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Neuer Supermarkt für Ampfing?

„Cool“ und „Prädikat für Ampfing“: Freude über Supermarkt-Pläne hält sich trotzdem in Grenzen

Stefan Gillhuber (oben), Dr. Marcel Huber und die restlichen Gemeinderäte machten sich die Entscheidung nicht leicht: Soll an der Industriestraße eine neuer, riesiger Rewe-Markt entstehen?
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Stefan Gillhuber (oben), Dr. Marcel Huber und die restlichen Gemeinderäte machten sich die Entscheidung nicht leicht: Soll an der Industriestraße eine neuer, riesiger Rewe-Markt entstehen?

Auf 1.700 Quadratmetern soll ein neuer Rewe in Ampfing alles bieten, was die Bürger brauchen. Bei den Gemeinderäten sorgte das für gemischte Gefühle. So haben sie letztlich entschieden.

Ampfing Diese Entscheidung fiel Ampfings Gemeinderat in der jüngsten Sitzung nicht leicht: Sollen sie in der Industriestraße zwischen Netto und Lidl einen Rewe-Markt mit 1.700 Quadratmetern Verkaufsfläche ermöglichen? Welche Risiken sind damit für die angestrebte Belebung des Ortskerns verbunden?

„Wir entscheiden heute auf Basis der heutigen Situation“, betonte am Ende einer nachdenklichen und abwägenden Diskussion Dr. Marcel Huber (CSU). Denn die Gemeinderäte mussten entscheiden, ob das Grundstück an der Industriestraße nicht mehr als Gewerbegebiet, sondern als „Sondergebiet“ ausgewiesen werden soll. Nur dann dürfe der Investor dort den Rewe-Markt in dieser Größe planen und bauen.

Die Kunden bekämen alles an einem Ort

Als Vollsortimenter würde der Markt ein besonders breites und vollständiges Sortiment anbieten, um die Kunden lückenlos zu versorgen. Der Vorteil für den Kunden: Er hat alles für den täglichen Bedarf an einem Ort.

Das hat aber ein Problem. Die Gemeinderäte wollen eigentlich die Ortsmitte stärken. Dort gibt es schon einen Edeka-Markt, der gute Umsätze mache und „glücklich an dieser Stelle“ sei, führte Bürgermeister Josef Grundner (CSU) aus. 

Zur Jahreswende 2023 auf 2024 war der Investor mit seinen Plänen an die Gemeinde herangetreten. Daraufhin haben die Gemeinderäte die möglichen Folgen untersuchen lassen. Das Ergebnis laut Beschlussvorlage: Mit der Ansiedlung eines Lebensmittelvollsortimenter seien „sehr hohe Umsatzverteilungen gegenüber dem bestehenden Edeka-Vollsortimenter in der Ortsmitte zu erwarten“. Eine Schließung des „Magnetbetriebs in der Ortsmitte“ werde „als wahrscheinlich“ angesehen, die Nahversorgung für einen erheblichen Teil der Bevölkerung würde sich verschlechtern.

Rewe wäre „cool“ und ein „Prädikat für Ampfing“

Dem widersprach Stefan Gillhuber (CSU). Er glaube nicht, dass es den Edeka „zerreißt“, falls der Rewe käme. Der Rewe wäre „cool“ und ein „Prädikat für Ampfing“. Eigentlich sei er gegen einen Eingriff in den Markt. Damit hatte er Alexander Eisner (CSU) an seiner Seite.

Auch Dr. Marcel Huber (CSU) war froh, dass Investoren die „Potenz der Gemeinde“ sehen: „Da können wir stolz sein.“ Die Gemeinderäte müssten das Wohl Ampfings im Auge haben. Und das bedeute: „Wenn was geht, dann sollten wir alles tun, dass die kommen.“

Dieses Potential unterstrich auch Bürgermeister Grundner: „Wir werden größer, nicht kleiner.“ Ampfing werde sicher auch in drei, vier Jahren noch für Investoren interessant sein, falls sich die Gemeinderäte jetzt gegen ein Sondergebiet entscheiden.

Denn sowohl Grundner wie auch Gillhuber, Eisner und Huber hatten trotz aller Begeisterung für den neuen Supermarkt auch den Ortskern im Blick. Der müsse geschützt werden, sonst gingen da „die Lichter aus“, sagte Gillhuber. Dies sah auch Rainer Stöger (Grüne) so. 

1.700 Quadratmeter Verkaufsfläche soll ein neuer Rewe-Markt an der Industriestraße in Ampfing bieten.

Huber verwies auf die „Bequemlichkeit der Menschen“, die lieber alles an einem Ort wollen – und dann eben nicht mehr ins Zentrum kämen. 

„Wir müssen im Ortskern ein relevantes Warenangebot sichern“

Zudem habe das integrierte städtebauliche Entwicklungskonzept (ISEK) mit staatlichen Mitteln und zusammen mit der Bevölkerung die Frage bereits beantwortet: „Wir müssen im Ortskern ein relevantes Warenangebot sichern“, sagte Huber. 

Daher sehe er es als seine Aufgabe, den Ortskern zu sichern, führte Huber aus: „Auch wenn es mir schwerfällt, sollten wir das ablehnen.“ Damit begründeten auch Gillhuber und Eisner ihre Entscheidung gegen ein Sondergebiet. Der Investor habe „kein Recht“ auf ein Sondergebiet, erklärte Bürgermeister Grundner. Am Ende sprachen sich die Gemeinderäte einstimmig gegen ein Sondergebiet und damit gegen einen 1.700 Quadratmeter großen Vollsortimenter aus. 

Bürgermeister macht beim Baisl-Gelände Tempo

Bürgermeister Grundner richtete den Blick in der Diskussion auch nach vorne: „Für das Baisl-Gelände müssen wir schnell sein.“ Dort soll ein Drogeriemarkt kommen. Grundner möchte das Konzept für das Gelände fertig machen und dann ausschreiben. 

Auch wenn die Gemeinderäte an der Industriestraße ein Sondergebiet für einen 1.700 Quadratmeter großen Rewe-Markt ablehnten, es muss noch nicht das Aus für einen Rewe an dieser Stelle sein. So sagte Bürgermeister Grundner: „Bis zu 1.200 Quadratmeter Verkaufsfläche können wir nichts machen.“

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