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Nach Tötung des Vorgängers
Modschtaba Chamenei wird neuer Oberster Führer im Iran – Trump spottet über „Leichtgewicht“
Nach dem Tod von Ali Chamenei hat der Iran einen neuen Obersten Führer. Gewählt wurde sein Sohn Modschtaba – ein lange diskutierter Nachfolger.
Nach dem Tod von Ajatollah Ali Chamenei hat der Iran einen neuen Obersten Führer bestimmt. Wie iranische Staatsmedien berichten, wurde Ajatollah Seyed Modschtaba Chamenei, der Sohn des verstorbenen Revolutionsführers, zum neuen Oberhaupt der Islamischen Republik gewählt. Die Entscheidung soll nach mehreren Tagen intensiver Beratungen gefallen sein.
Modschtaba Chamenei (links), neuer Oberster Führer des Iran, und US-Präsident Donald Trump. Zwischen Washington und Teheran bleiben die Spannungen hoch.
Die staatliche Nachrichtenagentur Fars berichtete am Sonntagabend, dass Modschtaba Chamenei nach einer Woche interner Gespräche zum neuen Führer bestimmt worden sei. Auch die halb-offizielle Nachrichtenagentur Mehr meldete, dass die Expertenversammlung des Landes nach Tagen der Unsicherheit einen Nachfolger gewählt habe. Das Gremium ist laut Verfassung für die Ernennung des Obersten Führers zuständig.
Oberster Führer im Iran: Modschtaba Chamenei Nachfolger von Ali Chamenei
Der Tod des langjährigen Revolutionsführers Chamenei hatte eine politische Übergangsphase ausgelöst. Ali Chamenei war in der ersten Welle von Angriffen gestorben, die die USA und Israel am 28. Februar im Rahmen der Operation „Epic Fury“ gestartet hatten. In den darauffolgenden Tagen trat ein 88-köpfiger Rat zusammen, um über die Nachfolge zu beraten.
Beobachter hatten darauf hingewiesen, dass ein längerer Entscheidungsprozess auf mögliche Spannungen innerhalb des iranischen Machtapparats hindeuten könnte. Mehrere einflussreiche Persönlichkeiten wurden als mögliche Kandidaten gehandelt. Dazu gehörte neben Modschtaba Chamenei auch der ranghohe Geistliche Ajatollah Alireza Arafi.
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Neuer Iran-Machthaber ist der Sohn des alten: Das ist Modschtaba Chamenei
Modschtaba Chamenei ist 56 Jahre alt und der zweite Sohn des verstorbenen Revolutionsführers. Schon lange galt er als möglicher Nachfolger seines Vaters und wurde von vielen Hardliner-Geistlichen im System unterstützt. Beobachter hatten ihn bereits vor Beginn der Operation „Epic Fury“ als wahrscheinlichsten Kandidaten genannt.
Der jüngere Chamenei tritt öffentlich nur selten in Erscheinung. Kritiker werfen der iranischen Führung jedoch seit Jahren vor, hinter den Kulissen gezielt den Weg für seine Machtübernahme vorbereitet zu haben. Immer wieder wurde ihm Einfluss auf wichtige politische Entscheidungen zugeschrieben, etwa im Zusammenhang mit den Präsidentschaftswahlen 2005 und 2009.
Modschtaba Chamenei erhält Unterstützung von Irans Revolutionsgarden und Hisbollah
Das iranische Staatsfernsehen verlas eine Erklärung, wonach Modschtaba Chamenei mit „starker“ Unterstützung gewählt worden sei. Gleichzeitig wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich geschlossen hinter den neuen Obersten Führer zu stellen. In Fernsehbildern waren Menschen zu sehen, die in Teilen Teherans die Entscheidung feierten.
Auch die mächtigen Revolutionsgarden signalisierten Unterstützung für den neuen Führer. Die vom Iran unterstützte libanesische Miliz Hisbollah veröffentlichte auf Telegram ein Porträt Chameneis mit der Bildunterschrift „Führer der gesegneten islamischen Revolution“. Damit stellten sich wichtige Kräfte des iranischen Machtapparats demonstrativ hinter die neue Führung.
Modschtaba Chamenei wird Oberhaupt der Islamischen Republik Iran: Reaktionen aus den USA
Das Weiße Haus reagierte zunächst nicht auf eine Anfrage zur Ernennung Modschtaba Chameneis zum Obersten Führer des Iran. Zuvor hatte US-Präsident Donald Trump allerdings bereits eine deutliche Einschätzung zu ihm abgegeben. Eine offizielle Stellungnahme aus Washington blieb zunächst aus.
In einem Interview mit Axios verspottete Trump den 56-Jährigen, der bislang kein offizielles Regierungsamt bekleidet hat, als „Leichtgewicht“. Gleichzeitig erklärte er: „Wir wollen jemanden, der Harmonie und Frieden nach Iran bringt.“ Die Aussagen unterstreichen die angespannte Beziehung zwischen Washington und Teheran.
Nach Amtsübernahme von Chamenei-Sohn: Politische Zukunft des Iran bleibt offen
Mit der Ernennung Modschtaba Chameneis beginnt im Iran eine neue Phase der politischen Führung. Beobachter gehen davon aus, dass der Machtwechsel sowohl innerhalb der religiösen Elite als auch international aufmerksam verfolgt wird. Besonders im Kontext des aktuellen Konflikts mit den USA und Israel steht die neue Führung unter genauer Beobachtung.
Welche politischen Signale vom neuen Obersten Führer ausgehen werden, bleibt zunächst offen. Die kommenden Monate könnten entscheidend dafür sein, wie sich der Iran innenpolitisch und außenpolitisch positioniert. Der Machtwechsel markiert damit einen wichtigen Moment in der jüngeren Geschichte der Islamischen Republik. (Dieser Artikel entstand in Kooperation mit newsweek.com)