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Außergewöhnliche Sportarten

Wie Eishockey ohne Eis? Beim Unihockey in Waldkraiburg treten Väter gegen ihre Söhne an

Die Unihockey-Spieler des VfL Waldkraiburg: Hinten links steht der Gründer und ehemalige Spartenleiter (von 1997 bis 2009) Thomas Kozel und hinten rechts der aktuelle Spartenleiter Thomas Schalk (seit 2014). Einmal in der Woche trainieren sie gemeinsam mit ihren Sportkameraden.
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Die Unihockey-Spieler des VfL Waldkraiburg: Hinten links steht der Gründer und ehemalige Spartenleiter (von 1997 bis 2009) Thomas Kozel und hinten rechts der aktuelle Spartenleiter Thomas Schalk (seit 2014). Einmal in der Woche trainieren sie gemeinsam mit ihren Sportkameraden.

Väter gegen Söhne, Tempo statt Trophäen: In Waldkraiburg lebt ein Sport, den kaum jemand kennt. Was hinter Unihockey steckt und warum die Sportart Menschen jeden Alters begeistert.

Waldkraiburg – Wenn die Spieler der Sparte Unihockey des VfL Waldkraiburg in der Sporthalle in der Dieselstraße trainieren, kann es manchmal auch ein bisschen rau zugehen. Aber gerade das macht ihren Sport so interessant. Bei Unihockey, auch „Floorball“ genannt, spielen zwei Teams in einem Spielfeld gegeneinander. Mit ihren Schlägern versuchen die Spieler, den kleinen, löchrigen Spielball in das Tor ihres Gegners zu schießen. Das Team, das am Ende der Spielzeit die meisten Tore hat, gewinnt.

Bei Unihockey ist Schnelligkeit, Dynamik und Taktik angesagt. Das stärkt die Ausdauer und Koordination sowie die Muskeln und das Herz-Kreislauf-System. Zudem fördert es die Konzentration und ganz besonders auch die soziale Aktivität und den Teamgeist. Die OVB Heimatzeitungen durften bei einem Training dabei sein. Der erste Gedanke: Irgendwie erinnert das ein bisschen an Eishockey, nur ohne Eis.

Unihockey erinnert an Eishockey, ist aber eine eigene Sportart

Dennoch ist Unihockey eine völlig eigene Sportart. Die Torhüter verteidigen ihr Tor ohne Stock. Sie tragen eine spezielle Schutzkleidung, die aus Helm, Brustpanzer, Beinpolster, Ellenbogenschützer und Handschuhen besteht. Bei all den schnellen Richtungswechseln, Beschleunigungen und Stopps bietet diese einen guten Schutz vor möglichen Verletzungen. Unihockey ist eine Mannschaftssportart, die aus der Familie der Stockballspiele stammt.

Es ist eine Mischung aus Hallenhockey und Eishockey, denn hier wird auch hinter den Toren gespielt. Dazu ist das gesamte Spielfeld mit einer Bande umgeben. Unterschiede im Vergleich zum Feld- oder Hallenhockey gibt es beim Stock (Schläger). Beim Floorball wird mit leichten Kunststoffschlägern und einem speziellen hohlen Ball gespielt, während beim Hallenhockey Holz- oder Carbon-Schläger mit einer flachen Seite zum Einsatz kommen.

Thomas Kozel brachte den Sport nach Waldkraiburg

Der Begriff Unihockey leitet sich aus „Unihoc“, dem schwedischen Hersteller der ursprünglichen Schläger und „Hockey“ ab. Dass es diesen Sport überhaupt in unserer Region gibt, ist Thomas Kozel (53) zu verdanken. Er brachte Unihockey im September 1997 nach Waldkraiburg und war bis 2009 Spartenleiter. „Ich bin seit über 40 Jahren Mitglied beim VfL Waldkraiburg und habe schon früher in der Schule Unihockey gespielt. Die Ausrüstung ist sehr einfach. Viele Schulen haben das als Ausgleichssport. Das machte mir schon immer so viel Spaß, dass ich vor 28 Jahren beschloss, mit ein paar Freunden einen Verein zu gründen“, erzählt Kozel.

Sie traten dem Deutschen Unihockey Bund (DUB) bei, wurden kurz darauf in den offiziellen Ligabetrieb aufgenommen und spielten fortan in der Regionalliga Süd. Seit 2005 wird Unihockey beim VfL als Breitensport betrieben und das soll auch so bleiben. Ihnen ist der Spaß wichtiger als Leistungsdruck und Trophäen. Bei ihrer Gründung waren sie zu sechst. Heute sind es 20 Mitglieder im Alter zwischen 17 und 53 Jahren. Gründungsvater Thomas Kozel ist hierbei der Älteste. Über weitere Mitglieder würden sie sich freuen, denn der Sport kann immer und überall auf der Welt gespielt werden und das von jedermann und -frau, in jedem Alter.

Action gehört beim Unihockey dazu: Die Spieler versuchen, den kleinen löchrigen Ball im Tor der gegnerischen Mannschaft zu platzieren.

Väter und Söhne spielen beim VfL mit- und gegeneinander

Der allerbeste Beweis sind die Waldkraiburger Unihockeyspieler selbst. Hier spielen Väter und ihre Söhne gemeinsam im gleichen Verein. Mal sind sie im gleichen Team, mal sind sie Gegner auf dem Spielfeld. Gemeinsame Hobbys stärken das Band zwischen Eltern und Kindern. „Normalerweise ist das ja uncool, mit dem Vater etwas gemeinsam zu machen. Beim Unihockey schweißt sie das aber noch mehr zusammen, denn es ist ein cooler Sport. Man kommt auf andere Gedanken. Die Teams wechseln ja immer und so kann mal Vater gegen Sohn spielen. Dann sind da Rivalitäten und jeder versucht, der Beste zu sein“, sagt Thomas Kozel, dessen Sohn ebenfalls im Verein spielt.

„Da sitzen zum Beispiel Vater und Sohn zu Hause zusammen am Esstisch und es kommen freche Sprüche wie ‚Papa, heute Abend mache ich dich aber fertig‘. Der Papa nimmt das mit Humor und denkt sich ‚warte du mal ab, wer beim Spiel wen schlägt‘. Die Söhne freut es natürlich, wenn sie das Team, in dem ihr Vater spielt, schlagen und umgekehrt natürlich genauso. Wir sind hier nicht nur ein tolles Team, sondern vor allem auch eine große Familie“, setzt Spartenleiter Thomas Schalk fort.

Unihockey ist eine günstige Sportart

Unihockey ist ein günstiger Sport: Alles, was man dafür braucht, sind Schläger, Bälle und Tore. Bequeme Sportklamotten hat jeder zu Hause, sodass man sofort loslegen kann. Günstige Schläger gibt es schon ab etwa 20 Euro, Preisklasse aufsteigend. Spielt man im Verein, ist der Jahresbeitrag beim VfL Waldkraiburg mit 45 bis 67 Euro je nach Altersklasse ebenfalls erschwinglich. Trainiert wird einmal pro Woche, immer donnerstagabends, in der Sporthalle in der Dieselstraße.

Was die Sportart so besonders macht, ist ihre Einzigartigkeit: Das Waldkraiburger Unihockey ist der einzige Verein dieser Art in ganz Südostbayern. Nirgendwo sonst findet man in den Landkreisen Mühldorf und Altötting diesen Sport. Die nächsten Vereine gibt es in großen Städten wie München, Augsburg, Landshut und Lindau. Dabei ist Floorball weltweit angesagt, vor allem in Nord- und Osteuropa sowie in Nordamerika. Es gibt auf nationaler wie auch internationaler Ebene Wettkämpfe, darunter auch die Unihockey-Weltmeisterschaft.

Die OVB Heimatzeitungen stellen in den nächsten Wochen die Waldkraiburger Sportvereine vor. Heute: Der VfL Waldkraiburg.

In Waldkraiburg fiebert man bei solchen Events mit, doch sie selbst bewahren sich ihren Sport lieber als Hobby und Ausgleich zum stressigen Alltag. Sie hoffen, dass Unihockey auch in unserer Region bekannter wird, denn in vielen Ländern ist es eine echte Trendsportart. Wer sich dafür interessiert, findet weitere Infos und Kontakt unter: www.vfl-waldkraiburg.de/unihockey oder macht am besten mal persönlich bei einem Probetraining mit.

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