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Stau vor der Haustür

Engpass in der Siedlung: So sehr sind die Anwohner vom Ausweichverkehr der Pürtener Kreuzung genervt

Veronika Spieth Peter-Parler-Straße Waldkraiburg schleichweg pürtener Kreuzung
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Stoßstange an Stoßstange: Durch die Umleitung an der Pürtener Kreuzung nutzen viele Autofahrer die Peter-Parler-Straße als Schleichweg – zum Ärger von Veronika Spieth.

Eng, unübersichtlich und immer wieder Chaos: Seit die Pürtener Kreuzung gesperrt ist, nutzen viele Autofahrer die Peter-Parler-Straße in Waldkraiburg als Schleichweg – ein Nadelöhr. Und die Anwohner sind genervt.

Waldkraiburg – Nur wenige hundert Meter lang, eine ganz gewöhnliche Siedlungsstraße mitten in Waldkraiburg – und doch kennen sie spätestens jetzt mit dem Umbau der Pürtener Kreuzung viele Autofahrer. Nicht nur aus Waldkraiburg, sondern auch aus den unterschiedlichsten Landkreisen. ED, TS, EI oder M – sie alle treffen an der Peter-Parler-Straße aufeinander. Und das hat Folgen.

Die Straße war schon immer eine beliebter Schleichweg – vor allem, um vom Süden schnell in die Stadt zu gelangen oder umgekehrt wieder hinaus. Doch seit die Pürtener Kreuzung gesperrt ist, wird sie zu Stoßzeiten regelrecht überrannt. Nicht nur Einheimische nutzen die Abkürzung, auch Navigations-Apps wie Google Maps schlagen die Strecke als schnellste Route vor.

Nur für Fahrzeuge bis 3,5 Tonnen ist die Engstelle an der Peter-Parler-Straße freigegeben. Nicht alle halten sich daran.

Nur im Schritt-Tempo aneinander vorbei

Zügig geht es hier aber nicht immer voran. „Es kann hier schnell mal zu einem Verkehrschaos kommen“, sagt Veronika Spieth. Sie wohnt am Ende der Peter-Parler-Straße, genau dort, wo die Straße einen Knick macht und in Richtung Innkanal führt. „Man muss hier genau wissen, wo man mit seinem Fahrzeug stehen bleiben muss, wo man aneinander vorbeifahren kann“, erklärt die Anwohnerin.

Eine Ausweichstelle am Hang hilft, doch oft genug begegnen sich die Fahrzeuge ein Stück weiter oben, direkt an der Ausfahrt von Veronika Spieth. Dort ist es so eng, dass sich Fahrzeuge nur im Schritt-Tempo aneinander vorbei zwängen können. Es bleiben nur Zentimeter zwischen den Autos. Wenn Autofahrer rangieren müssen, führt das bei dem jetzigen Verkehrsaufkommen schnell zu einem Stau. Ein Stau, der sich durch die Engstellen zusätzlich verknotet, auch zurück bis auf die Innkanalbrücke oder die Richard-Wagner-Straße reichen kann. Für Veronika Spieth kann der Weg nach Hause damit schon mal zehn Minuten länger dauern.

Lastwagen-Fahrer ignorieren Tonnage-Limit

„Manchmal geht gar nichts mehr, weil die Autos hinter einem schon stehen und keiner mehr zurücksetzen kann“, erzählt sie. Eine Situation, die für den einen oder anderen auch Stress verursachen kann. „Manche können dann nicht mehr vernünftig rückwärts fahren oder bleiben zu weit vom Straßenrand weg, sodass man nicht aneinander vorbeikommen kann.“ Das hinterlässt Spuren – am Randstein, an der Mauer oder einer Straßenlaterne.

„Es ist eine nervige Situation. Und die Autofahrer werden oft auch noch grantig, wenn nichts mehr vorwärtsgeht“, sagt sie. Doch es sind längst nicht nur Autofahrer, die sich vom Navi auf den engen Schleichweg lotsen lassen. Immer wieder verirren sich Lastwagen in die Peter-Parler-Straße. „Nicht alle Lastwagen-Fahrer halten sich an die Tonnage-Beschränkung von 3,5 Tonnen“, sagt Veronika Spieth.

Früh am Morgen zwängt sich ein Betonmischer durch die Peter-Parler-Straße.

Nur ein einziges Mal hat sie es bislang erlebt, dass ein Lastwagen-Fahrer angehalten und sich den weiteren Straßenverlauf genauer angeschaut hat. Andere hingegen fahren weiter – und verursachen möglicherweise das nächste Verkehrschaos.

Noch bis zum Ende der Sommerferien Mitte September soll die jetzige Bauphase an der Pürtener Kreuzung dauern. Solange werden sich wohl Autofahrer immer wieder auf ihr Navi verlassen und den kürzesten Weg in die Stadt hinein oder aus der Stadt heraus suchen. Um einen möglichen Stau an der Ampel in St. Ersasmus zu umfahren.

Könnte eine Ampel an der Peter-Parler-Straße in den nächsten Wochen die Situation nicht entschärfen? Eine Möglichkeit, die die Stadt Waldkraiburg auch geprüft hat. Mit folgendem Ergebnis: „Das Kosten-Nutzen-Verhältnis befindet sich in keinem vernünftigen Verhältnis, und die Sicherheit zeigt an dieser Stelle auch noch keine Gefährdung auf“, teilt die Stadt auf Nachfrage mit. Einen Haken setzt die Stadt darunter aber nicht, sondern will die Situation vor Ort – wie auch an anderen Stellen – im Auge behalten.

Außerdem erinnert die Stadt, dass die offizielle Umleitung wegen der gesperrten Pürtener Kreuzung über St. Erasmus führt – und eben nicht über den Steinbrunner Berg. Autofahrer sollten daher den Schildern folgen und nicht dem Navi. Doch womöglich wird sich die Situation bald ohnehin entschärfen: „Ab August passieren in dem Gebiet umfangreiche Bauarbeiten“, kündigt die Stadt schon mal an. Die Verkehrsströme könnten sich damit schnell ändern.

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