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Erneut Feuer unter Verwaltungsdach?

Neuer Bürgermeister, alter Streit: Warum die Gemeinde Polling weiter keine Ruhe findet

Im Pollinger Rathaus rumort es erneut. Der neue Bürgermeister Ernst Weinberger nimmt Stellung.
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Im Pollinger Rathaus rumort es erneut. Der neue Bürgermeister Ernst Weinberger nimmt Stellung.

Nach dem Ende der Ära Kronberger sollte Polling unter Nachfolger Ernst Weinberger in ruhigeres Fahrwasser kommen. Schluss mit Streit und Ärger. Doch es scheint anders zu kommen. Es droht neues Ungemach. Warum die kleine Gemeinde nicht zur Ruhe kommt.

Polling – Diese Behauptung lässt aufhorchen: Die Verwaltungsgemeinschaft Polling soll beschlossen haben, eine Consultingfirma zu beauftragen, heißt es. Bürgermeister Ernst Weinberger (CSU) bestätigt auf Anfrage den Vorgang: Ein entsprechender Auftrag sei an HJS Consulting gegangen. Zur Frage, welche Aufgabe der Dienstleister bekommen hat, nur so viel: Es gehe um die „Unterstützung der Verwaltung“.

Bürgermeister von Polling zeigt eine klare Meinung

Der Name HJS ist in der Region bekannt. Das Unternehmen war 2023 in Reichertsheim und Kirchdorf im Einsatz, als es darum ging, das große Chaos in der Verwaltung der dortigen VG zu beseitigen, die Finanzen zu ordnen und einen Nothaushalt aufzustellen.

Zu den Dienstleistungen von HJS Consulting, dessen Kopf der frühere Bürgermeister von Prien, Jürgen Seifert ist, gehören kommissarische Leitungen von Ämtern wie einer Kämmerei, das Personal- und Changemanagement. Tatsache ist: Wenn HJS in einer Verwaltung tätig wird, könnte es ein strukturelles, personelles oder organisatorisches Problem geben.

Es rumort wieder im Rathaus Polling.

So auch in Polling? Dass HJS tätig wird, scheint Mitarbeitende zu beunruhigen. Informanten, die anonym bleiben wollen, sehen sich nicht ausreichend informiert, welche Aufgaben die Berater haben und was das Personal erwarten wird. Sie wollen in die Überlegungen zur zukünftigen Ausrichtung und Organisation der Verwaltung eingebunden werden, auch vor dem Hintergrund der Tatsache, dass es in den vergangenen Jahren in der VG große personelle Probleme gegeben habe.

Wunsch: ein Personalrat

Das ist wohl auch der Hintergrund für ein Anliegen aus Reihen der Mitarbeiterschaft: Es soll ein Personalrat für die Verwaltungsgemeinschaft gegründet werden. Um die Einberufung einer Versammlung und um Formalitäten rund um die Terminfindung und Einladung soll ein Streit in der VG mit dem neuen Bürgermeister entbrannt sein. „Es handelt sich um dienststelleninterne Angelegenheiten, die ich nicht kommentiere“, teilt Weinberger auf Nachfrage der Redaktion mit. Ein öffentliches Interesse an der Thematik bestehe nicht.

Die Gründung eines Personalrats ist in der Tat eine interne Angelegenheit. Doch die Tatsache, dass die Auseinandersetzungen an die Öffentlichkeit gelangt sind, zeigt, dass es erneut rumort in der Verwaltungsgemeinschaft.

Trinkwasser ein Mega-Thema in Polling

Dabei benötigt Polling Ruhe, um den vielen Aufgaben gerecht zu werden, die den neuen Gemeinderat und Bürgermeister erwarten. Aktuelles Mega-Thema: die Sorge um das Trinkwasser. Einmütig hatte sich der Rat in der vergangenen Sitzung kritisch zu Plänen der Weiding Mineralwasser GmbH, einen Langzeitpumpversuch zu starten, positioniert.

Im Juni ließ das Gerücht einer angeblichen Verunreinigung des Trinkwassers durch coliforme Keime aufhorchen. Weinberger gibt auf Anfrage Entwarnung: „Bei den regelmäßig durchgeführten Trinkwasserbeprobungen wurde im Juni eine geringe Belastung mit coliformen Bakterien festgestellt. Die Anordnung einer Abkochverfügung war nach Rücksprache mit dem Gesundheitsamt Mühldorf am Inn aufgrund der niedrigen Werte nicht veranlasst, für die Bürgerinnen und Bürger bestand gemäß der Empfehlung des Umweltbundesamtes keine akute Gesundheitsgefährdung. Ursachenforschung und Reinigungsmaßnahmen waren – Stand jetzt – erfolgreich. Die jüngsten Testergebnisse weisen weder an der Übergabestation Bergham noch am Hochbehälter Stieglholzen coliforme Bakterien auf.“

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