Verein „Radeln & Helfen“ aus Garching
Eine-Million-Euro-Spendenmarke geknackt: „Ein unfassbar erleichterndes Gefühl“
Seit seiner Gründung im Januar 2012 sammelt der Verein „Radeln & Helfen“ Spenden für Kinder in Not – ob in Bolivien, Simbabwe oder direkt in der Region. Nun wurde die magische Millionengrenze überschritten.
Garching – „Ich war mir schon immer sicher, dass wir die Eine-Millionen-Euro-Marke früher oder später überschreiten werden. Das habe ich aber nie so offen kommuniziert“, erklärt Gerhard Dashuber, Gründer des Vereins „Radeln & Helfen“, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Schließlich sind wir eine gemeinnützige Organisation. Hier zählt jeder Euro und darauf wollen wir uns auch fokussieren.“
Für Kinder in Not: „Radeln & Helfen“ aus Garching an der Alz
Seit Januar 2012 ist man ein offiziell eingetragener Verein: „Es war nie meine Absicht, eine solche Stiftung zu gründen, aber das Ganze hat sich so ergeben. Ich habe im Jahr 2001 das erste Mal an einem 24 Stunden-Rennen für die Kinderkrebshilfe teilgenommen und das war ein einschneidendes Erlebnis“, erinnert sich der 61-Jährige aus Garching an der Alz.
„Es war brutal schlechtes Wetter und irgendwann haben wir uns die Frage gestellt, ob wir nicht einfach eine Pause einlegen sollen. Ich habe dann aber gesagt, dass das nicht geht, weil wir für Kinder in Not fahren und sie unsere Unterstützung brauchen. Das hat uns allen nochmal neue Energie gegeben“, erklärt der Inhaber eines Radgeschäfts und fügt an. „So kam der Stein ins Rollen.“
Steigende Bekanntheit durch TV-Auftritte
Von da an nahm er Jahr für Jahr an diesem Event teil: „Damals wurde das Ganze noch von Radsport Garching organisiert, wobei 2010 das letzte Rennen stattfand. Ich wollte aber nicht, dass es damit einfach vorbei ist, weswegen wir dann eben unseren Verein gegründet haben. Zu Beginn haben wir diese 24-Stunden-Fahrten organisiert, wobei dies weit mehr Aufwand ist, als viele denken.“
Denn hinter diesem Tag steckt einiges an Planung: „Genauer gesagt ein komplettes Jahr. Man muss sich um die Strecke kümmern, in engem Austausch mit der Gemeinde stehen, Helfer organisieren, Freiwillige finden und auf gutes Wetter hoffen. Ansonsten war alles mehr oder weniger umsonst“, so Dashuber. „Wir haben aber relativ schnell eine gewisse Bekanntheit erlangt, da wir beispielsweise im Jahr 2018 bei den Sternstunden vertreten waren. Auch im Bayerischen Fernsehen konnte man uns schon sehen. Das hilft ungemein.“
XXL-Challenge im Sommer: „An unsere Grenzen gekommen“
Allerdings kam mit der Corona-Pandemie der große Einschnitt: „Das war für uns eine alles andere als einfache Situation. Wir wollten aber nicht aufgeben und haben uns deswegen dafür entschieden, statt einer großen mehrere kleine Veranstaltungen zu organisieren. Somit konnten wir uns auch in mehrere Richtungen bewegen. Ein Highlight war mit Sicherheit unsere 7-Summit-Challenge in diesem Sommer.“
Eine mehr als nur physisch fordernde Aufgabe: „Wir haben die Höhenmeter der höchsten Gipfel jedes Kontinents symbolisch mit dem Rennrad bezwungen und sind dabei an unsere Grenzen gekommen. Jeder Tag war eine neue Herausforderung. Was die Teilnehmer da abgerissen haben, war der reinste Wahnsinn. Nachdem wir am letzten Tag unser Ziel erreicht haben, sind manche sogar noch weiter gefahren. So etwas mitzuerleben, zeigt mir und jedem, der dabei war, was alles möglich ist“, verrät der 61-Jährige, der selbst Teil der Reise war. „Ich habe mich vier Monate darauf vorbereitet und jede einzelne Sekunde genossen.“
Eine Millionen-Euro-Spendenmarke geknackt
Doch nicht nur deswegen ist das Jahr 2025 ein besonderes: „Ich gehe davon aus, dass wir heuer insgesamt auf 150.000 Euro kommen werden. Eine beeindruckende Summe, wobei wir insgesamt die Millionengrenze überschritten haben. Dadurch, dass wir inzwischen 40 Botschafter in Deutschland und auch Österreich haben, läuft das Ganze nahezu von alleine. Mir gibt das ein großartiges Gefühl der Erleichterung, wenn ich sehe, was wir bis jetzt alles erreicht haben.“
Denn man fahre nach wie vor für die Kinder: „Das treibt uns einfach an, weil wir zusammen als Gruppe etwas bewirken wollen. Das Geld spenden wir immer Einrichtungen, die unserem Zweck dienen. Beispielsweise an eine Schule in Nepal, an ein Kloster in Simbabwe oder einfach an Organisationen in der Region. Dabei unterstützen uns diese bei unseren Rennen und im Gegenzug erhalten sie Spenden. Eine Win-win-Situation für alle Beteiligten.“
Jahreshauptversammlung Ende November
Und der Verein ist für jeden Interessierten offen: „Bei uns ist jeder, der etwas Gutes tun und helfen möchte, absolut willkommen. Klar haben wir auch bestimmte Voraussetzungen, wenn man beispielsweise an der 7-Summit-Challenge teilnehmen möchte, aber im Großen und Ganzen zählt jeder einzelne Kilometer. Und wir sind noch lange nicht fertig. Ich freue mich bereits jetzt auf alles, was noch kommt“, so ein zuversichtlicher und stolzer Dashuber zum Abschluss. Einen wichtigen Termin gibt es heuer noch: Am 23. November findet die Jahreshauptversammlung des Vereins statt. (gz)