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„Man weiß nie, was auf einen zukommt“

Endlich wieder Haager Starkbierfest: Das ist wie eine „Operation am offenen Herzen“

Federführend beim Haager Starkbierfest dabei (von links): Hans Urban, Tom Göschl und Florian Haas.
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Federführend beim Haager Starkbierfest dabei (von links): Hans Urban, Tom Göschl und Florian Haas.

Hans Urban, Tom Göschl und Florian Haas stecken mitten in den Vorbereitungen zum Haager Starkbierfest. Woher die drei „Rampensäue“ die Inspirationen fürs Derblecken und Singspiel nehmen und warum sie sich dabei manchmal wie die „Deppen vom Dienst“ fühlen.

Haag – Große Vorfreude in Haag: Nach drei Jahren Zwangspause findet im März endlich wieder das Starkbierfest statt. Federführend mit dabei: Hans Urban, Tom Göschl und Florian Haas. Die drei Haager fühlen sich aber manchmal eher als die „Deppen vom Dienst (DVD)“, denn so heißt zumindest die WhatsApp-Gruppe, in der die Aufgabenverteilung der Haager Starkbierfest-Freunde stattfindet. Dabei kommen die drei nicht zu kurz.

Doch noch wirken sie recht entspannt, von Nervosität keine Spur. „Wir sind auch irgendwo Rampensäue“, sagt Urban. „Uns taugt es auf der Bühne“. Urban ist als Mitglied des Haager Viergesangs ja auch erprobt, was öffentliche Auftritte angeht. Schon seit über 25 Jahren ist er mit seiner Frau Christiane sowie Walter und Barbara Glück in den Medien präsent. Das Quartett des Viergesangs ist „der harte Kern“ des Singspiels, zusammen mit Christiane Jahna, Doris Noller, Christa Torres, Tom Göschl, Matthias Bachmaier, Bernd Furch, Eva Furch und Manuel Bauer sowie Hans Furch und Lukas Zellner an den Instrumenten.

2014 gab es zum ersten Mal den „Nockherberg“ in der Marktgemeinde. „Der Haager Viergesang, der Theaterverein und die Feuerwehr initiierten das Starkbierfest in dieser Form“, sagt Urban. „Wir fingen mit zwei Aufführungen an. Angedacht war eigentlich auch eine Art Rotationsprinzip – also dass jedes Jahr jemand anders auftritt. Das hat so aber nicht geklappt, deswegen sind es seither eigentlich immer dieselben Leute“, erzählt er. Auch einen Frühschoppen haben die Starkbierfest-Freunde organisiert, „das war aber nichts. Das war den Leuten zu früh am Tag“, sagt er lachend.

Florian Haas als „Bruder Barnabas“ mit einem seiner Ministranten bei seiner Fastenrede 2019.

Ideen kommen beim Duschen und Zähneputzen

Haas mimt beim Starkbierfest den „Bruder Barnabas“. Schon vor dem ersten „Nockherberg“ in Haag trat er als Fastenredner bei der Feuerwehr auf – somit war er gesetzt. Er sagt aber auch: „Wenn jemand anderes die Rolle mal übernehmen will, räume ich das Feld“. Die Ideen für die Rede und das Singspiel werden vorher gesammelt. „Beim Zähneputzen fällt mir immer viel ein. Das diktiere ich dann schnell in mein Handy“, sagt Urban. So geht es auch Göschl. Beim Duschen sei ihm schon einiges in den Sinn gekommen. Haas hat nachts die meisten Einfälle für seine Fastenrede und wacht oft davon auf. „Die Idee hat sich tagsüber dann aber auch schon mal als Schmarrn herausgestellt“, sagt er lachend.

Tom Göschl (links) und Hans Urban bei der Stoffsammlung für das Singspiel, das beim Haager Starkbierfest aufgeführt wird.

Die Proben fürs Starkbierfest beginnen meistens recht kurzfristig – dieses Mal Mitte Januar, also knapp zwei Monate vor der Premiere am 7. März. „Die Leute denken, wir üben lange davor, aber eigentlich ist das Gegenteil der Fall: Vieles ist spontan, die Texte können wir oft gar nicht auswendig“, verrät Urban. „Vielleicht kommt unser Auftritt deswegen so gut an. Wir hatten bisher immer ein grandioses Publikum von rund 350 Leuten in Grandl's Hofcafé, das von Anfang bis Ende durchgehend aufmerksam war“, berichtet er. „Wichtig ist eben auch ein roter Faden, der sich durch die Geschichte spannt“, weiß Urban.

Eine der vielen Kulissen: die „Haager Polizeistation“ beim Starkbierfest 2018.

Bei Haas‘ Auftritt als „Bruder Barnabas“ sind auch Ministranten – als Gegenspieler – auf der Bühne. „Eine halbe, dreiviertel Stunde reden, das wird für die Zuschauer fad. Es ist immer besser, wenn man sich ‚unterhalten‘ kann“, erklärt er. „Obwohl die Minis sozusagen schon eine Revolte angekündigt haben“, sagt Haas augenzwinkernd –, „denn sie sind aus ihren Gewändern herausgewachsen. Einer ist mittlerweile 21 Jahre und 1,90 Meter groß. Da sieht man schon die Wadln unten herausschauen“, sagt er lachend. Das Problem sei bisher „noch ungelöst“, werde aber bis zum Auftritt sicherlich noch aus der Welt geschafft. Wie – das verraten die drei nicht.

Auch das Bühnenbild bleibt streng geheim, auch wenn die Starkbierfest-Freunde dazu im Vorfeld immer wieder darauf angesprochen werden, wie sie verraten. Nach der Haager Polizeistation, dem „königlichen Haager Amtsgericht“ und dem „Bayrischen Himmel“ in Anlehnung an den Brandner Kasper war zuletzt 2020 der Haager Wertstoffhof Ort des Geschehens. Logistisch sei es manchmal schwierig, alle Teilnehmer auf der Bühne unterzubringen. „Aber irgendwie geht es immer. Das macht der Tom“, sagen Urban und Haas einhellig. Göschl ist – mit Fabian Neumann und Ewald Wegerer – für die gesamte Kulisse zuständig und „macht Unmögliches möglich“, so Urban und Haas.

Der „Bayrische Himmel“ in Anlehnung an den Brandner Kasper im Jahr 2019.

Technische Raffinessen auf der Bühne

Ein umgestürzter Schlossturm, ein explodierender Mülleimer: Zur Umsetzung dieser technischen Raffinessen macht sich der Vorarbeiter des Haager Bauhofs viele Gedanken, die oft in „schlaflose Nächte und einen Geistesblitz“ münden, wie Göschl berichtet. Sein Ruf eilt dem Feuerwehrler voraus: Mit dem Lied „Das macht da Tom“ würdigten ihn die Starkbierfest-Freunde schon bei ihren Auftritten.

Zuletzt war 2020 der Haager Wertstoffhof Ort des Geschehens beim Haager Starkbierfest.

Auch Haas ist bei seiner Vorstellung als „Bruder Barnabas“ für eine scharfe Zunge und viel Wortwitz bekannt. „Wir leben in ernsten Zeiten, aber das Schöne an der Demokratie ist, dass man lachen darf“, erklärt er. „Und darauf kommt es uns an: Wir ziehen die Leute ein bisserl durch den Kakao, üben Kritik, aber mit einem Augenzwinkern. Auch mich selbst als dritten Bürgermeister nehme ich da nicht aus“. Grundsätzlich sei es beim Derblecken wichtig, dass es nie um die Person selbst, sondern um das Amt gehe. „Außerdem muss man das als Politiker auch aushalten. Der eine oder andere war sogar schon gefrustet, wenn er in der Starkbier-Rede gar nicht erwähnt wurde“, sagt Haas.

Ob die Aufführung beim Publikum ankommt, weiß vorher keiner. „Es ist eine Operation am offenen Herzen“, so Urban. „Bei dem einen Auftritt lachen sich die Leute schlapp, beim nächsten Mal reagiert keiner“, so Haas schulterzuckend. „Man weiß nie, was auf einen zukommt“. Für die drei steht aber fest: „Wir wollen ein bisschen was fürs Herz machen“. „La Dolce Vita“, fügt Urban hinzu. Man darf also gespannt sein.

Aufführungstermine und Kartenvorverkauf

Die Aufführungstermine fürs Haager Starkbierfest sind Donnerstag, 7. März, Freitag, 8. März, Samstag, 9. März, Freitag, 15. März, und Samstag, 16. März. Einlass ist jeweils ab 18 Uhr, Beginn um 19.30 Uhr mit Begrüßung, Rede und Singspiel.

Der Kartenvorverkauf findet in diesem Jahr am Donnerstag, 15. Februar, Freitag, 16. Februar und Samstag, 17. Februar, jeweils von 10 bis 18 Uhr in Grandl's Hofcafé statt. Telefonische Reservierungen sind nicht möglich.

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