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Grüne Energie für die Region

Wärme aus der Tiefe: Waldkraiburg und Aschau machen gemeinsame Sache bei der Geothermie

Christian Weyrich, Robert Pötzsch und Herbert Lechner unterschreiben Absichtserklärung zur Geothermie Waldkraiburg und Aschau
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Unterzeichnen eine Absichtserklärung zur Zusammenarbeit bei der Geothermie: Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich (von links), Waldkraiburgs Bürgermeister Robert Pötzsch und Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner.

Bei der Geothermie ist Waldkraiburg ein Vorreiter in der Region. Davon kann jetzt auch die Gemeinde Aschau profitieren. Das Projekt verbindet künftig beide Kommunen. Wie das auch den Bürgern nutzen soll.

Waldkraiburg/Aschau – Die Kommunen Waldkraiburg und Aschau intensivieren ihre Zusammenarbeit: Künftig wollen sie beim Ausbau der Geothermie gemeinsame Wege gehen. Im Rathaus unterzeichneten die Bürgermeister Robert Pötzsch und Christian Weyrich eine entsprechende Absichtserklärung. Ziel ist es, Aschau bis spätestens 2029 an das Fernwärmenetz von Waldkraiburg anzuschließen. Ein Schritt, von dem beide Seiten profitieren – ökologisch wie wirtschaftlich.

„Der Ausbau der Geothermie hat deutlich an Fahrt aufgenommen“, sagt Bürgermeister Robert Pötzsch. Seit der erfolgreichen Bohrung 2010 hat sich Waldkraiburgs Geothermie zu einem Erfolgsprojekt entwickelt. Nicht zuletzt die durch den Ukraine-Krieg beförderte Energiekrise hat den weiteren Ausbau beschleunigt. Bis Ende 2024 ist das Leitungsnetz auf 32,5 Kilometer angewachsen, dieses Jahr sollen weitere knapp drei Kilometer hinzukommen. Bis zum Ausbau-Ende 2045 sollen es 110 Kilometer sein.

Kooperation ist die wirtschaftlich sinnvollste Lösung

Gespräche zu einer interkommunalen Zusammenarbeit zwischen Waldkraiburg und Aschau gibt es schon länger, jetzt wird es konkret: Bis 2028/2029 soll Aschau an das Waldkraiburger Fernwärme-Netz angeschlossen werden. „So einen straffen Zeitplan hätten wir selbst nicht schaffen können“, sagt Aschaus Bürgermeister Christian Weyrich. Schon länger hat sich Aschau mit dem Thema auseinandergesetzt, in einer Studie verschiedene Varianten prüfen lassen. Mit dem Ergebnis: Eine Kooperation ist für Aschau die wirtschaftlich sinnvollste Lösung.

Denn neben dem Umstieg auf erneuerbare Energien spielt auch die langfristige Wirtschaflichkeit eine entscheidende Rolle: „Mit den Stadtwerken Waldkraiburg haben wir einen verlässlichen Partner an unserer Seite“, ist Weyrich überzeugt. Eine gemeinsame Partnerschaft, die ein „super Angebot für die Bürger“ möglich macht, das unabhängig von gewinnorientierten Investoren ist. Auch Pötzsch sieht in dem kommunalen Unternehmen ein „großes Pfund“. Als Kommune sei man nicht abhängig von einem Investor. „ Preise und Ausbaupläne bleiben in kommunaler Hand.“ Auf hohe Gewinne seien die Stadtwerke nicht aus.

So viel kostet die Fernwärme aktuell an oberbayerischen Standorten.

Der Preis für Fernwärme liegt in Waldkraiburg aktuell bei rund 12 Cent pro Kilowattstunde – laut Stadtwerke-Geschäftsführer Herbert Lechner ein sehr konkurrenzfähiger Wert. „Damit müssen wir uns nicht verstecken.“ Zudem entfallen bei der Geothermie zusätzliche Kosten etwa für Wartung, Schornsteinfeger oder künftige CO₂-Abgaben. „Man muss das mittel- und langfristig sehen und die Chancen nutzen“, sagt Pötzsch.

„Es profitieren beide Seiten“

Neben der Abwasser-Versorgung wird die Fernwärme das zweite größere interkommunale Projekt zwischen den beiden Kommunen. Laut Lechner bringt dies viele Vorteile: Kosten und Planung würden auf mehrere Schultern verteilt werden – eine klassische Win-win-Situation. „Es profitieren beide Seiten“, sagt Pötzsch. Sorgen, dass durch neue Abnehmer zu wenig Wärme für Waldkraiburg bleibt, sind unbegründet. „Mit der geplanten zweiten Bohrung werden wir an bis zu 350 Tagen pro Jahr Wärmeüberschüsse haben“, erklärt Lechner. Der Zusammenschluss mit Aschau ermöglicht eine effizientere Nutzung der Wärme.

Einfluss auf das Ausbau-Tempo in Waldkraiburg hat der straffe Zeitplan mit Aschau nicht. „An bestimmten Stellen könnte es sogar den Ausbau beschleunigen“, fährt Lechner fort. Je nachdem, wo die Leitung nach Aschau verlegt wird. Noch ist unklar, wo genau die Übergabestation gebaut werden soll, von der aus die Wärme weiter nach Aschau verteilt wird. Wie es von dort erst einmal weitergehen soll, das steht schon fest: Zunächst ist der Anschluss des Industriegebiets Aschau-Werk vorgesehen, wo es den größten Wärmebedarf gibt. „Ohne die Industrie wäre es wirtschaftlich nicht zu rechnen“, sagt Weyrich zum Vorgehen.

Fernwärmeleitungen sind teuer

Danach soll Schritt für Schritt der Ortskern angeschlossen werden. Auch der Anschluss des neuen Sonderpädagogischen Förderzentrums in Waldwinkel ist bereits beschlossene Sache. „Wir konzentrieren uns auf den Ort“, sagt Weyrich. Ein flächendeckender Ausbau der Gemeinde ist wegen der hohen Kosten vorerst nicht vorgesehen. Ein Meter Fernwärmeleitung kosten nämlich 1500 Euro. „Der Ausbau ist teuer. Nicht für jede Lage ist dieselbe Lösung die Beste.“ Den Betrieb des Fernwärmenetzes will Aschau selbst nicht übernehmen.

Die Zusammenarbeit mit Aschau ist beschlossene Sache, noch nichts entschieden ist über eine Kooperation mit Ampfing. Für den Ort betreibt das Energieunternehmen Oneo aktuell eine interkommunale Wärmeplanung. Bis zum Ende des zweiten Quartals sollen alle Gespräche abgeschlossen sein.

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