Das König-Karlmann-Gymnasium in Altötting
„Haben schon 2021 damit angefangen”: Der (moderne) Schulalltag mit künstlicher Intelligenz
Während andere Schulen noch zögerten, war das König-Karlmann-Gymnasium in Altötting schon mutig: Bereits 2021 holte man Stück für Stück die künstliche Intelligenz in den Unterricht – und zeigt heute, wie moderner Schulalltag aussehen kann.
Altötting – Kaum zu glauben, wie schnell es gegangen ist, dass künstliche Intelligenz aus dem alltäglichen Leben fast nicht mehr wegzudenken ist. Egal ob als digitale Einkaufsliste, Suchmaschine oder einfach nur als Informationsquelle. Die KI hat innerhalb weniger Sekunden nahezu immer die perfekte Antwort parat. Kein Wunder also, dass auch immer mehr Schulen darauf zurückgreifen.
Künstliche Intelligenz und ihr Einsatz an Schulen
„Wir glauben, dass die künstliche Intelligenz nicht nur eine Erweiterung für den Schulunterricht, sondern auch eine enorme Erleichterung für die Lehrkräfte ist”, erklärt Georg Kronhuber, Schulleiter des König-Karlmann-Gymnasiums in Altötting, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Deswegen haben wir schon 2021 damit angefangen, unsere Schüler mit digitalen Endgeräten auszustatten und den Unterricht Stück für Stück zu modernisieren.”
Dies gelte aber erst ab der achten Jahrgangsstufe: „Wir haben klare Regeln, die vorschreiben, dass beispielsweise Tabletts nur für den Unterricht verwendet werden dürfen. Wir wollen nämlich nicht, dass unsere Schüler in den sozialen Medien rumhängen, sondern dass sie die digitalen Angebote nutzen und deren Möglichkeiten ausschöpfen”, fährt Michael Steinhuber, Systembetreuer der Schule, fort. „In den Klassen fünf bis sieben ist zudem noch alles beim alten und auch kein Unterricht mit der KI vorgesehen.“
König-Karlmann-Gymnasium Altötting als Vorreiter
Diese seien nahezu grenzenlos: „Die künstliche Intelligenz entwickelt sich rasend schnell fort und es ist, als würde man in eine Glaskugel blicken. Keiner kann vorhersehen, auf welchem Stand das Ganze in einem halben Jahr sein wird. Unser Ziel ist es deshalb, im Rahmen unserer finanziellen Möglichkeiten, in Sachen Ausstattung, Modernität und Wissen Schritt zu halten und uns stetig weiterzuentwickeln.”
Dabei seien vor allem die Lehrkräfte gefordert: „Es kommt durchaus vor, dass unsere Schüler den Lehrern mitteilen, wie sie es bei einer anderen Lehrkraft gelernt haben. Das heißt, dass sich diese untereinander auch austauschen können”, gibt Steinhuber zu Protokoll. „Auf der anderen Seite gibt es auch zentrale Fortbildungen, die wir unserem Kollegium natürlich sehr ans Herz legen. Aber unsere Lehrer sind äußerst motiviert und wollen auch dazu lernen.”
Werden Schüler immer fauler?
Schließlich hätte die künstliche Intelligenz für sie einige Vorteile: „Zum einen kann die KI bewusst im Unterricht als zusätzliche Quelle angewandt werden, zum anderen ist sie auch einfach eine unterstützende Hilfskraft. Sei es bei der Erstellung von Arbeitsblättern oder bei der Korrektur von Tests. Uns ist aber wichtig, dass die Lehrer immer den letzten Blick darauf werfen. Denn auch die KI kann sich mal täuschen.”
Doch führen Systeme wie ChatGPT und Co. nicht dazu, dass Schüler immer fauler werden? „Fauler würde ich nicht sagen. Im Gegenteil sogar. Ich glaube, dass es vielmehr eine Herausforderung für die Schulen wird, damit umzugehen und entsprechende Lösungen zu finden”, meint der Schulleiter. Steinhuber sieht dies ähnlich: „Wenn es schon ein solches Hilfsmittel gibt, warum soll es denn dann nicht genutzt werden dürfen? Es ist immer nur die Frage, wo man die Grenzen zieht.”
Papier und Stift nach wie vor Grundausstattung
Hier sei aber vor allem das Kultusministerium gefragt: „Es wird mit Sicherheit eine alles entscheidende Frage sein, wie in Zukunft mit der künstlichen Intelligenz umgegangen wird und inwiefern diese unterstützend eingesetzt werden darf. Wenn ich jetzt an die W-Seminararbeiten in den Oberstufen-Klassen denke, dann wünsche ich mir feste und vor allem einheitlich geltende Regeln”, verrät der Direktor.
Trotz all der Digitalität sind Stift und Papier immer noch gefragt: „Diese beiden Dinge müssen unsere Schüler auch immer mit dabei haben”, schmunzeln der Schulleiter und der Systembetreuer. „Außerdem entscheiden die Lehrkräfte, wann mit unserem speziellen KI-Tool gearbeitet werden darf und wann bestimmte Themen in das Heft geschrieben werden. Schließlich gehört das immer noch zur absoluten Grundausbildung, die wir nicht vernachlässigen wollen.”
„Wollen den Weg mitgehen“
Auch mit anderen Direktoren tausche sich Kronhuber regelmäßig darüber aus: „Da wir eben schon vor vier Jahren den Weg zur Digitalisierung gegangen sind, haben sich vor allem zum damaligen Zeitpunkt einige Schulleiter bei mir gemeldet und sich erkundigt, wie wir denn das Thema angehen. Es ist aber immer wieder spannend, zu sehen, auf welchem Stand andere Schulen sind.”
Künstliche Intelligenz sei die Zukunft. Und daran führe auch kein Weg vorbei: „Unsere Schüler nehmen das Ganze sehr gut an, sind wissbegierig und wollen sich auch dahingehend fortbilden. Schließlich werden sie in ihrem späteren Berufsleben noch stärker damit konfrontiert sein. Genau deswegen wollen wir den Weg mitgehen”, sind sich Kronhuber und Steinhuber einig. „Auch wir sind gespannt, wo die Reise hingeht.” (gz)