Zwei Brände in 24 Stunden
Ballenpresse und Felder in Flammen: Wie Bauern um Mühldorf der Feuerwehr beim Löschen helfen
Es ist Erntezeit, auf den Feldern wird das Stroh zu Bündeln gepresst. Dabei geriet in Niedertaufkirchen eine Ballenpresse in Brand. Wenige Stunden später brannte ein Feld in Altmühldorf. Wie es zu solchen Bränden kommt und wie Landwirte mit ihren Maschinen der Feuerwehr helfen können.
Mühldorf – Zweimal innerhalb von nicht einmal 24 Stunden mussten im Landkreis Mühldorf die Feuerwehren zum Löscheinsatz auf abgeernteten Feldern ausrücken. Beide Male kamen zum Glück keine Menschen zu Schaden.
Brand einer Ballenpresse in Niedertaufkirchen am 11. August




Ballenpresse fängt Feuer
Den ersten Einsatz bescherte den Floriansjüngern am frühen Montagabend (11. August) gegen 17.45 Uhr eine brennende Ballenpresse in Niedertaufkirchen. Aus noch unbekannter Ursache fing das landwirtschaftliche Gerät Feuer, brannte komplett aus und setzte auch das Stoppelfeld großflächig in Brand.
Geistesgegenwärtig konnte der Landwirt die Ballenpresse noch vom Feld auf die Straße ziehen und dort abstellen. So hat er einen größeren Flurschaden vermeiden können, teilte die Polizeiinspektion Mühldorf mit. Der Sach- und Flurschaden beläuft sich auf rund 40.000 Euro.
Verletzt wurde bei Brand und Löscheinsatz niemand. Die Feuerwehren aus Niedertaufkirchen, Neumarkt-Sankt Veit, Mühldorf und Mößling waren mit circa 130 Mann rund zwei Stunden lang im Einsatz, um die Ballenpresse und das Feld zu löschen.
Am Dienstag (12. August) gegen 11 Uhr, wurden die Feuerwehren Altmühldorf und Mühldorf zu einem Stoppelfeldbrand gerufen. Auf einem Feld im Tal von Altmühldorf, neben der alten B12 in Richtung Inn, standen mehrere Hundert Quadratmeter in Flammen.
Altmühldorfer Landwirt verhindert mit Grubber Ausbreitung des Feuers
Zur Brandursache konnte Thomas Mertl, Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr Altmühldorf, nichts sagen. „Als wir vor Ort angekommen sind, hat der Bauer das Feld rund um die Brandfläche schon mit einem Grubber abgezogen“, so Mertl. Die Löscharbeiten selbst waren keine große Sache für die Feuerwehr.
Normalerweise nutzt man in der Landwirtschaft einen Grubber dazu, um nach der Ernte Stoppelreste in den Boden einzuarbeiten. Dabei bricht das Gerät die oberste Bodenschicht auf und geht nicht so tief in die Erde wie ein Pflug. Bei Bränden verhindert diese Technik die Ausbreitung des Feuers.
Jetzt wird das Stroh eingebracht
Landwirte beziehungsweise die Fahrer von Ballenpressen erleben solche brandgefährlichen Situationen immer wieder. Auch in den vergangenen Jahren mussten deswegen die Feuerwehren im Landkreis Mühldorf regelmäßig ausrücken. Derzeit laufen die Erntearbeiten auf den hiesigen Feldern auf Hochtouren. „Jetzt ist Erntehöhepunkt in der Region“, sagt Ulrich Niederschweiberer, Kreisobmann des Bauernverbands. „Die Felder müssten bald alle durch sein.“
Zu Bränden komme es öfter, wenn das nach dem Dreschen auf den abgeernteten Feldern zurückbleibende Stroh zu Ballen gepresst wird. „Dafür gibts verschiedene Auslöser“, weiß Niederschweiberer. „Oft ist es ein heiß gelaufenes Lager an der Maschine, das das Gerät und auch die Strohstoppeln in Brand setzt.“ Bei Mulchpressen, die das Stroh vor dem Pressen auch noch zerkleinern, kann es immer wieder zu Funkenflug kommen, wenn ein Stein aufgewirbelt wird. Trockenes Stroh fängt dann im Nu zu brennen an. „Die Fahrer solcher Pressen und von Mähdreschern haben da immer ein wachsames Auge darauf“, so der Kreisobmann. „Sie haben auch alle einen Feuerlöscher dabei, um sofort eingreifen zu können.“ Wenn aber das Feuer auf Feld und Maschine übergreift, muss die Feuerwehr ran.
Früher haben Landwirte die Strohstoppel meist in den Boden eingearbeitet. Mittlerweile wird es in der Landwirtschaft als wertvolles Gut weiter verwendet. Ulrich Niederschweiberer etwa nutzt sein ganzes Stroh als Futter und zur Einstreu für seine Tiere.
„Red Farmers“ im Landkreis Mühldorf
Zusammen mit anderen Landwirten und der Kreisbrandinspektion ist er gerade dabei, im Landkreis Mühldorf die „Red Farmers“ aufzubauen. „Das sind Landwirte, die bei solchen Feldbränden, aber auch bei Waldbränden und anderen Feuern mit ihren Maschinen die Feuerwehr unterstützen.“ Mit Grubbern können die Landwirte um die Brandherde herum Schneisen ziehen und mit ihren Traktoren und Güllefässern große Mengen von Löschwasser auch in unwegsames Gebiet bringen.
Im Landkreis bestehe dazu große Bereitschaft von den Landwirten. „Das hat auch den Vorteil, dass Freiwillige Feuerwehren und Kommunen diese Maschinen nicht selbst anschaffen und vorhalten müssen.“ Auf der Plattform der „Red Farmers“ können sich Landwirte für solche Einsatzfälle registrieren lassen, die Feuerwehrkommandanten erhalten Zugriff darauf. Niederschweiberer hofft, dass sich viele Landwirte und Kommunen diesem System anschließen.
