Stadt sucht nach einer modernen Lösung
Stadtpark-Kiosk war ein Magnet – trotzdem kommt er weg: Das plant Waldkraiburg stattdessen
Zukunft statt Nostalgie: Weil die Sanierung zu teuer wäre, soll der Kiosk im Waldkraiburger Stadtpark abgerissen werden. Doch eine moderne Lösung soll wieder für Genuss und Begegnung sorgen.
Waldkraiburg – Grauer Beton weicht bunter Vielfalt: Das ehemalige Wasserbecken ist inzwischen mit Erdreich befüllt, in einer gekiesten Mulde entsteht das neue Teichbecken, viele Pflanzen sind bereits gesetzt. Die graue Tristesse der vergangenen Jahre verschwindet zunehmend – ein neuer, lebendiger und bunter Ort entsteht. Was für einen entspannten Nachmittag oder einen Besuch bei den beliebten Stadtpark-Konzerten jetzt nur noch fehlt, ist ein gastronomisches Angebot.
Getränke oder kleine Speisen gab es bis vor einigen Jahren in dem Kiosk direkt daneben. Doch das kleine Gebäude steht seit Jahren leer, die Fenster sind geschlossen, Schmierereien verunstalten die Fassade, am Sockel wächst Löwenzahn. Der Kiosk ist zwar klein, aber ein prägendes Gebäude – besonders in den Sommermonaten ein beliebter Anlaufpunkt für die Stadtpark-Besucher. Deshalb wollte in einer früheren Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses auch niemand auf den Kiosk verzichten.
Eine Sanierung ist zu teuer
Trotz der hohen Kosten für eine Sanierung, um den Kiosk für mögliche Pächter wieder interessant zu machen. Denn um den Kiosk fit für die Zukunft zu machen, braucht es eine Kochgelegenheit mit Dunstabzug, ein Personal-WC, zusätzliche Lagerflächen durch bauliche Erweiterungen. Das geht alles ins Geld.
„Man muss investieren für ein vernünftiges Angebot. Der Kiosk lässt sich nur mit viel Geld sanieren“, sagte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) in der aktuellen Sitzung des Stadtentwicklungsausschusses. Zwei mögliche Interessenten für den Kiosk seien abgesprungen. Dennoch soll im Umgriff des neuen Teichbeckens ein stimmiges Gesamtbild entstehen – inklusive der Möglichkeit, Speisen und Getränke anzubieten. Nur eben in anderer Form. Denn angesichts der finanziellen Lage der Stadt hat der Projektausschuss Haushalt eine andere Empfehlung ausgesprochen.
Die Idee: Foodtrucks oder Imbisswagen
Der Kiosk soll zurückgebaut werden, stattdessen soll dort eine gepflasterte Fläche mit den nötigen Versorgungsanschlüssen geschaffen werden. So könnten dort künftig Foodtrucks oder Imbisswagen die Stadtpark-Besucher versorgen. Diesen Vorschlag hatte der Ausschuss bereits früher diskutiert, aber zugunsten einer Prüfung der Kiosk-Sanierung zurückgestellt. Wie viel die Alternative kostet, steht bislang nicht fest. Aber die Stadtverwaltung geht davon aus, dass die Kosten für den Rückbau und das Befestigen der Fläche deutlich geringer sind als die für eine Sanierung.
Foodtruck statt Kiosk – eine Alternative, mit der sich der Ausschuss anfreunden kann. „Der Kiosk war ein Magnet, man muss hier auf jeden Fall etwas machen“, sagte Karl-Heinz Stocker (CSU). Ihm war es wichtig, dass die Stadt für das neue Angebot Werbung macht. „Die Fläche muss genutzt werden – bei schönem Wetter oder bei Veranstaltungen.“
Zweite Chance für den Kiosk
Christoph Vetter (UWG) brachte einen weiteren Vorschlag ein: Er will dem Kiosk eine zweite Chance geben – an anderer Stelle und nicht in Hand der Stadt. „Wir sollten den Kiosk im Bieterverfahren anbieten, vielleicht will jemand das Gebäude übernehmen“, schlug er vor. Die Stadt würde sich damit nichts vertun: Sollte sich innerhalb einer bestimmten Zeit niemand melden, würde der Kiosk wie geplant abgerissen werden.
Die Stadt will nun versuchen, den Kiosk an einen Interessenten abzugeben. Falls sich niemand meldet, wird das Gebäude zurückgebaut. Ein Vorschlag, dem das gesamte Gremium zustimmte.