Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft
85 neue Wohnungen – nur halb so viele Stellplätze: Das macht in Waldkraiburg einigen Sorgen
Die Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW) plant einen Neubau an der Peter-Rosegger-Straße. 85 neue Wohnungen sollen entstehen, aber nur halb so viele Stellplätze. Die Folgen davon sind absehbar. Warum so wenig Parkplätze?
Waldkraiburg – Mit den gestiegenen Kosten sind die Neubau-Pläne der Wohnungs- und Siedlungsgenossenschaft Waldkraiburg (WSGW) zuletzt ins Stocken geraten. Das soll sich jetzt ändern: Die WSGW plant eine neue Wohnanlage an der Peter-Rosegger-Straße. Erste Details dazu wurden im Stadtentwicklungsausschuss vorgestellt.
„Die geplante Bebauung orientiert sich am Bestand“, erklärte Bauamtsleiter Carsten Schwunck im Gremium. Die Aufteilung sei sehr ähnlich, werde aber in einer moderneren Form umgesetzt. Die neuen Gebäude sollen etwas höher ausfallen als die bisherigen. Benötigt werde ein Bebauungsplan, bei dem man aber darauf achten will, den Bauherrn nicht einzuschränken.
Tiefgarage ist nicht geplant
Geplant ist ein schrittweiser Abriss der Gebäude entlang der Peter-Rosegger-Straße. An ihrer Stelle soll eine neue Wohnanlage mit insgesamt rund 85 Mietwohnungen entstehen, die ausschließlich an Mitglieder der Genossenschaft vergeben werden. Vorgesehen sind in erster Linie Zwei-, Drei- und Vier-Zimmer-Wohnungen. „Für diesen Bau braucht es keine Tiefgarage“, erklärte Schwunck. Denn Bayerns Modernisierungsgesetz sieht beim sozialen Wohnungsbau nur noch 0,5 Stellplätze pro Wohnung vor.
Die Stellplätze sollen daher alle oberirdisch auf dem Quartiersgelände errichtet und begrünt werden. „Das ist gut gelöst, die Parkplätze sind an der richtigen Stelle geplant“, sagte Schwunck. Dennoch müsse man damit rechnen, dass Autos auf der Straße geparkt werden.
Diese Sorge teilte auch Johann Vetter (UWG). Grundsätzlich begrüßte er das Vorhaben, hatte auch keine Einwände gegen die geplante Gebäudehöhe. Allerdings sah er mit nur 0,5 Stellplätzen im sozialen Wohnungsbau den tatsächlichen Bedarf nicht abgedeckt. Mehr Stellplätze kann die Stadt aber nicht fordern, weil es Bayerns Modernisierungsgesetz nicht zulässt.
Für Ernst Schäffer (AfD) geht es teilweise mit den Neubauten zu hoch hinaus. Ihn überraschte es, dass in der Wohnanlage ein Gebäude fünfstöckig geplant ist. „Die Ecke zur Immanuel-Kant-Straße ist gesäumt von Einfamilienhäusern.“ Vorstellbar ist für Schäffer ein Gebäude in der Höhe direkt an der Peter-Rosegger-Straße.
Neubau in mehreren Abschnitten geplant
Aus städtebaulicher Sicht bietet sich laut Schwunck die Ecklage für ein höheres Gebäude allerdings an. „Die Abstandsflächen werden eingehalten. Das Gebäude ist nur minimal höher als der Bestand und fügt sich daher noch in die Umgebung ein.“
„Gibt es schon zeitliche Vorgaben für die Entwicklung?“, wollte Richard Fischer (SPD) wissen. Wie auch der Abriss soll der Neubau schrittweise erfolgen. Mit dem genehmigten Bauantrag sichere sich die WSGW Fördergelder für ihr Vorhaben. Weil diese jährlich begrenzt sind, werde das Vorhaben in mehreren Bauabschnitten durchgeführt. „Es soll aber zügig mit den ersten Bauten begonnen werden“, sagte Schwunck.
Der Stadtentwicklungsausschuss stimmte der Änderung des Bebauungsplans im beschleunigten Verfahren mit 10:3 Stimmen zu.