Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer
Gefährlicher Übergang in Pürten: Ist jetzt eine Lösung gefunden?
Mehr Sicherheit für Fußgänger und Radfahrer: Mit dem Umbau der Pürtener Kreuzung soll auch deren Übergang am Ortseingang verbessert werden. Nach langer Diskussion steht nun die Lösung fest.
Waldkraiburg – Ungewohnt ruhig am Ortseingang von Pürten: Mit der aktuellen Bauphase zum Umbau der Pürtener Kreuzung ist die Ortsdurchfahrt gesperrt – eine seltene Atempause für Anwohner und Straße, die ansonsten täglich von rund 16.000 Fahrzeugen frequentiert ist. Doch die Ruhe ist nur von kurzer Dauer: Sobald die Bauphase Ende August abgeschlossen ist, wird der Verkehr zurück sein. Dann soll es aber für Fußgänger und Radfahrer sicherer werden. Zuletzt war unklar, wie dies passieren soll. Jetzt steht die Entscheidung fest.
Kaum Lücken im dichten Verkehr
Gerade im Berufsverkehr fällt es Fußgängern und Radfahrern am Ortseingang schwer, eine Lücke im dichten Verkehr zu finden. Zu Stoßzeiten hat sich vor dem Umbau der Pürtener Kreuzung der Verkehr auf der Staatsstraße 2091 bis nach Pürten zurückgestaut. Der Umbau der Kreuzung soll die Situation zwar verbessern, der viele Verkehr aber wird bleiben. Um so wichtiger ist die seit Jahren geforderte Querungshilfe, die nun endlich realisiert werden kann – auch wenn die Pläne zunächst ins Stolpern gerieten.
„Es wurde lange diskutiert, wie eine sichere Querung gelingen kann“, erklärte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) im Stadtentwicklungsausschuss. Verschiedene Optionen wurden diskutiert, zuletzt hatte aber ein Grundstückseigentümer signalisiert, nur dann Grund abzutreten, wenn anstelle einer Querungshilfe eine Ampel installiert wird.
Doch dieser Lösung erteilten die Fachstellen eine Absage: Die Verbund Innkraftwerke lehnten eine Ampel wegen der begrenzten Tragfähigkeit der Brücke ab. Auch das Staatliche Bauamt Rosenheim und die Verkehrsbehörde sehen die Voraussetzungen nicht erfüllt. Für eine Ampel brauche es nämlich zu Spitzenzeiten mindestens 50 Fußgänger, die die Straße queren wollen. Weil diese Zahl aber vermutlich nicht erreicht wird, bleibe nur eine Querungshilfe.
Querung gilt als sicherste Option
„Die Fachleute stufen eine Querung als sicherste Option ein“, fasste es Bürgermeister Robert Pötzsch zusammen. Dafür hatten sich im Vorfeld bereits Bundestagsabgeordneter Stephan Mayer und die beiden Stadträte Karl-Heinz Stocker und Verkehrsreferent Harald Jungbauer (alle CSU) auf der politischen Seite eingesetzt.
Ökologischer Ausgleich muss her
Grundsätzlich bewertet das Staatliche Bauamt Rosenheim, das zuständig ist für die Straße, die Maßnahme als sinnvoll. Die Kosten dazu trägt allerdings die Stadt. Diese liegen aber höher als ursprünglich angenommen. „An den Plänen hat sich nicht mehr viel geändert“, erklärte Bauamtsleiter Carsten Schwunck dem Gremium. Die Stadt müsse einen ökologischen Ausgleich schaffen, weil in eine Grünfläche eingegriffen wird. Dazu soll ein vorhandenes Biotop bei Aschau aufgewertet werden.
Die geschätzten Kosten steigen von 140.000 auf rund 153.500 Euro. Zusätzlich fallen 28.700 Euro an für den zukünftigen Unterhalt und den Winterdienst der Mehrflächen des Geh- und Radwegs, die die Stadt pauschal an das Staatliche Bauamt leisten muss. „Die Kosten sind auf die Laufzeit aufgerechnet“, sagte Schwunck.
Insgesamt rechnet man in der Stadt mit 182.200 Euro. Wie teuer die Querungshilfe tatsächlich werden wird, das wisse man aber erst nach der Ausschreibung.
Gremium gibt grünes Licht
Trotz der gestiegenen Kosten gab es keine Diskussionen im Ausschuss, denn schon zu lange will die Stadt am Ortseingang einen sicheren Übergang schaffen. Einstimmig gab das Gremium grünes Licht dafür, dass eine entsprechende Vereinbarung mit dem Staatlichen Bauamt getroffen wird und die Stadt die Kosten für die Querungshilfe übernimmt.