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Diebstahlserie reißt nicht ab

Waldkraiburger „Einschleichdieb” schlägt wieder zu – und macht anderen Ort unsicher

Nach drei Diebstählen in der Schanzstraße in Waldkraiburg, trieb ein bislang Unbekannter nun auch in Kraiburg sein Unwesen. Einen Fahndungserfolg verzeichnete die Polizei dagegen in Rattenkirchen.
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Nach drei Diebstählen in der Schanzstraße in Waldkraiburg, trieb ein bislang Unbekannter nun auch in Kraiburg sein Unwesen (Symbolbild). Einen Fahndungserfolg verzeichnete die Polizei dagegen in Rattenkirchen.

Der „Einschleichdieb“ treibt weiter sein Unwesen – diesmal in Kraiburg. Offenbar sucht er gezielt nach unverriegelten Gebäuden. Was die Polizei nun vermutet und warum ein anderer Fahndungserfolg in Rattenkirchen Hoffnung macht.

Kraiburg/Rattenkirchen/WaldkraiburgVergangene Woche schlug ein unbekannter Dieb in der Waldkraiburger Schanzstraße mehrfach zu. Nun zog er offenbar erneut los und machte Kraiburg unsicher. In der Nacht von Sonntag, 1. Juni, auf Montag, 2. Juni, kam es erneut zu drei Diebstählen, bei denen Wertsachen entwendet worden.

Zwei weitere Fälle, womöglich aus der Nacht von Montag, 2. Juni, auf Dienstag, 3. Juni, und ebenfalls in Kraiburg, nimmt die Polizei derzeit auf. „Da wissen wir noch nicht, was weggekommen ist und ob einer der Diebstähle eventuell schon etwas zurückliegt”, sagt Waldkraiburgs Polizeihauptkommissar Uwe Schindler.

Serien-Täter für Einbrüche verantwortlich

Die neuen Taten passen zur aktuellen Einbruchserie im Ortsteil Niederndorf. Das macht Schindler an der Arbeitsweise des Diebes fest. „Er macht es sich ziemlich leicht”, sagt er. Der weiterhin unbekannte Täter konzentriert sich auf unverriegelte oder leicht zugängliche Gebäude, bei denen er möglichst nichts aufbrechen muss.

Über ein geöffnetes Fenster stieg er in der Jettenbacher Straße in ein momentan leerstehendes und sich im Umbau befindendes Haus ein. Dort entwendete er ein graues, hochwertiges E-Bike der Marke Cube, Typ Hybrid 120 Race. Bei den Einbrüchen zuvor hatte er es ebenfalls auf Wertsachen wie hochwertige Kleidung oder Sonnenbrillen abgesehen.

Am besten sofort die Polizei kontaktieren

Im Sperlweg verschaffte sich der Täter gegen 1 Uhr nachts Zutritt zu einer Art Scheune. Erbeuten konnte er dort nichts, da ihn der Eigentümer bemerkte und zur Rede stellte. „Offenbar war der Mann eingeschüchtert und ergriff schnell die Flucht”, schildert Schindler. Dennoch sei die Gewaltbereitschaft des Unbekannten schwer einzuschätzen.

„Wenn man verdächtige Geräusche hört, sollte man immer vorsichtig sein und besser gleich die Polizei anrufen”, rät der Hauptkommissar. Dazu könne man den Notruf wählen, auch unter der 110 ist die aktuelle Einbruchserie bekannt. „Ich kann es natürlich nicht verbieten, den Täter anzusprechen – aber wenn wir direkt kontaktiert werden, besteht die Chance, dass man den noch Unbekannten nicht verschreckt.” Der Eigentümer kontaktierte erst anschließend die Polizei, eine umgehend eingeleitete Fahndung verlief erfolglos.

Täter mutmaßlich ein deutscher Mann

Zumindest eine erste Täterbeschreibung gibt es nun: Der Mann sprach Deutsch, ohne Akzent. Er war schwarz gekleidet und hatte eine Taschenlampe bei sich. Mehr konnte der Eigentümer aufgrund der schnellen Flucht nicht erkennen. Die Polizei schließt nicht aus, dass es sich auch um mehrere Täter handeln könnte.

Zu einer unbekannten Tatzeit gelangte der Dieb zudem in einen Wintergarten und wurde auch dort fündig. Den Schadenswert und die fehlenden Gegenstände ermittelt die Polizei noch.

Dieb scheint seine Einbruch-Ziele auszukundschaften

Dass alle Gebäude leicht zugänglich waren, lässt darauf schließen, dass sich der Dieb vorher erkundigt oder umschaut. Möglicherweise macht er tagsüber einen Spaziergang oder fährt mit dem Rad vorbei. Auch könnte es sich um einen Ortskundigen handeln – oder beides.

„Dass der Einschleichdieb noch immer sein Unwesen treibt, beunruhigt mich”, sagt Schindler. Die Polizei habe darum die Ermittlungsarbeit intensiviert und sei hochmotiviert und engagiert. „Wer etwas Verdächtiges wahrnimmt, sollte ohne mit der Wimper zu zucken die 110 kontaktieren und bloß keine Hemmungen haben”, betont der Polizist. Hinweise nehmen die Beamten auch unter der Telefonnummer 08638/94470 entgegen.

Polizei ertappt Einbrecher in Rattenkirchen

Das Aufmerksamkeit in der Nachbarschaft helfen kann, zeigt der Fahndungserfolg in Rattenkirchen. Dazu trug ein aufmerksamer Anwohner maßgeblich bei: Er hatte beobachtet, wie zwei Personen am Sonntagmorgen gegen 2.45 Uhr mit Taschenlampen in sein Wohnzimmer leuchteten. Sie ließen dann jedoch von dem Gebäude ab – möglicherweise weil sie bemerkt wurden. Allerdings machten sie sich nicht auf und davon: Der Anwohner bemerkte, wie sie mutmaßlich bei einer nahe gelegenen Firma einbrachen.

Die Polizei leitete sofort eine Fahndung ein. Neben Streifenbesatzungen war auch ein Polizeihubschrauber im Einsatz. Einen der zwei Tatverdächtigen konnten die Beamten unmittelbar beim „Schmiere stehen” festnehmen. Der andere flüchtete zunächst, konnte aber ebenfalls im Umfeld der Firma gestellt werden.

Auch diese Diebe wohl für mehrere Taten verantwortlich

Ein Mühldorfer Polizist erlitt bei einer der Festnahmen leichte Verletzungen. Der Sachschaden beträgt rund 3.000 Euro. Die Beute beläuft sich auf Bargeld im dreistelligen Bereich und Büroartikel. Insgesamt können den mutmaßlichen Tätern zwei Einbrüche in Firmen zugeordnet werden, der Zusammenhang zu einem weiteren Firmeneinbruch in Weidenbach wird noch geprüft.

Beide Tatverdächtige sind moldauische Staatsangehörige und 60 bzw. 43 Jahre alt. Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Traunstein wurden sie am Montagvormittag (2. Juni) dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Mühldorf vorgeführt. Dieser erließ gegen beide einen Untersuchungshaftbefehl. Anschließend wurden sie in eine JVA verbracht.

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