Kein schnelles Ende in Sicht
Bluttat in Altötting – Festnahme in Österreich: Wann wird der Tatverdächtige ausgeliefert?
Eine grausame und blutige Messerstecherei überschattete das vergangene Wochenende in Altötting. Der mutmaßliche Täter floh nach Österreich, wo er auch geschnappt werden konnte. Doch wie steht es um seine Auslieferung?
Altötting – Seit dem vergangenen Wochenende steht Altötting unter Schock. Und das mitten während der Kirta, die eigentlich als Fest der Gemütlichkeit bekannt ist. Doch in der Nacht von Samstag (27. September) auf Sonntag (28. September) kam es in der 13.000 Einwohner-Stadt zu einer grausamen Tat. Ein 22-Jähriger wurde gegen 2.30 Uhr von einem anderen Mann brutal niedergestochen.
Blutige Messerstecherei in Altötting
Der aus Mühldorf am Inn stammende türkische Staatsangehörige wurde mit mehreren Stichverletzungen im Bauchbereich in das Krankenhaus eingeliefert und musste dort operativ versorgt werden. Der junge Mann sei aber inzwischen stabil. Der Vorfall spielte sich in der Burghauser Straße 3, direkt neben dem Traditionslokal „Zeitsprung“ ab.
Der mutmaßliche Täter konnte sich nach dem Übergriff ins Ausland nach Braunau am Inn absetzen, wo er allerdings noch am Abend des 28. Septembers von der Polizei gefasst und festgenommen werden konnte. Die Fahndungsmaßnahmen – unmittelbar nach Eingang des Notrufs – der Polizeistelle Altötting mit Unterstützung umliegender Stellen, der Bundespolizei sowie eines Hubschraubers waren in erster Instanz erfolglos geblieben.
Wie steht es um die Auslieferung?
„Er ist kein österreichischer Staatsbürger, sondern nach der Tat in das Nachbarland geflohen“, verriet ein Polizeisprecher bereits am Montag. Genau genommen handelt es sich bei dem Tatverdächtigen um einen heranwachsenden Deutsch-Türken, der sich nach wie vor in Österreich befindet: „Wir hoffen einfach, dass der Tatverdächtige schleunigst zu uns nach Deutschland ausgeliefert werden kann.“ Diesbezüglich würden aktuell noch Abstimmungen auf justizieller und behördlicher Ebene laufen.
Doch in welchem zeitlichen Rahmen bewegt sich das ganze Procedere? „Voraussetzung für eine Auslieferung ist ein Rechtshilfeverfahren“, erklärt Dr. Rainer Vietze, Pressesprecher der Staatsanwaltschaft Traunstein, auf Nachfrage von innsalzach24.de und fügt an. „In der Regel nimmt ein solches Verfahren mehrere Wochen in Anspruch. Bei dem Fall aus Altötting ist es derzeit nicht vorhersehbar, wie lange das Auslieferungsverfahren dauern wird. Erfahrungsgemäß aber schon länger.“
„Da wird einem schon anders“
Ein schnelles Ende ist also nicht in Sicht. Was bleibt, ist das Unverständnis: „„Ich verstehe nicht, wie es so weit kommen kann, dass man ein Messer zückt und dann auch noch zusticht“, zeigte sich ein Mann, der namentlich nicht genannt werden möchte, bereits am Montag (30. September) nur wenige Meter neben dem Tatort sichtlich geschockt. „Ein furchtbarer Vorfall. Da wird einem schon anders.“ Und auch weitere Passanten blicken mit einer Mischung aus Wut und Trauer auf die Blutspuren, die auch Tage später noch am Boden zu erkennen sind. (gz)