Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für . Danach können Sie gratis weiterlesen.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf
  • Jetzt für nur 0,99€ im ersten Monat testen
  • Unbegrenzter Zugang zu allen Berichten und Exklusiv-Artikeln
  • Lesen Sie nahezu werbefrei mit aktiviertem Ad-Blocker
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Vorstand verweigert Unterstützung

Neumarkts CSU-Vorsitzender bricht mit seiner Partei – Wer wird jetzt Bürgermeister-Kandidat?

Noch bevor der Kampf um den Rathaussessel von Schloss Adlstein eröffnet ist,  streicht einer der möglichen Kandidaten die Segel. Weil die Vorstandschaft der CSU Neumarkt-St. Veit nicht zu 100 Prozent hinter ihren Vorsitzenden Fabrizio Chinarello steht, hat er nun seinen Verzicht erklärt. Gleichzeitig ist er als Vorsitzuender zurück- und als Mitglied aus der CSU ausgetreten.
+
Noch bevor der Kampf um den Rathaussessel von Schloss Adlstein eröffnet ist, streicht einer der möglichen Kandidaten die Segel. Weil die Vorstandschaft der CSU Neumarkt-St. Veit nicht zu 100 Prozent hinter ihren Vorsitzenden Fabrizio Chinarello steht, hat er nun seinen Verzicht erklärt.

Kurz vor der heißen Phase zur Kommunalwahl 2026 kommt es zu einem personellen Einschnitt bei der CSU Neumarkt-St. Veit: Der bisherige Vorsitzende Fabrizio Chinarello hat sein Amt niedergelegt – wegen interner Uneinigkeit über die Bürgermeisterfrage. So kam es zum Bruch mit der CSU.

Neumarkt-St. Veit – Es gärt bei der CSU in Neumarkt-St. Veit: Denn seit der vergangenen Woche hat der Ortsverband keinen Vorsitzenden mehr. Der bisherige Vorsitzende des CSU-Ortsverbands Neumarkt-St. Veit, Fabrizio Chinarello, hat sein Amt mit Wirkung zum 21. Juli 2025 niedergelegt. Führungslos ist die CSU allerdings nicht. Bis zu den nun fälligen Neuwahlen hat Johanna Obermeier das Amt kommissarisch übernommen. Doch wie kam es zu dem Bruch mit Chinarello, der sich noch vor wenigen Monaten selbst als möglicher Bürgermeisterkandidat der CSU ins Spiel gebracht hatte?

Da war die Welt noch in Ordnung: Bei der Hauptversammlung wurde Vorsitzender Fabrizio Chinarello im Amt bestätigt, hier bei der Ehrung von Rosina Maria von Roennebeck zu deren 30-jähriger Mitgliedschaft bei der CSU.

„Vorausgegangen waren interne Gespräche zur Aufstellung eines Bürgermeisterkandidaten für die Kommunalwahl am 8. März 2026“, heißt es dazu in einer ersten Pressemitteilung der CSU. „Im Zuge dieser Beratungen zeichnete sich ab, dass innerhalb der Vorstandschaft keine einheitliche Unterstützung für eine mögliche Kandidatur von Herrn Chinarello bestand und eine andere Person bevorzugt wird“, heißt es in dem Schreiben weiter.

Johanna Obermeier führt den CSU-Ortsverband nach dem Rückzug Chinarellos nun kommissarisch. Neuwahlen sind erst im März 2026 geplant.

Um einer geordneten Neuaufstellung des Ortsverbands nicht im Wege zu stehen, habe sich daraufhin Fabrizio Chinarello dazu entschieden, vom Vorsitz zurückzutreten. Inzwischen soll er auch als Mitglied aus der CSU ausgetreten sein, wie Obermeier bestätigt.

Wer die „andere Person“ sein soll, die die CSU im Schriftstück nennt, lässt die kommissarische Vorsitzende unbeantwortet. Aus der Pressemitteilung geht lediglich hervor, dass die Gespräche zur Aufstellung einer Bürgermeisterkandidatin oder eines Kandidaten bereits laufen würden.

Großes Lob, aber keine Rückenedeckung

Weiter unten im Text bedankt sich der CSU-Ortsverband bei Fabrizio Chinarello für sein Engagement in den vergangenen drei Jahren. „Unter seiner Leitung wurden wichtige Impulse für die Weiterentwicklung des Ortsverbandes gesetzt, insbesondere im Bereich der Mitgliedergewinnung und Organisationsstruktur.“

Die kommissarische Leitung hat nun Johanna Obermeier übernommen. Unterstützt wird sie von den stellvertretenden Vorsitzenden Stefan Streck und Karl Korn. Strecks Name wird übrigens in CSU-Kreisen genannt, was den möglichen Bürgermeisterkandidaten der CSU betrifft. Doch offiziell gibt es dazu keine Positionierung. Nur soviel sagt Obermeier: „Die Person/Personen, welche sich bereit erklären, bei der Aufstellungsversammlung für die Bürgermeisterwahl zu kandidieren werden, wird zur gegebenen Zeit offiziell bekannt geben.“

Im Kontakt mit der örtlichen Wirtschaft: Thomas Pöhn, Frischhut-Werksleiter in Neumarkt-St. Veit,  CSU-Ortsvorsitzender Fabrizio Chinarello, Laurenz Gaugg, Leiter Transformation bei der Tiroler TRM-Gruppe, dem Mutterkonzern von Frischhut sowie Frischhut-Geschäftsführer Christoph Aigner (von links).

Wer ist der mutmaßliche Gegenkandidat?

Chinarello selbst zeigt sich diplomatisch nach seinem gescheiterten Versuch, als möglicher Bürgermeisterkandidat für die CSU Neumarkt ins Rennen zu gehen. „Ich ziehe meine interne Bewerbung um die Bürgermeisterkandidatur zurück und stelle mein Amt als Ortsvorsitzender zur Verfügung. Damit möchte ich der bevorzugten Person die nötige Freiheit und den Gestaltungsspielraum geben, den anstehenden Wahlkampf nach eigenen Vorstellungen zu führen“, heißt es in seiner Stellungnahme gegenüber den OVB-Heimatzeitungen. Einen Namen des möglichen Gegenkandidaten erwähnt aber auch Chinarello nicht.

Er stellt in seinem Schreiben fest, dass er in den vergangenen drei Jahren „mit viel Herzblut und Engagement am Aufbau unseres Ortsverbands gearbeitet“ habe. Konkret benennt er neue Strukturen, die Gewinnung neuer Mitglieder und die stärkere Einbindung junger Menschen, „mit dem Ziel, unseren Verband langfristig zukunftsfähig aufzustellen“.

In dieser Zeit seien viele Veranstaltungen, Projekte und sichtbare Aktivitäten umgesetzt worden, „wie sie in den drei Jahrzehnten davor kaum stattgefunden haben. Diese neue Dynamik war nur möglich durch das gemeinsame Engagement vieler motivierter Mitglieder und ich bin stolz darauf, was wir gemeinsam erreicht haben.“

Er betont: „Ein besonderes Anliegen war es mir, fähige Persönlichkeiten für den Neumarkter Stadtrat zu gewinnen und ein starkes Team zu formen, das sich den Herausforderungen unserer Stadt geschlossen, sachlich und lösungsorientiert stellt – immer mit Blick auf das Gemeinwohl.“

Viel Zeit auf Kosten der Familie investiert

Chinarello verhehlt dabei nicht: „Mein persönlicher Fokus lag dabei auch auf einer möglichen Bürgermeisterkandidatur, ein Ziel, das ich stets intern offen kommuniziert habe. Ich habe viel Zeit investiert, nicht selten auf Kosten meiner Familie.“ Anfang März hatte das Chinarello erstmals öffentlich bekannt gegeben. „Ich würde mich als Kandidat zur Verfügung stellen!“, hatte er gegenüber den OVB-Heimatzeitungen erklärt. Und auch bei der Jahreshauptversammlung der CSU Ende März dieses Jahres war er als Vorsitzender im Amt bestätigt worden.

Bei der Vorstandsitzung der CSU im Juli, nur vier Monate später, dann der Paukenschlag: Es habe sich zwar gezeigt, dass es Unterstützung aus mehreren Reihen für seine Kandidatur gab. „Einflussreiche Mitglieder des Ortsverbands, darunter auch einzelne aus der Vorstandschaft“, hätten dann aber signalisiert, dass sie eine andere Person bevorzugen würden.

Rückzug aus Rücksicht auf den Ortsverband

Natürlich hätte er intern um die Kandidatur kämpfen können. „Doch das hätte der Geschlossenheit des Ortsverbands geschadet und die gemeinsame Vorbereitung auf die Kommunalwahl erheblich belastet.“ Aus Verantwortung gegenüber dem Ortsverband und um einen internen Machtkampf zu vermeiden, habe er sich daher für den Rückzug entschieden.

CSU-Fraktionsvorsitzender Gruber Peter bedauert den Rückzug Chginarellos.

Mit Bedauern reagiert Peter Gruber, Fraktionsvorsitzender der CSU im Neumarkter Stadtrat auf die Entscheidung Chinarellos. „Ich finde es sehr schade, dass Herr Chinarello aus den beiden Funktionen, CSU-Vorsitzender und möglicher CSU-Bürgermeisterkandidat, zurückgetreten ist. Er hat in seiner Zeit als CSU-Vorsitzender vieles Neues vorangebracht und den Ortsverband gestärkt. Ich respektiere aber Chinarellos Entscheidung und wünsche ihm für die Zukunft alles Gute.“ Weitere Reaktionen aus der CSU-Fraktion zum Rückzug von Herrn Chinarello gibt es nicht. „Unabhängig davon werden wir aber für die nächste Wahlperiode eine Verjüngung der CSU-Fraktion vorantreiben“, fügt er hinzu.

Neuwahlen erst nach der Kommunalwahl

Neuwahlen werden voraussichtlich erst nach den Kommunalwahlen stattfinden, wie Johann Obermeier mitteilt. „Bis dahin werde ich mit meinen Stellvertreterkollegen der Ortsverband und den bevorstehenden Wahlkampf organisieren.“ Dass sich aktuelle Mandatsträger nach dem Rückzug Chinarellos ebenso von der CSU abwenden beziehungsweise deshalb von einer erneuten Kandidatur absehen, kann Obermeier nicht bestätigen: „Dieser Zusammenhang ist mir nicht bekannt. Grundsätzlich laufen aktuell noch viele Gespräche zur Aufstellung der Stadtratsliste. Bei den amtierenden Stadträten hängt die Entscheidung zur Wiederaufstellung mehr vom Alter ab, als von Chinarellos Kandidatur.“

Kommentare