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Erster „Bavarian Run“ durch den Landkreis

Leder, Stahl und Herz: „Punishers“ treffen sich in Mühldorf – wer dahinter steckt

Mit dem Trike zum ersten „Bavarian Run“, den die Punishers in Mühldorf veranstalteten.
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Mit dem Trike zum ersten „Bavarian Run“, den die Punishers in Mühldorf veranstalteten.

Tätowierte Biker auf donnernden Maschinen: Beim „Bavarian Run“ in Mühldorf zeigen die Punishers LE/MC, dass hinter harten Schalen Helden des Alltags stecken: Polizei, Zoll, Rettungsdienst und Co. Was Motorradfahren mit Menschlichkeit und Zusammenhalt zu tun hat.

Mühldorf – Sie tragen Lederkutten und Tattoos, fahren schwere Motorräder, sind Mitglieder ihres Motorradclubs und sorgen mit ihrem Erscheinungsbild für Respekt.

Respekt sollte man haben vor den Jungs des „Punishers Law Enforcement Motorcycle Club“ (kurz: Punishers LE/MC) - auch im normalen Alltag, wenn sie keine Lederkutten tragen und nicht auf Harley oder Chopper durch die Straßen cruisen. Sie arbeiten bei Polizei, Justiz, Zoll, Behörden, Militär, Sicherheitsdienst, Feuerwehr oder Rettungsdienst. Sie setzen sich für den Schutz und die Sicherheit von Mensch und Tier ein.

Zu ihrem Club gehören auch Pensionäre und ehemalige Polizisten. „Wir sind keine Rocker, wir sind Biker mit Herz“, sagt Sikano, der Präsident des Punishers LE/MC Germany - Free State Bavaria Chapter.

Klischees und Vorurteile

„Viele Menschen drücken Leuten, die Lederkutte tragen und Motorrad fahren, automatisch den Stempel „Rocker“ auf und denken dabei als erstes an Gesetzlose. Dieses Klischee muss aus den Köpfen der Menschen raus, denn es gibt auch ganz normale Leute wie uns, die ehrwürdige Berufe haben und einfach nur die Leidenschaft für Motorräder teilen“, erklärt Sikano, der seinen bürgerlichen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Die Fahrer wollen anonym bleiben, um ihre berufliche Position und die Sicherheit ihrer Kollegen zu schützen.

„Wir machen uns auch für die gute Sache stark. Wir haben tolle Familien, die hinter uns stehen, sind Lebenspartner, Ehemann, Vater, Sohn, Kollege und treuer Kamerad. Kameradschaft bedeutet uns alles“, setzt er fort.

Die „Punishers“ distanzieren sich von anderen Bikern, die sie gesetzlos nennen. Es handle sich um Mitglieder bestimmter Outlaw Motorcycle Gangs (OMGs), die ihr Leben nach ihren eigenen Regeln und Gesetzen führen und mit Polizei und Justiz in Konflikt sind. „Die grenzen sich von den übrigen Motorradfahrern ab“, so der Präsident der Punisher.

Ihren Ursprung haben die Punishers LE/MC in den USA, als am 4. Juli 1999, dem Unabhängigkeitstag in den Staaten, Motorrad fahrende Polizeibeamte in New Jersey den Motorradclub ins Leben riefen.

Heute gibt es weltweit mehrere hundert Chapter, also regionale Untereinheiten. Das erste Chapter in Europa entstand in Deutschland. Vor zwei Jahren wurde das „Punishers LE/MC Germany - Free State Bavaria Chapter“ mit Sitz in München gegründet.

Anreise aus Schweden und Sizilien

Nun fand der erste „Bavarian Run“ statt. Dazu kamen etwa 150 Biker der Punishers LE/MC, wie auch von befreundeten Clubs aus Deutschland, Österreich, Schweden, Slowakei, Tschechien, Polen, Dänemark und Italien eigens nach Mühldorf. Die weiteste Strecke legten Teilnehmer aus Sizilien und Schweden zurück.

Der erste „Bavarian Run“ der Punishers führte nach Mühldorf und Neumarkt-St. Veit.

Im Konvoi ging es für die Biker zuerst zur Pfarrkirche Neumarkt Sankt Veit. Dort versammelten sich alle am Friedhof, um einen Kranz für Opfer des Zweiten Weltkrieges niederzulegen. Hier wurden die bestattet, die am 20. November 1944 beim Beschuss eines Zuges beim Bahnhof in Neumarkt-Sankt Veit ums Leben kamen. Die Andacht sowie die Segnung der Motorräder nahm Pfarrer Franz Eisenmann vor.

Für den Pfarrer ein besonderer Moment. „Wir haben immer wieder mal kleinere Segnungen von Motorradclubs aus unserer Gegend hier, aber solch gewaltige Maschinen, so viele und das auch noch international, so etwas hatten wir bislang hier noch nie. Das ist natürlich eine Freude für uns“, sagt Eisenmann begeistert.

Spende an Kinderkrebshilfe

Der Abend dreht sich auch um die Kinderkrebshilfe BALU. Die Motorradfahrer überreichten an Elisabeth Schneider vom BRK Kreisverband Altötting einen Spendenscheck in Höhe von 300 Euro.

Pole-Dance für das Biker Event: Die Tänzerinnen des TSC Weißblau Waldkraiburg zeigten in der Bastei Anmut und Akrobatik.

Die musikalische Gestaltung der Feier in der „Bastei“ übernahm die „Band WoMan“ aus Kraiburg. Mit ihrer Tanzshow beeindruckte die Abteilung Pole Dance vom Tanzsportclub Weiß-Blau 70 e. V. Waldkraiburg die Feiernden. Die Tanzshows gab es bisher nur auf Bühnen in Kulturhäusern zu sehen. Ein Auftritt vor Bikern war neues Terrain. „Für uns eine Premiere. Die Leute waren freundlich und hilfsbereit. Wir hatten ein tolles Publikum und nehmen auf alle Fälle eine völlig neue und wertvolle Erfahrung mit“, sagt die Leiterin der Abteilung Pole Dance, Tanja Neumayer.

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