Wenn die Höhenkontrolle auslöst
A94-Stau am Tunnel Wimpasing: Mann (47) wendet in Rettungsgasse und fährt der Polizei in die Arme
Er wollte sich den Stau auf der A94 bei Wimpasing sparen und wendete einfach in der Rettungsgasse. Sein ungewöhnlicher Ausweg führte den 47-jährigen Autofahrer aus Freyung aber direkt in die Arme der Autobahnpolizei. Was ihm jetzt blüht.
Ampfing — „Ein klassischer Geisterfahrer war das nicht“, sagt Florian Forsthofer von der Autobahnpolizei Mühldorf über den 47-jährigen Freyunger, der am Mittwoch, 7. Mai, um 6.37 Uhr auf der A94 bei Wimpasing in einen Stau geriet, nachdem dort die Höhenkontrolle durch einen Schwertransporter ausgelöst wurde. Der Fahrer aus dem Bayerwald wendete auf der Autobahn und entfernte sich über die Rettungsgasse in die entgegengesetzte Richtung zur Ausfahrt Ampfing. Glücklich dem Stau entkommen, fuhr er der anfahrenden Polizeistreife entgegen.
Ein Monat Fahrverbot
Er wurde gestoppt, kontrolliert und darf seinen Wagen nun wegen der Ordnungswidrigkeit einen Monat in seiner Garage lassen. Zudem wird ein dreistelliges Bußgeld fällig, wie Polizeikommissar Forsthofer im Gespräch mit der Heimatzeitung erklärt.
„Meist ist nur eine Streife vor Ort. Deren Priorität ist die Gefahrenabwehr. Damit niemand ins Stauende rast, gilt es, die Autobahn wieder so schnell wie möglich freizumachen“, so Forsthofer. Dazu muss geprüft werden, wer die Höhenkontrolle ausgelöst hat und der Laster mit Überhöhe sachte aus dem Tunnel raus bis zum Parkplatz Fürthholz-Nord begleitet werden. Dort wird dann der Sachverhalt geklärt. Erst danach können sich die Beamten um Fahrer kümmern, die meinen, die Rettungsgasse wäre ihr schnellster Ausweg. Oft sind sie dann auf Zeugen angewiesen, die sich das Kennzeichen und das Fabrikat gemerkt haben.
Falschfahrer ohne Gegenverkehr
„Die Rettungsgasse muss für Einsatzfahrzeuge frei bleiben. Doch der Freyunger war wohl zu ungeduldig und dachte sich vermutlich, weil eh alle stehen, da könne er auch einfach umdrehen“, so Fortshofer. Der Mann habe zum Glück niemanden gefährdet, weil ihm kein Verkehr entgegenkam, sondern alle Kfz standen. Denn vor dem Einhausung Wimpasing erstreckte sich ein zwei Kilometer langer Rückstau bis zur Ausfahrt Anschlussstelle Ampfing.
Ein klassischer Geisterfahrer oder Falschfahrer habe nur Gegenverkehr und das sei sehr gefährlich, gerade auf einer Autobahn, wo mit höherer Geschwindigkeit gefahren werde, so Forsthofer.
Die Höhenkontrolle am Tunnel Wimpasing werde häufig ausgelöst, so der Autobahnpolizist. Kurioses erleben die Beamten in ihrem Alltag ebenso häufig. „Kurios ist nicht das Problem. Das Schlimmste sind die Auffahrunfälle ins Stauende und die müssen wir vermeiden“, so Forsthofer.
Dazu fahren er und seine Kollegen durch die Rettungsgasse in den Tunnel und prüfen: Steckt jemand fest, gab es einen Unfall? „Wir schauen, welcher Laster ist zu hoch. Bei 4,32 Metern Höhe löst die Höhenkontrolle aus.“ Dann schalten die Ampeln am Tunnelanfang auf Rot und ein Stau entsteht.
„So ein Tunnel hat einen gewissen Puffer bei der Höhe, aber da hängen ja auch Lichter runter. Wenn jetzt ein Schwertransporter mit genehmigter Überhöhe nur mit Schrittgeschwindigkeit einfährt, passiert da nichts. Das heißt, mit 5 Kilometern pro Stunde“, so Fortshofer. Doch wenn er schneller fährt und man die Unebenheiten in der Asphaltdecke bedenkt, gerät er ins Schlingern oder schwingt nach oben. „Dann löst er die Kontrolle aus.“
So wie am Mittwochmorgen. Das Fehlverhalten des LKW-Fahrers sei ebenfalls eine Ordnungswidrigkeit, „das kostet ihn ebenfalls einen dreistelligen Betrag“, schließt Forsthofer.
