Folgen der Bundestagswahl
„Müssten mit Blödheit geschlagen sein“: SPD-Urgestein Fischer erwartet Kampf um Rathaus Waldkraiburg
Nach der Bundestagswahl zeichnet sich für 2026 erneut ein Kampf um das Waldkraiburger Rathaus ab. Bürgermeister Robert Pötzsch bekommt auf jeden Fall einen Gegenkandidaten. Eine Partei outet sich.
Waldkraiburg – Nach der Bundestagswahl, nach den 32,1-Prozent für die AfD in Waldkraiburg steht für den Waldkraiburger SPD-Mann Richard Fischer fest: Die AfD wird bei der Kommunalwahl 2026 in Waldkraiburg mit einem eigenen Bürgermeister-Kandidaten antreten. „Die müssten doch mit Blödheit geschlagen sein, wenn sie keinen Kandidaten suchen.“ Doch er würde nicht der einzige Gegenkandidat sein.
Am Montag (24. Februar) hatte Bürgermeister Robert Pötzsch (UWG) bereits mitgeteilt, dass er sich „definitiv“ um eine dritte Amtszeit bewerben werde. Er werde aber nicht der einzige Bewerber sein, erklärt Fischer: „Es wird einen Kandidaten von der SPD geben, aber nicht ich.“ Mehr möchte er noch nicht sagen, auch nicht, ob es ein Waldkraiburger Sozialdemokrat sein wird. Nur so viel: Bis zum 1. April soll der Name feststehen.
Er kennt die Stadt, ihre Politik und ihre Bewohner
Der 70-jährige Fischer ist Waldkraiburger, Sozialdemokrat und Gewerkschafter mit Leib und Seele. Seit Jahren führt er die SPD-Fraktion im Stadtrat an, lenkt er die Geschicke der Waldkraiburger SPD und hat mehrfach selber als Bürgermeister kandidiert. Er kennt seine Stadt, ihre Kommunalpolitik und ihre Menschen wie wenige andere. Deshalb hat ihn das Abschneiden der AfD am Sonntag nicht kalt erwischt. „Ich habe es erwartet. Dennoch bin ich erschüttert.“ Denn er fordert von den Menschen in der Vertriebenenstadt: „Gerade sie sollten offener sein.“
Zumindest einen positiven Aspekt kann Fischer der Wahl abgewinnen: Die Wahlbeteiligung von 75,4 Prozent sei für Waldkraiburg ein sehr guter Wert. „Das ist kein schlechtes Zeichen für die Demokratie.“
Keine falsche Sicherheit
Nach der Bundestagswahl warnt Fischer die Kommunalpolitiker vor der falschen Annahme, die Kommunalwahl sei mit der Bundestagswahl nicht zu vergleichen, sei eine personenbezogene Wahl. „Das alleine wird es nicht mehr sein.“
Für Fischer ist das Wahlergebnis der in Teilen rechtsextremen Partei ein Auftrag: „Wir werden einiges tun müssen. Wir müssen uns hinterfragen.“ Damit meint er seine, aber auch alle anderen Parteien. Sie müssten die Entwicklungen und die Vergangenheit darstellen; zeigen, wo Parteien, etwas tun können, wo sie an Vorgaben und Regularien gebunden sind. „Es gibt den Vorwurf, wir hören nicht zu oder lösen die Probleme nicht. Aber die Probleme lösen sich nicht so einfach von heute auf morgen“, betont Fischer.
Auch die Wähler sind gefordert
Nicht nur die Parteien seien gefordert, sondern auch die Bürger, erklärt Fischer: „Sie müssen sich engagieren und einbringen.“ Die Wähler müssen überlegen, bei wem sie ihr Kreuz machen, müssen die Aussagen und Programme kritisch hinterfragen.
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