„Lacke Plörre“ wird ab August gedreht
Mehr Genre, mehr Tempo: Waldkraiburger Filmemacher setzt in neuem Film auf Action und Humor
Zwei ehemalige Freundinnen, ein Erpresser und eine tickende Bombe: Der Waldkraiburger Regisseur Mark Lohr will mit „Lacke Plörre“ Action ins deutsche Kino bringen – ganz ohne großes Film-Studio im Rücken.
Waldkraiburg – Der Film ist sein Element – und das schon seit seiner Kindheit: Mit elf Jahren drehte Mark Lohr die ersten Clips im Garten seiner Eltern. Später folgen erste Kurz- und Werbefilme und schließlich mit „Easy Raver“ sein erster Kinofilm. Gedreht mit null Euro Budget, aber um so mehr Leidenschaft und Enthusiasmus. Das war vor sieben Jahren. Jetzt steht der Regisseur mit mehr Know-how, Erfahrung und einer klaren Vision in den Startlöchern für sein nächstes Film-Projekt.
Mit „Lacke Plörre“ will er ein klares Zeichen setzen: Mehr Genre-Vielfalt im deutschen Film“! Die Münchner Action-Komödie spielt in München, wird aber größtenteils hier in der Region realisiert. In Pleiskirchen, Alötting oder Mühldorf. Schon im August sollen die Dreharbeiten beginnen. Bis dahin wartet noch eine Menge Arbeit auf ihn und sein Team.
Film spielt in München, gedreht wird aber auch in der Region
„Die Action-Komödie spielt in München, die Außen-Aufnahmen werden dort auch gedreht. Innenaufnahmen oder Szenen auf größerem Gelände sollen aber auf dem Land umgesetzt werden. Hier lässt sich manches leichter umsetzen und wir wollen Region bezogen arbeiten.“
Lohr steht mit seinem Projekt längst nicht mehr alleine da. Gemeinsam mit Corinna Blädel aus Mühldorf und Johannes Rauscher aus Kraiburg, die schon bei seinen früheren Filmen an Bord waren, hat er seine Leidenschaft auf professionelle Beine gestellt. „Nach dem letzten Film ‚Hopfen, Malz und Blei‘, der pandemiebedingt nicht den gewünschten Erfolg hatte, habe ich mir die Frage gestellt: Wie soll es weitergehen?“, erzählt er. Nicht mehr nur von Film zu Film denken, sondern Strukturen schaffen, eine Vision entwickeln. „Wie sieht die Zukunft aus?“
Zu dritt haben sie eine Produktionsfirma gegründet, „Lacke Plörre“ ist ihr erster gemeinsamer Film. Die Story? Zwei ehemalige beste Freundinnen müssen sich widerwillig zusammentun, um einen Erpresser zu jagen – und das mit einer tickenden Bombe im Rucksack. Ein Wettlauf gegen die Zeit quer durch München beginnt. „Es steck viel Humor und Dynamik drin“, verrät Corinna Blädel, die eine der beiden Hauptrollen übernimmt.
Inspiriert vom Kultfilm „Lola rennt“
Action gehört natürlich mit dazu – es wird geschossen, es wird gestritten, es wird gerannt. Nur Autos fliegen keine in die Luft. Inspiration war für Mark Lohr der Kultfilm „Lola rennt“ aus dem Jahr 1998. Mit der Action-Komödie wagen sich die drei bewusst an ein Genre, das es im deutschen Kino eher selten gibt. „Es gibt so wenige Filme in diesem Bereich und es ist cool, wenn man sich an diese Genres herantastet“, erzählt er.
23 Drehtage sind eingeplant, bis September sollen alle Szenen im Kasten sein. „Unsere eigene Firma ist für uns jetzt der Weg, nicht nur bis zum nächsten Film zu denken, sondern auch Ansporn, es zu schaffen, langfristig unsere Filme auf ein neues Level zu heben“, sagt Corinna Blädel. In seinen ersten Filmen setzte Mark Lohr vor und hinter der Kamera stark auf Freunde, jetzt wächst das Team professionell: „Früher haben wir Freunde zu Profis gemacht, heute machen wir Profis zu Freunden“, sagen die beiden. Zwölf Leute gehörten der Crew an, im Hintergrund gibt es viele lokale Unternehmen als Sponsoren.
Denn ganz ohne Budget kommt der Film nicht aus – für Kleidung, Drehorte, Technik oder Übernachtung der Crew. Ein Großteil wird aus Eigenkapital finanziert, zusätzlich läuft eine Crowdfunding-Kampagne über startnext.com. 30.000 Euro haben sich die Filme-Macher als Ziel gesetzt. „Wir versuchen, unser Budget möglichst niedrig zu halten. Sachspenden helfen uns, die Kosten zu senken“, sagt Corinna Blädel. Parallel laufen die Vorbereitungen und die Suche nach weiteren Sponsoren weiter.
„Eine Reise mit vielen Überraschungen“
„Ein Independent-Film ist eine Reise mit vielen Überraschungen. Man nimmt, was man hat – macht das Beste daraus“, sagt Blädel. Aber noch bevor die erste Klappe fällt, gehen die Macher in Gedanken schon die nächsten Schritte. „Die Vermarktung ist ein Prozess mit Vorlauf“, erklärt der Regisseur. Der Film soll bis Frühjahr fertig sein, im Idealfall sei er ab Sommer 2026 zu sehen. Wie genau der Film seinen Weg zum Publikum findet – ob über Filmfestivals wie das Filmfest München oder die Biennale Bavaria oder im Eigenverleih – das wird sich zeigen.
Was auf jeden Fall fest steht: Der Film soll ins Kino. „Darauf wollen wir uns konzentrieren. Dass die Zuschauer das gleiche fühlen, die gleiche Stimmung erleben. Kino darf nicht aussterben.“

