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Schock im Landkreis Altötting

Blauzungenkrankheit nachgewiesen – Das sind die Folgen für Bauern und Konsumenten

Kühe auf den Panger Feldern im Frühling
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Die Blauzungenkrankheit hat auch im Landkreis Altötting Einzug gefunden.

Diese Nachricht sorgt aktuell für Aufsehen: Erstmals wurde im Landkreis Altötting die Blauzungenkrankheit festgestellt. Doch was bedeutet das für Landwirte – und vor allem für Konsumenten?

Landkreis Altötting - Die Blauzungenkrankheit (BTV3) ist endgültig im Landkreis Altötting angekommen. Wie das Landratsamt in einer Pressemitteilung am vergangenen Montag (8. September) bekanntgab, sollen ein Schafsbestand und drei Rinderbestände von dem Virus betroffen sein. Doch welche Folgen hat die Krankheit für die Landwirte, die Tiere und vor allem für die Konsumenten?

Blauzungenkrankheit im Landkreis Altötting

„Die Blauzungenkrankheit wird durch eine Mückenart namens Gnitze übertragen, wobei sich diese früher bei uns aufgrund der kalten Winter nicht etablieren konnte“, erzählt Richard Straubinger, BBV-Obmann für den Landkreis Altötting, im Gespräch mit innsalzach24.de. „Durch die Veränderung des Klimas ist diese aber nun in unserer Region mehr oder weniger heimisch geworden.“

Über einen Stich gelangt das Virus in den Körper der Tiere: „Betroffen sind vor allem Schafe, Ziegen und Rinder, wobei die Gnitzen in der warmen Jahreszeit bei feuchtwarmen Wetter sehr aktiv sind.“ Im vergangenen Jahr ist die Krankheit das erste Mal in Deutschland aufgetreten: „Diese breitete sich massiv im Norden aus und sorgte dafür, dass fünf Prozent der Tiere gestorben sind. Für Landwirte ein herber Verlust.“

„Enormer psychischer Druck“

Auch für die nun betroffenen Betriebe aus dem Landkreis Altötting sei der Befall eine Katastrophe: „Das Ganze ist mit hohen Tierarztkosten und der ständigen Frage verbunden, welches der Tiere es schafft, und welches nicht. Dementsprechend ist der psychische Druck enorm.“ Die Blauzungenkrankheit hätte nämlich schwerwiegende Folgen für die Bestände.

„Die Blauzunge ist sehr gefährlich für Weidehaltung und kann dazu führen, dass es zu deutlichen Einbußen bei der Milchgewinnung kommt. Auch Fruchtbarkeitsstörungen, verfrühtes Kalben oder Nachgeburtsverhalten können Auswirkungen des Virus sein“, verrät Straubinger. Clara Häuser vom Landwirtschaftsamt in Töging teilte auf Anfrage von innsalzach24.de mit, dass die Genesung erkrankter Tiere „Wochen bis Monate“ dauern kann.

Wie können sich Bestände schützen?

„Für rinderhaltende Betriebe hat die Blauzungenkrankheit starke Auswirkungen, da es bestimmte Regelungen zu Tiertransporten gibt, wenn die Blauzungenkrankheit ausbricht. Außerdem ist sie eine anzeigepflichtige Krankheit und wird EU-weit bekämpft. Manchmal sind Tiere auch mit dem Blauzungenerreger infiziert und zeigen keine deutlichen Symptome am Körper, wie etwa Entzündungen oder Ablösungen der Schleimhäute. Dennoch sind die Tiere infiziert und der Befall der Blauzungenkrankheit zeigt sich dann durch eine geringe Leistungsfähigkeit der Tiere“, fährt sie fort.

Doch wie können sich Betriebe gegen einen solchen Befall schützen? „Wir haben schon im vergangenen Jahr, nachdem die erste Fälle aufgetreten waren, für eine Impfung geworben, wobei es am Anfang aufgrund der Rarität des Impfstoffes noch nicht so einfach war“, so der BBV-Obmann, wobei sich dies dann schnell entspannt habe. „Viele Bestände sind unserer Empfehlung nachgekommen und haben ihre Tiere impfen lassen.“

Das sind die Folgen für Konsumenten

Trotzdem bestehe kein hundert prozentiger Schutz: „Aufgrund der vielen verschiedenen Serotypen des Virus“, erklärt Häuser. Ähnlich sehe dies auch Straubinger: „Wir wissen nicht genau, wie sich der Impfschutz verhält, ob und wenn ja, wann aufgefrischt werden müsste. Hierzu gibt es noch keine einhellige Meinung. Wir sprechen uns jedoch für eine Auffrischung der Impfung aus. Weil die Gefahren von möglichen Nebenwirkungen deutlich geringer sind als die Folgen einer Erkrankung.“

Und welche Folgen hat die Blauzungenkrankheit für den Konsumenten: „Keine direkten. Es könnte höchstens dazu kommen, dass höhere Preise auf Milchprodukte erhoben werden. Allerdings ist der Milchpreis sehr stabil und der Anteil der Anlieferungsmilch liegt leicht über dem Vorjahr. Es besteht kein Grund zur Panik, aber wir müssen die Gefahr im Auge behalten“, ist sich der BBV-Obmann sicher.

Landkreis Mühldorf ebenfalls betroffen

Im Landkreis Mühldorf ist die Blauzungenkrankheit ebenfalls keine Unbekannte: „Im Jahr 2025 wurden im Landkreis Mühldorf a. Inn insgesamt elf Fälle der Blauzungenkrankheit bei Rindern oder Schafen festgestellt. Drei dieser Fälle wurden innerhalb der vergangenen beiden Wochen festgestellt. Es handelt sich dabei weiterhin um den Blauzungenvirus Typ3, auf den das Veterinäramt bereits beim Ausbruch im September 2024 hingewiesen hat“, erklärt Dr. Philipp Sieber vom Veterinärsamt auf Nachfrage von innsalzach24.de.

„Gesetzlich sind derzeit keine Bekämpfungsmaßnahmen wie z.B. Betriebssperren oder verpflichtende Impfungen vorgesehen. Die Verbringung von Rindern, Schafen oder Ziegen in andere EU-Mitgliedstaaten unterliegt teilweise Beschränkungen. Die Impfung von Rindern, Schafen und Ziegen gegen die Blauzungenkrankheit wird dringend empfohlen. Erkrankte Tiere müssen, sofern notwendig, selbstverständlich tierärztlich behandelt werden“, so die abschließenden Worte.

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