Netzwerker und Organisationstalent
Hermann Huber (57) aus Zangberg plötzlich verstorben: „Vereinshuber“ und „Bürgermeister der Herzen“
Tiefe Bestürzung und große Trauer in Zangberg: Völlig unerwartet ist Hermann Huber gestorben, im Alter von erst 57 Jahren. Mit ihm geht ein Mensch, der sich große Verdienste in der Gemeinde erworben hat. Er hinterlässt eine gewaltige Lücke.
Zangberg – Eine Gemeinde trägt Trauerflor. Denn einer ihrer eifrigsten und engagiertesten Bürger lebt nicht mehr. Völlig unerwartet starb Hermann Huber am vergangenen Wochenende. Der beliebte Zangberger wurde leblos im Garten seines Hauses gefunden. Die Rettungskräfte haben es nicht mehr geschafft, ihn zurück ins Leben zu holen. Hermann Huber wurde nur 57 Jahre alt.
Huber hatte die Kompromissvorschläge
Eine viel zu kurze Zeit. Vor allem dann, wenn man bedenkt, was Hermann Huber im Laufe seines Lebens alles für seine Gemeinde getan hat. Für die Vereine, für den Ort, die Politik. „Wenn es im Gemeinderat zwei Meinungen gegeben hat, dann war es sehr oft Hermann Huber, der den Kompromissvorschlag parat hatte!“, würdigt Bürgermeister Georg Auer die Arbeit Hubers als Gemeinderatsmitglied. 15 Jahre lang gehörte er dem Gremium an, hat in dieser Zeit viel Einfluss genommen auf die Entwicklung Zangbergs.
15 Jahre lang im Zangberger Gemeinderat
Ende November 2023 ist er aus dem Gremium ausgeschieden, nachdem er sich entschieden hatte, am 1. Dezember 2023 eine Stelle als IT-Fachmann bei der Verwaltungsgemeinschaft Oberbergkirchen anzutreten. Dieses ließ sich mit dem weiteren ehrenamtlichen Mitwirken im Rat nicht vereinbaren.
Huber wurde am 27. Juli 1966 in Mühldorf geboren, wohnte zeitlebens in Zangberg, wo er die Grundschule besuchte. Nach der Realschule in Waldkraiburg ging es für ihn auf die Fachoberschule und dann ins Studium der Feinwerktechnik. Im September 2000 hat Hermann Huber seine Gerlinde geheiratet. Zwei Töchter, geboren 2002 und 2004, waren sein ganzer Stolz.
Die IT war sein Steckenpferd
Immer schon hat er sich für Informationstechnik interessiert und sich im Laufe der Jahre großes Wissen angeeignet. Mit seinem Bruder Alfred hat er schon vor Jahren begonnen, EDV in die Vereine zu bringen, sie auf die digitalen Herausforderungen vorzubereiten. „Die IT war immer sein Steckenpferd“, bescheinigt ihm Bruder Alfred. Das hat ihn schließlich auch für den Job in der Verwaltungsgemeinschaft qualifiziert.
„Die komplette Verwaltung steht unter Schock!“, kommentiert der VG-Vorsitzende Michael Hausperger die Nachricht vom plötzlichen Tod des beliebten Zangbergers. „Hermann Huber hat nicht nur eine große Fachkompetenz mitgebracht und unsere EDV binnen kürzester Zeit in die richtigen Bahnen gelenkt. Er wird uns auch als sehr wertvoller Mensch fehlen. Ein toller Arbeitskollege, der schnell einen Platz in unserem Herzen gefunden hat und den wir gemocht haben. Es ist ein ganz großer Verlust!“
Alle Fäden sind bei Hermann Huber zusammengelaufen
„Wenn sich der Hermann hätte aufstellen lassen, die Leute hätten ihn zum Bürgermeister gewählt!“, ist sich der tatsächliche Bürgermeister Georg Auer sicher. Tief betroffen sagt er, dass Huber eine wahnsinnig große Lücke hinterlässt. Faschingsgaudi, Faschingsball, Dorfweiherfest, die Aufstellung des Terminkalenders der Vereine – so ziemlich alle Fäden sind bei Hermann Huber zusammengelaufen, der viele Jahre lang auch Vorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr Zangberg war.
Als Vereinsmensch durch und durch würdigte er das ehrenamtliche Engagement anderer Zangberger, indem er Versammlungen besuchte, Neuigkeiten, Erfolge oder auch nur Terminmeldungen in die Zeitung brachte. Als Berichterstatter hatte er schon vor vielen Jahren die Tätigkeit des langjährigen OVB-Berichtertstatters Günther Thalhammer übernommen, der im Januar dieses Jahres gestorben ist.
Ein Netzwerker und Organisationstalent
„Er war kein Vereinsmeier, sondern ein Vereinshuber“, fasst Alfred Huber das Wirken seines elf Jahre jüngeren Bruders zusammen. Von der Krieger- und Soldatenkameradschaft Zangberg bis zur Spielvereinigung Zangberg. „Ich glaube, der einzige Verein, in dem er nicht Mitglied war, war die Frauengemeinschaft!“ Die „Wahnsinnsakzeptanz“ und Wertschätzung, die Huber in Zangberg genossen hat, hat ihren Grund auch darin, dass er immer da war, wenn man etwas brauchte. „Ein Organisationstalent, ein Planer, der genau wusste, wen er anrufen muss, wenn er etwas für eine Veranstaltung gebraucht hat“, sagt Alfred Huber. Und er war nicht nur Koordinator, sondern hat auch selbst fest angepackt: „Nach einem Fest war er der Erste, der da war und aufgeräumt hat!“
Gewissenhaft und erfolgreich
Bis zuletzt hat er gewissenhaft berichtet, zuletzt über die Jahreshauptversammlung der Spielvereinigung, in der er die Skiabteilung geleitet hat, zuletzt aber auch aktiver Stockschütze war und nur wenige Woche vor seinem Tod für die Vereinsmeisterschaft gewürdigt wurde. „Zweifellos werden wir in der nächsten Zeit zu spüren bekommen, was uns in der Gemeinde durch seinen Tod fehlt“, sagt Bürgermeister Auer.