Nach dem Aus in der Bürgermeisterfrage
„Ja, ich bin aus der CSU ausgetreten!“ Ex-Chef der Neumarkter CSU enttäuscht über Vertrauensentzug
Einige Tage sind vergangen, seit Fabrizio Chinarello sein Amt als Vorsitzender der CSU Neumarkt-St. Veit niedergelegt hat. Doch nicht nur das. Er ist auch aus der CSU ausgetreten. Auf OVB-Nachfrage nennt er die konkreten Gründe – und wird dabei auch sehr persönlich.
Neumarkt-St. Veit – Es sind einige Tage ins Land gezogen, bis Fabrizio Chinarello erneut zu seinem Rückzug aus der CSU Stellung bezieht. Er hat nicht nur als Ortsvorsitzender hingeworfen. Chinarello, der sich auch selbst als Bürgermeisterkandidat ins Spiel gebracht hatte, ist auch aus der CSU ausgetreten. Wenn er nun auf seine dreijährige Wirkungszeit im Ortsverband verweist, ist deutlich Wehmut rauszulesen – aber auch eine gehörige Portion Enttäuschung.
Verweis auf Werte
„Ja, ich bin aus der CSU ausgetreten“, bestätigt nun auch Chinarello den Bruch mit den Christsozialen in Neumarkt-St. Veit, nachdem dies unmittelbar nach seinem Rückzug aus der Vorstandschaft bereits seine kommissarische Vertreterin, Johanna Obermeier, auf Nachfrage der OVB Heimatzeitungen erklärt hatte.
„Ich bin mit bestimmten Werten aufgewachsen, darunter Ehrlichkeit, Korrektheit, Respekt und ein fairer Umgang miteinander“, fährt Chinarello in seiner Stellungnahme an die Zeitung fort. Tugenden, die er versucht hatte, auch im Ortsverband zu verankern.
Leben und Bewegung in den Ortsverband gebracht
„Ich habe über drei Jahre meines Lebens in diese Arbeit investiert, mit klaren Zielen. Dazu zählte nicht nur meine eigene Kandidatur als Bürgermeister, sondern auch der Wunsch, neue Mitglieder zu gewinnen, junge Menschen für die Politik zu begeistern und wieder mehr Leben und Bewegung in den Ortsverband zu bringen“, fasst er die vergangenen drei Jahre seines Wirkens in Neumarkt-St. Veit zusammen.
Er sieht sich in seiner Arbeit bestätigt: „Wenn man sich die aktuelle Vorstandschaft anschaut, hat sich der Altersdurchschnitt im Vergleich zu früher nahezu halbiert“, führt er als vorrangiges Beispiel seiner erfolgreichen Arbeit an. Weiter betont Chinarello: „Wir haben in den vergangenen drei Jahren mehr Veranstaltungen organisiert als je zuvor.“
Junge Union wiederbelebt
Namentlich nennt Chinarello dann Lukas Dietrich, Mitglied der neuen CSU-Vorstandschaft. Ihm bescheinigt der Ex-CSU-Chef ein „starkes Engagement“. Mit ihm und „meiner punktuellen Unterstützung konnte die Junge Union wiederbelebt werden. Sie trifft sich inzwischen regelmäßig und wird zunehmend aktiver“, freut sich Chinarello.
Chinarello blickt zufrieden auf die vergangenen Jahre zurück, seit er 2023 das Amt des Vorsitzenden übernommen hatte. Er habe nahezu „alle meine persönlichen Ziele erreicht, mit Ausnahme eines einzigen, der ausschließlich mich selbst betrifft“. Er meint damit sein Ziel, 2026 als Bürgermeisterkandidat für die CSU Neumarkt-St. Veit ins Rennen zu gehen. Seine allgemeine Arbeit im Ortsverband sieht er „als weitgehend erledigt und durchaus erfolgreich an“.
Sehe keinen Anlass mehr, weiterhin wertvolle Familienzeit zu opfern“
Er nennt diesen Erfolg als Grund für seinen Rücktritt. Er sehe „keinen Anlass mehr, weiterhin wertvolle Familienzeit zu opfern“. Und dann teilt er richtig aus: „Vor allem nicht für einige wenige Personen, die diese Arbeit nicht wirklich zu schätzen wissen.“ Namen nennt Chinarello allerdings nicht. Er schließt mit den Worten: „Offenbar wünscht sich der Ortsverband, oder zumindest manche Personen darin, für die Bürgermeisterkandidatur einen anderen Weg. Diesen Willen respektiere ich und mache entsprechend den Weg frei.“
Wer diese Person sein wird, darüber hält sich die Führungsspitze der CSU aktuell noch bedeckt.