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„Dachte, dass es um mich geschehen ist“

Von 40-Stunden-Fahrten bis hin zur Todesangst – Gerhard Dashuber und seine Liebe zum Rad

Gerhard Dashuber liebt das Radfahren. Nicht nur aufgrund seines eigenen Ladens
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Gerhard Dashuber liebt das Radfahren. Nicht nur aufgrund seines eigenen Ladens.

Gerhard Dashuber aus Garching lebt für das Radfahren. Der 61-Jährige führt einen eigenen Radladen, gründete den Verein „Radeln & Helfen“ – und kennt auf dem Sattel sowohl Glücksmomente als auch absolute Grenzerfahrungen.

Garching – Sport bedeutet für viele Menschen mehr als nur Bewegung – er ist Ausgleich, Stressabbau und Quelle neuer Energie. Vor allem Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren bieten diese Möglichkeit. Doch während die meisten entspannt in die Pedale treten, kennt und liebt Gerhard Dashuber aus Garching das Radfahren auch von seiner extremen Seite.

Gerhard Dashuber und seine Liebe zum Rad

„Für mich ist das Radfahren 100-prozentige Freiheit. Dieses Gefühl, wenn man auf dem Sattel sitzt und einem der Fahrtwind um die Ohren saust, ist einmalig. Es hat etwas Magisches und fasziniert mich jedes Mal aufs Neue“, schwärmt der 61-Jährige im Gespräch mit innsalzach24.de. „Zudem ist es unglaublich, wie viel man mit seiner eigenen Muskelkraft erreichen kann.“

Schließlich habe er schon einige Länder mit dem Drahtesel bereist: „Ich war wirklich schon viel mit meinem Rad unterwegs und wurde bis jetzt überall herzlich empfangen. Die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft, die einem entgegengebracht wird, ist wunderschön und alles andere als selbstverständlich“, erklärt Dashuber und fügt schmunzelnd an. „Aktuell ist es im Trend, mit dem Rad einmal um die Welt zu fahren. Das habe ich noch nicht geschafft.“

In 40 Stunden quer durch Deutschland

Dafür aber manch andere Dinge: „Wir sind erst letztens in 14 Stunden zum Gardasee gefahren oder auch mal in 40 Stunden durch ganz Deutschland. Das waren schöne Fahrten. Vor fünf Jahren bin ich ein „Unsupported-Race“ (Anm. d. Red.: Rennen ohne fremde Hilfe) von Wien nach Nizza gefahren. Das waren über 2.500 Kilometer und mitten im ersten Corona-Lockdown. Ich habe mich selten in meinem Leben freier gefühlt. Eine unfassbare Erfahrung, die mich aber auch an meine Grenzen gebracht hat.“

Allerdings nicht wegen der Anstrengung: „Ich musste damals 30 Pässe überqueren und habe während des Rennens meine Jacke verloren. Deswegen bin ich umgedreht und habe sie für mehrere Stunden gesucht, aber nicht mehr gefunden und zusätzlich eine Menge Zeit verloren. Auf dem Andermatt in der Schweiz habe ich dann völlig erschöpft bei zwei Grad Celsius eine Pause einlegen müssen“, erinnert sich der Rad-Fanatiker.

Nahtod-Erfahrung: „Dachte, dass es um mich geschehen ist“

Eine heikle Situation für Dashuber: „Ich war natürlich völlig verschwitzt und mir war extrem kalt. Ich dachte wirklich, dass ich erfriere und es um mich geschehen ist. Was danach passiert ist, war aber unglaublich. Ich habe eine Art außerkörperliche Erfahrung gemacht und mein Körper hat sich von selbst erwärmt. Nach rund einer Stunde bin ich auf das Rad gestiegen und weiter gefahren. Seitdem habe ich auch keine Angst mehr vor dem Erfrieren oder der Kälte.“

Seit 36 Jahren ist er inzwischen selbstständig: „Ich habe einen eigenen Radladen, in dem ich mich gerne um meine Kunden kümmere. Davor war ich unter anderem Motocross-Profi und Sportsoldat bei der Bundeswehr.“ Eine schwere Knieverletzung habe schließlich dazu geführt, dass er sich endgültig in den Radsport verliebt hat: „Mein Arzt meinte, dass ich ab sofort nur noch Radfahren könnte. Davor bin ich auch schon gerne gefahren, das war aber der Knackpunkt.“

Buchautor, Ex-Profi und viel mehr

Seitdem hat sich bei dem 61-Jährigen einiges getan: „Ich konnte bereits Weltcup-Punkte einfahren, habe den Verein Radeln & Helfen gegründet, inzwischen schon ein Buch geschrieben, sitze aktuell an einem zweiten und halte Vorträge oder Seminare“, erklärt der Garchinger, dem eine Sache enorm wichtig ist: „Ich brauche diese Extreme nicht. Ich könnte auch ein Jahr lang kein Fahrrad fahren oder mal eben nur entspannt zum Bäcker. Es ist einfach meine Leidenschaft, die ich liebe.“ (gz)

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