Kommunalwahlen am 8. März 2026
Kampf um den Landratsposten in Mühldorf: Weitere Nominierung kurzfristig abgesagt
Im Landkreis Mühldorf beginnt der Wettlauf um den Chefsessel im Landratsamt. Wer geht ins Rennen, wer rechnet sich Chancen aus?
Mühldorf/Neumarkt-St. Veit/Haag – Das Rennen um den Chefsessel im Mühldorfer Landratsamt nimmt dieser Tage immer mehr Fahrt auf. Nachdem die SPD bereits im April Patrick Hüller als Landratskandidaten präsentiert hatte, macht in den nächsten Tagen die CSU Nägel mit Köpfen. Auch die AfD wollte einen Mann ins Rennen schicken – am Samstag, 19. Juli, in Heimerls Heimatstadt Neumarkt-St. Veit. Das ist aber kurzfristig abgeblasen. Nicht aber die Kandidatur, sagt der Kreisvorsitzende Oliver Multusch den OVB Heimatzeitungen.
Versammlung abgesagt, nicht die Kandidatur
„Ich werde als Landrat kandidieren“, sagt der Mühldorfer Stadt- und Kreisrat Multusch, das habe der Kreisvorstand einstimmig beschlossen. Die Aufstellungsversammlung sei abgesagt worden, weil die Kreistagsliste nach einer „relativ kontroversen Vorstandssitzung“ noch nicht stehe.
Aus den Landtagswahlen im Oktober 2023 (17,2 Prozent der Zweitstimmen im Landkreis Mühldorf) und der Bundestagswahl im Februar (24,3 Prozent der Zweitstimmen im Landkreis) leitet Multusch den Anspruch für die Kandidatur ab. „Ich könnte mir vorstellen, dass wir den Landrat durchaus in die Stichwahl zwingen können. Was dann passiert, weiß keiner.“
Landrat sollte Widerstand leisten
Multusch kritisiert Heimerls Verhalten bei den Windrädern und der Ausweisung neuer Windvorranggebiete. Er höre zu wenig auf die betroffenen Gemeinden und Bürger, er sei gegenüber der Staatsregierung und dem Bund „willfährig“. Ein Landrat sei zwar unterste Regierungsbehörde, sollte aber dennoch „das höhere Gewicht auf die Seite der Bürger legen“ und „im Rahmen der Möglichkeiten nach oben Widerstand leisten“.
CSU setzte auf Landrat Max Heimerl
Die CSU hebt am Mittwoch, 23. Juli, Landrat Max Heimerl in Haag offiziell auf den Schild. Er soll sich eine zweite Amtszeit holen. Heimerl hatte bereits im April gegenüber den OVB Heimatzeitungen erklärt: „Ich werde mich CSU-intern zur Wahl stellen und hoffe, dass ich nominiert werde.“
Bei seiner Wiederwahl als CSU-Kreisvorsitzender im Juni hatte Heimerl bereits seine Erfolge in der Region aufgezählt: „Ob Krankenhausfusion, MVV-Beitritt oder Schulneubauten – wir haben zentrale Zukunftsprojekte für unseren Landkreis auf den Weg gebracht.“ Das Förderschulzentrum in Aschau, die Bewältigung der Corona-Pandemie, die Flüchtlingskrise: „Das haben wir gut gestemmt, das wird auch anerkannt bei den Bürgerinnen und Bürgern.“
Mit Leidenschaft für die Heimat
Die SPD schickt ihren Unterbezirksvorsitzenden Patrick Hüller in das Rennen. „Ich bin jemand, der tief in unserer Region verwurzelt ist und deshalb werde ich mich mit Leidenschaft für die Zukunft unserer Heimat einsetzen“, machte Hüller im April deutlich.
Als konkrete politische Ziele nannte Hüller damals die Stärkung der Jugendhilfe und der sozialen Einrichtungen sowie das „InnKlinikum“ und bezahlbaren Wohnraum. „Mein Ziel ist es, den Landkreis Mühldorf zu einem Ort zu machen, an dem man gerne lebt und arbeitet.“ Er werde ein Landrat sein, der zuhört, handelt und Verantwortung übernimmt.
Die Grünen suchen noch
Die Grünen sind noch unentschlossen, ob und wen sie als Kandidat benennen wollen, erklärt die Kreisvorsitzende Lena Koch auf Nachfrage: „ Wir sind noch auf der Suche.“ Sie werde es aus privaten Gründen mit Sicherheit nicht. Koch hofft, dass sie intern noch einen Kandidaten oder eine Kandidatin finden, „aber spruchreif ist noch nichts“. Mehr Klarheit könnte eine Fraktionsklausur am Mittwoch, 16. Juli, bringen.
Die Grünen seien als Fraktion zwar mit der Arbeit von Landrat Heimerl zufrieden, die Zusammenarbeit sei gut, sagt Koch. So sei der Beitritt zum MVV „super“. Trotzdem: „Die Wählerinnen und Wähler brauchen eine Auswahl.“
Auch gebe es Punkte, die sie als Grüne „anders machen würden“: einen alltagstauglichen Ausbau des Radwegenetzes für Menschen ohne eigenem Auto, die Zukunft des Car-Sharing-Modells MüMo oder mehr Beschäftigte beim Naturschutz, um zum Beispiel Ausgleichsflächen besser kontrollieren zu können.