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Wohnen in Burghausen

Belebung und Leerstand – Wohnbau und „SauRiassl Syndikat“: Zur Entwicklung der Altstadt

Die historischen Burghauser Grüben sind schön – doch gerade hier stehen Eigentümer, Bewohner und Gewerbetreibende vor Herausforderungen.
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Während sich in der Gastronomie wieder etwas mehr tut, ist der gefühlte Leerstand in der Burghauser Altstadt groß.

In der Burghauser Altstadt ist der Leerstand gefühlt groß, Wohnungen weiterhin Mangelware. Trotz sinkender Immobilienpreise scheinen sich kaum noch Interessenten für bestimmte Häuser zu finden. Bürgermeister und Altstadtkümmerer zu Hintergründen und Handlungsmöglichkeiten.

Burghausen – Gerade in der jüngsten Vergangenheit hat sich einiges getan in der Burghauser Altstadt: Das Altstadtcafé ist in neuer Hand, das Restaurant „Maxi“ erweitert, gegenüber gibt es nun die Bar „Paperboy“ und das „271“ wurde mit einem Stern ausgezeichnet. Nach einem Wasserschaden konnte nun auch die Tapasbar „Camino“ am Grübeneingang endlich wieder öffnen – und auch der Frischemarkt am Bichl ist wieder belebt. Doch beschränkt sich das Leben bloß auf die Gastronomie oder tut sich auch etwas, wenn es um den Leerstand in der Altstadt geht?

Zunehmender Leerstand?

Spaziert man durch Messerzeile und Grüben springen dem Flaneur unbewohnte Wohnhäuser ins Auge – auch mehrere Altbauten stehen leer. Viele von ihnen stehen bereits seit Jahren zum Verkauf, doch Interessenten scheint es keine zu geben. Inflation, hohe Baukosten und Zinsen, sowie die Auflagen des Denkmalschutzes schrecken wohl ab. Auch dem Altöttinger „SauRiassl Syndikat“, das im Februar das denkmalgeschützte Haus 188 kaufte, wurden laut Vereinsvorstand Marcel Seehuber mehrere Häuser angeboten. Während 188 aber noch recht gut in Schuss – und auch bewohnbar ist, habe der Kauf anderer Objekte in den Grüben bisher aus verschiedenen Gründen nicht geklappt.

Mangel an Interesse und Investitionsbereitschaft

Florian Schneider (SPD), der Burghauser Bürgermeister, findet das Engagement des SauRiassl Syndikats dennoch gut: „Ich würde mich freuen, wenn sich weitere Immobilien für solche Nutzungskonzepte finden würden.“ Aber auch die Burghauser Wohnbau Gesellschaft (BuWoG) hat in der Altstadt mehrere Häuser und Wohnungen, so Schneider. Ihmzufolge sei der gefühlte Leerstand in der Altstadt momentan größer als der tatsächliche. „Aktuell handelt es sich um ein Ladengeschäft, das zu vermieten wäre“, so der Bürgermeister. Vielfach sei der Leerstand in der Altstadt auf einen Mangel an Investitionsbereitschaft der Besitzer zurückzuführen. „Wir könnten wir beratend zur Seite stehen“, betont Schneider, auch der Altstadtkümmerer Tobias Hanig stehe für Gespräche immer bereit.

Die Aufgaben des Kümmerers beinhaltete auch die Erstellung eines Leerstandskatasters. Laut Hanig ist dieses inzwischen fertig und werde laufend aktualisiert: „Hier unterscheiden wir zwischen leerstehenden Häusern und Ladenflächen und den ‚unterforderten‘ Objekten. Dabei handelt es sich um Flächen oder Gebäude, die weit hinter ihren Möglichkeiten bleiben. Der Grund ist oftmals ein größerer Sanierungsstau oder schlichtweg das fehlende Interesse, diese zu vermieten.“ Insgesamt sieht Hanig keinen Trend zu einem ansteigenden Leerstand.

Die Sorgen der Hausbesitzer

„Man muss beim Leerstand aber unterscheiden zwischen den sanierten Gebäuden, die immer wieder mal auf dem Markt kommen und früher oder später einen Käufer finden – und den großen leerstehenden Gebäuden in den Grüben. Das Knoxoleum, Rosa Winkler oder das Antiquariat stehen schon länger zum Verkauf und es haben dazu beispielsweise auch Voruntersuchungen und Nutzungskonzepte erstellt werden müssen“, sagt Hanig. Aus seiner Sicht führe der demografische Wandel auch hier zu einem Problem, denn viele Eigentümer im fortgeschrittenen Alter falle die Entscheidung zu sanieren oder zu verkaufen schwer. „Da ist der Leerstand dann leider oft das Resultat“, so der Altstadtkümmerer. Oft scheitere der Verkauf aber auch an den Preisvorstellungen der Besitzer. „Hier können wir nur drauf hinweisen, dass der Immobilienwert in den letzten Jahren aufgrund der Zinspolitik und dem Baupreisindex gerade auch im Denkmal gesunken ist“, sagt Hanig.

Die hohen Sanierungskosten gehörten in der Alstadt zu den Hauptsorgen von Hausbesitzern. Laut Hanig gebe es aber auch viele Wissenslücken, was die Förderkulisse anbelangt. „Hier versuchen wir anzusetzen und zu informieren. Die Bandbreite reicht von staatlichen bis kommunalen Förderungen im Denkmalschutz. Wichtig ist das Gespräch vorab, also noch bevor mit den Planungen begonnen wird, damit die Belange des Denkmalschutzes auch berücksichtigt werden. Diese sind Voraussetzungen für eine Förderzusage“, so der Altstadtkümmerer. Bürgermeister Schneider fügt hinzu, dass die Stadt Kontakte zu Architekten und Bauprofis herstellen könne, die Erfahrung mit Denkmalschutz haben.

Viele Anfragen von Gewerbetreibenden und Gastronomen

Manche Sorgen und Probleme der Altstadtbewohner ließen sich laut Hanig aber nur schlecht lösen – gerade wenn es um das Thema Parkraum oder Verkehr gehe. „Hier sind die Anfragen oft gegensätzlich. Einige möchten mehr Parkplätze, andere mehr Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum und weniger Fläche für Autos.“ Die meisten Anfragen erhalte der Altstadtkümmerer jedoch von Geschäftstreibenden und Gastronomen, doch leider fehlen der Altstadt weitere Gewerbeflächen.

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