwebel werden neben ihren Aufgaben als Zugführer auch als Kompaniefeldwebel – auch „Spieß“ genannt – eingesetzt. Als solcher agiert er als Führer des Unteroffizierkorps einer Einheit und leitet den Innendienst. In der Marine lautet die Bezeichnung für den Dienstgrad Stabsbootsmann. © Juliane Sonntag/imago-images
Ein Oberstabdsfeldwebel der Bundeswehr in einem Büro.
Den höchsten Dienstgrad der Unteroffiziere mit Portepee bildet der Oberstabsfeldwebel. Er kommt vor allem in höheren Stäben und Ämtern zum Einsatz, dient aber ebenso wie der Stabsfeldwebel auch als „Spieß“ oder Zugführer. Das Dienstgradabzeichen für Oberstabsfeldwebel zeigt einen Kopfwinkel, darunter zwei Winkel. Das Pendant in der Marine heißt Oberstabsbootsmann. © Rolf Vennenbernd/dpa
Der Generalinspekteur der Bundeswehr, General Carsten Breuer.
Die dritte und letzte Obergruppe bei der Bundeswehr sind die Offiziere. Die Bundeswehr bezeichnet sie auf ihrer Website als „Manager in Uniform“. Sie führen Kompanien und Bataillone, arbeiten in Stäben und dem Verteidigungsministerium. Neben einer praktischen militärischen Ausbildung absolvieren Offiziersanwärter auch ein akademisches Studium bei der Bundeswehr. Für fast alle Laufbahnen wird deswegen mindestens eine Fachhochschulreife vorausgesetzt. © Jacob Schröter/imago-images
Ein Leutnant der Bundeswehr steht vor einem Militärflugzeug.
Den Anfang in der Offizierslaufbahn macht der Leutnant. Durch seine Stellung kann er sowohl Soldaten aus der Gruppe der Mannschaften, als auch der Unteroffiziere Befehle erteilen. Der Leutnant ist in der Besoldungsgruppe A9 – auf dem Level eines Stabsfeldwebels – eingeordnet. Das Dienstgradabzeichen des Leutnants zeigt einen Stern.  © Lars Klemmer/dpa
Ein Oberleutnant der Bundeswehr bei der Nato-Großübung in Norwegen.
Eine Besoldungsgruppe weiter oben (A10) ist der Oberleutnant angesetzt. In der Regel erfolgt die Beförderung frühestens zwei Jahren nach der Ernennung zum Offizier. Das Dienstgradabzeichen zeigt zwei Sterne. © Mohssen Assanimoghaddam/dpa
Ein Hauptmann der Bundeswehr auf einem Flugplatz.
Eine Stufe über dem Oberleutnant steht in der Rangordnung der Bundeswehr die Gruppe der Hauptleute. Diese beinhaltet die Dienstgrade Hauptmann und Stabshauptmann. Hauptleute werden häufig als militärische Führer in den Verbänden ihre Truppengattungen eingesetzt. Der Dienstgrad des Stabshauptmanns ist Offizieren des militärfachlichen Diensts vorbehalten. Die Schulterklappen zeigen drei (Hauptmann) oder vier (Stabshauptmann) Sterne. In der Marine lautet die Bezeichnung des Dienstgrads Kapitänleutnant bzw. Stabskapitänleutnant. © Achille Abboud/imago-images
Ein Major der Bundeswehr im Gespräch mit Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius.
Auf die Hauptleute folgt die Dienstgradgruppe der Stabsoffiziere, die in der Regel auf Stabsposten und als militärische Führer eingesetzt werden. Der erste Dienstgrad in der Gruppe ist der Major. Majore werden auch als Hörsaalleiter in Lehreinrichtungen der Bundeswehr oder in Referaten und Ministerien eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und einen Stern. Das Pendant der Marine ist der Korvettenkapitän. © Bernhard Herrmann/imago-images
Ein Oberstleutnant der Bundeswehr im Gespräch mit Bayerns Ministerpräsident Markus Söder.
Der mittlere Dienstgrad der Stabsoffiziere bildet der Oberstleutnant. Diese werden neben den anderen Anwendungsfeldern der Stabsoffiziere auch als Dezernenten oder Referenten in Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub und zwei Sterne. Das Pendant der Marine ist der Fregattenkapitän. © Revierfoto/imago-images
Ein Oberst der Bundeswehr im Gespräch mit Verteidigungsminister Boris Pistorius.
Der Oberst stellt den höchsten Dienstgrad in der Gruppe der Stabsoffiziere dar. In der Regel wird er in leitenden Positionen in Kommandobehörden, Ämtern oder im Verteidigungsministerium eingesetzt. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein Eichenlaub mit drei Sternen. Das Pendant der Marine ist der Kapitän zur See. © IMAGO/JOERAN STEINSIEK
Ein Brigadegeneral der Bundeswehr.
Die Speerspitze in der Hierarchie der Bundeswehr bilden die Generäle. Sie stehen in der Hierarchie ganz oben und dienen vor allem auf Stabsposten und in der Regel nicht in der kämpfenden Truppe. Der rangniedrigste General ist der Brigadegeneral. Eine Beförderung vom Oberst zum Brigadegeneral erfolgt in der Regel aufgrund der Eignung und Leistung des Offiziers und ist nicht an andere Voraussetzungen gebunden. Sein Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit einem goldenen Stern. In der Marine heißt der vergleichbare Dienstgrad Flottillen­admiral. © IMAGO/Björn Trotzki
Christian Freuding, Generalmajor des Heeres der Bundeswehr, Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung.
Auf den Brigadegeneral folgt in der Rangordnung der Bundeswehr der Generalmajor. In der Praxis erfolgt die Beförderung erst nach mehreren Jahren als Brigadegeneral. Generalmajore übernehmen leitende Funktionen in Kommandobehörden, dem Verteidigungsministerium oder Einrichtungen der Nato. So dient Generalmajor Christian Freuding (Bild) als Leiter des Lagezentrums Ukraine und des Planungsstabs des Bundesministers der Verteidigung. Das Dienstgradabzeichen des Generalmajors zeigt ein goldenes Eichenlaub und zwei goldene Sterne. Das Pendant der Marine ist der Konteradmiral. © IMAGO/M. Popow
Der Inspekteur der Luftwaffe: Generalleutnant Holger Neumann.
Der zweithöchste Dienstgrad der Bundeswehr ist der Generalleutnant. Bei Luftwaffe und Heer gibt es weniger als zwei Dutzend Offiziere mit diesem Rang, die in wichtigen leitenden Positionen eingesetzt werden. So ist der stellvertretende Generalinspekteur der Bundeswehr immer ein Generalleutnant. Auch der Inspekteur der Luftwaffe, Holger Neumann (Stand Mai 2025, Bild), ist im Rang eines Generalleutnants. Sein Dienstabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub mit drei goldenen Sternen. Das Pendant der Marine ist der Vizeadmiral. © Björn Trotzki/imago-images
Der Generalinspekteur der Bundeswehr: General Carsten Breuer.
Ganz oben in der Hierarchie der Bundeswehr steht der General. Der Dienstgrad ist nur wenigen Soldaten in absoluten Führungspositionen vorbehalten. Der Generalinspekteur der Bundeswehr – höchster militärischer Repräsentant der Bundeswehr – ist General Carsten Breuer (Stand Mai 2025, Bild). Deutsche Generäle dienen auch in Führungspositionen der Nato. Das Dienstgradabzeichen zeigt ein goldenes Eichenlaub und vier goldene Sterne. Zur besseren Unterscheidung von der Dienstgruppe der Generäle wird er deswegen umgangssprachlich als Vier-Sterne-General bezeichnet. Das Pendant der Marine ist der Admiral. © IMAGO/Klaus W. Schmidt

Für einen „Motor der Abschreckung“ sei das alles zu wenig, hat kürzlich Patrick Sensburg gegenüber t-online geäußert. Der Vorsitzende des Reservistenverbandes fordert ein Heer von bis zu 350.000 aktiven Kräften: „Wir brauchen ein Massen-Heer, um in einem möglichen Krieg zu bestehen.“

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