Berg an Entscheidungen
Der Teufel steckt im Detail: So nimmt der Haager Zehentstadel weiter Form an
Der Zehentstadel in Haag nimmt weiter Form an. Der Gemeinderat hat sich durch einen Berg an Entscheidungen gearbeitet. Festzustellen bleibt: Der Teufel steckt oftmals im Detail. So sehen die konkreten Pläne aus.
Haag in Oberbayern – Für den weiteren Ausbau des Zehentstadels hat der Haager Gemeinderat Entscheidungen zur Bemusterung der Pflasterflächen, Sitzauflagen und Stahlteile für die Freiflächenanlagen des Großprojekts getroffen.
Das Landschaftsplanungsbüro habe die Freianlagenflächen gesichtet und mitgeteilt, dass sowohl die dunklen als auch die hellen Musterflächen die vorgeschlagene „Farb-Melange“ wiedergeben würden. Tendenziell sei das Planungsbüro jedoch für die hellere Variante, da sie insgesamt „freundlicher und wärmer“ wirke und die leichte Nachdunklung von alleine komme. Zudem passe sie besser zu den „Warmton-Fassadenfarben“ des Zehentstadels und der umliegenden Bebauung.
Bauamtsleiter Andreas Grundner zeigte dem Gremium Musterbeispiele für das Pflaster „einmal trocken, einmal nass“, meinte er schmunzelnd, als er die Bilder auflegte. Das Gremium war sich schnell einig und entschied sich mit zwei Gegenstimmen für die Variante I – das helle Pflaster.
Lärche anstatt Douglasie
Für die Sitzauflagen habe sich Grundner verschiedene Hölzer zeigen lassen und sprach sich für „unbehandelte, möglichst astfreie Douglasie“ aus, da das Holz sehr widerstandsfähig sei, erklärte er. Klaus Breitreiner (CSU) war dagegen für Sitzauflagen aus Lärche, da diese zwar „etwas teurer“, aber deutlich langlebiger sei als Douglasie. Der Vorschlag fand Anklang im Gremium und wurde mit 12:7 genehmigt. Weiter entschied sich der Gemeinderat einstimmig für das von Grundner vorgestellte Metallgitter, das beispielsweise zur Verkleidung der Trafo-Station genutzt werden soll. Der Ausbau der Zehentstadel-Freianlagen werde laut Bürgermeisterin Sissi Schätz (SPD) in Kürze begonnen.
Weiter ging es in der Sitzung um die Möblierung des Westteils des Zehentstadels. Zur Diskussion standen die Farben der Sitzsäcke und des Loungemöbelstücks sowie die Bemusterung der Konferenzstühle und -tische. Festzuhalten bleibt: Auch Kleinvieh macht Mist.
Anthrazitfarbener Stuhl mit schwarzer Sitzfläche
Ronja Protzmann vom zuständigen Architekturbüro und Tobias Prandstätter von der Firma LHL Bürotechnik & Einrichtung GmbH stellten die Konferenzstühle von „Schneeweiss“ vor, von denen sie auch ein Muster mitgebracht hatten: ein anthrazitfarbener Stuhl, mit schwarzer Sitzfläche. Die Beize des Stuhls sei auf Wasserbasis, der Verbindungsmechanismus bestehe aus pulverbeschichtetem Metall, der laut Prandstätter „extrem stoß- und kratzfest“ sei. So zerstreute er auch die Befürchtungen von Hans Urban (CSU), dass sich Armlehne oder Haken beim Stapeln oder Zusammenstellen verbiegen könnte.
Michael Haas (CSU) sprach sich für ein Rückenpolster aus, da der Musterstuhl nur auf der Sitzfläche damit ausgestattet sei. Dieser Vorschlag kostet laut Prandstätter rund 20 Prozent mehr. Der Stuhl liege aktuell bei netto 187,20 Euro, ohne Rückenpolster. Zur Bestuhlung des Konferenzsaals würden rund 120 Sitzgelegenheiten benötigt. Das Gremium entschied sich mit 13:6 Stimmen für eine dunkelgraue Bestuhlung mit schwarzem Polster. Der Vorschlag von Haas wurde mit 15:4 Stimmen abgelehnt.
Ausgeklügeltes System
Weiter entschied sich der Gemeinderat mit zwei Gegenstimmen für Konferenztische von „Schneeweiss“, mit einer weißen Tischplatte und mattschwarzen Tischbeinen. Durch ein ausgeklügeltes System würden die Tischbeine beim Zusammenstellen ineinander rücken, was zusätzlich Platz spare, so der Ausstattungsexperte.
Für die fünf Sitzsäcke sprach sich Protzmann für eine einheitlich graue oder dunkelbeige Farbauswahl aus, ebenso für das Loungemöbelstück. Breitreiner monierte, dass die Einrichtung „grau in grau“ sei. Protzmann erklärte, dass die gesamte Einrichtung im Westteil des Zehentstadels ein Farbkonzept habe. Das Kindernest ist mit „bläulichem Polster“ geplant, zudem seien rote Möbel angedacht. Auch die Kindersitzmodule würden Farben beinhalten.
Karin Lipp (WFH) meinte: „Es haben sich Experten Gedanken gemacht, da müssen wir nicht wieder anfangen.“ Schätz ergänzte, dass die Einrichtung, wie Kindermöbel und Bücher, farbenfroh sei. „Es ist ja kein Kindergarten, es ist auch für Erwachsene.“ Mit 12:7 Stimmen wurden Sitzsäcke und das Loungemöbelstück in Anthrazit genehmigt.