Neue Beleuchtung erntet massiv Kritik
„Fassungslos!“: Bürger empört über neue Straßenlaternen im historischen Haag
„Fassungslos!“ und „Ohne Worte“: Haags neue Straßenbeleuchtung sorgt in den sozialen Medien für massive Empörung. Bürger finden das Design „speziell hässlich“ und „total unpassend“ für das historische Haag. Das sagt die Marktgemeinde dazu.
Haag in Oberbayern – Die Bürger in Haag sind „not amused“ – und das ist noch nett ausgedrückt. In den sozialen Medien regen sich viele User über die neue Straßenbeleuchtung in der Haupt-, beziehungsweise in der Wasserburger Straße auf.
„Fassungslos!“, schreibt eine Nutzerin, die ein Bild von einer Leuchte gepostet hat, die direkt neben dem Lebensmittelhändler „Jägers Laden“ in der Hauptstraße angebracht wurde. „Welche A... haben das verbrochen, darf ja wohl nicht wahr sein“ sowie „Ohne Worte“, „Da kannst du nur den Kopf schütteln“ und „die Wasserburger Straße ist so verschandelt – unmöglich. Total unpassend für das Haager Straßenbild“, ist in den Posts zu lesen.
Das Problem ist das hochmoderne, dunkelgraue und kantig wirkende Design der neuen Straßenbeleuchtung, das laut den Bürgern so gar nicht ins historische Haag passen mag. Auch dass die Laternen vom Boden weg nach vorne ragen und teilweise – zumindest temporär – schief montiert wurden, kommt bei den Leuten nicht besonders gut an.
„Das gehört doch nicht so, oder?“ und „Blöde Frage, ist das Absicht?“, fragen sich die User, die verschiedene Bilder von den Laternen gepostet haben, woraufhin kommentiert wird: „Nachdem es oben ja waagerecht aussieht, wird das wohl das Design sein. Also ich finde sie sehr speziell hässlich.“
Aufgrund der großen Resonanz auf die neu installierte Straßenbeleuchtung habe die Gemeinde auf ihrer Homepage eine Erklärung dazu veröffentlicht, erklärt der Zweite Bürgermeister Stefan Högener, der derzeit Rathauschefin Sissi Schätz im Urlaub vertritt.
Dort wird der Grund für die neu installierte Straßenbeleuchtung ausführlich erklärt: „Nach dem Rückbau der Seilüberspannungen am 29. Juni wurde die Straßenbeleuchtung wieder hergestellt“. Diese Maßnahme sei laut der Kommune notwendig gewesen, da „erhebliche statische, mechanische und elektrotechnische Mängel“ im Bestand der Seilüberspannungen gefunden wurden. „Diese Mängel wurden durch den neuen Betreiber, die Bayernwerk Netz GmbH festgestellt und diese forderten den unmittelbaren Rückbau“, wird auf der Homepage weiter erklärt.
In der öffentlichen Gemeinderatssitzung im Juni habe das Gremium den Abbau beauftragt und eine Ersatzbeleuchtung mit Solarleuchten bestellt. Diese werden in der Übergangszeit bis zur Neugestaltung des Ortszentrums die Beleuchtung der Straße gewährleisten. „Die Solarleuchten bieten den Vorteil, dass keine aufwendigen Kabelgräben erforderlich sind, und sie somit schnell und vergleichsweise kostengünstig aufgestellt werden können“, teilt die Kommune weiter mit.
„Es ist eine schnelle, pragmatische Lösung“, erklärt Högenauer. Der Gemeinderat habe eine nachvollziehbare Entscheidung getroffen und sich für diese Übergangslösung entschieden, auch weil „akuter Handlungsbedarf“ bestanden habe. Die neuen Laternen konnten ohne langwierige Grabungen und „relativ kostengünstig“ installiert werden. Sie sind laut dem Zweiten Bürgermeister erst einmal aufgestellt und nacheinander befestigt worden, weswegen manche anfangs noch „recht schief“ dagestanden seien. Das sei mittlerweile behoben worden, so Högenauer.
Wie lange die Straßenlaternen bleiben, kann Högenauer schlecht einschätzen. Die Neugestaltung des Ortskerns werde proaktiv angegangen. Wenn die Hauptstraße saniert werde, würden in diesem Zug auch andere Leuchten installiert, erklärt er.
Viele nehmen die neuen Laternen auch mit Humor: „Schick ist sie vielleicht nicht – aber wenn sie leuchtet, erfüllt sie ihren Zweck. Hauptsache, wir haben überhaupt Licht.“ Weitere Nutzer würden sich mehr Beleuchtung in der Buchenstraße wünschen und eine Nutzerin meint, dass die Lampen – sollten sie nicht mehr gebraucht werden – nach Rosenberg abwandern könnten, denn die dort installierten Leuchten würden ihr ebenfalls wenig gefallen.





