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Studien zu Zuckeraustauschstoffen

Zuckeralternativen: Kalorien sparen auf Kosten der Gesundheit?

Muffins mit bunten Streuseln
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Wer träumt nicht davon, Muffins und Co. ohne Reue essen zu können, weil sie keine Kalorien haben ...?

In fast jedem Supermarkt findet man inzwischen Zuckeraustauschstoffe wie Birkenzucker und Erythrit. Sie werden wie Zucker verwendet, enthalten aber weniger oder fast keine Kalorien. Doch wie gesund sind diese Alternativen wirklich? Studien werfen kein besonders gutes Licht auf die beliebten Zuckeralkohole. Mehr über Anwendung und Risiken lest Ihr hier.

Birkenzucker (Xylit) und Erythrit erfreuen sich zunehmender Beliebtheit als Zuckeralternativen. Sie versprechen weniger Kalorien und gelten als zahnfreundlich. Doch eine Frage bleibt: Sind sie wirklich unbedenklich für die Gesundheit?

Zuckeraustauschstoffe: Was steckt hinter Xylit und Erythrit?

Birkenzucker (Xylit)

Xylit, auch als Birkenzucker bekannt, gehört zur Gruppe der Zuckeralkohole. Er wurde schon vor über 100 Jahren ursprünglich aus finnischer Birkenrinde gewonnen. Heute wird er aus pflanzlichen Rohstoffen wie Maiskolbenresten hergestellt. Die industrielle Verarbeitung ist aufwendig: Aus Laubbäumen oder anderen Pflanzenfasern wie Stroh oder zunehmend eben Maiskolbenresten wird der Holzzucker Xylose gewonnen, der dann zu Xylit weiterverarbeitet wird. Dieser Zuckeralkohol hat etwa 60 Prozent der Kalorien von Haushaltszucker und besitzt eine vergleichbare Süßkraft.

Interessant ist die Wirkung auf die Zahngesundheit: Xylit hemmt das Wachstum von Kariesbakterien und findet deshalb Anwendung in Kaugummis, Bonbons und Zahncremes.

Im Handel wird Xylit unter Markennamen wie „Birkengold“ oder „Xucker“ angeboten. Die Preise liegen bei etwa zehn Euro pro Kilogramm.

Erythrit

Auch Erythrit, ein weiterer Zuckeralkohol, wird als Süßungsmittel geschätzt. Es liefert nahezu keine Kalorien, da es vom menschlichen Körper unverändert ausgeschieden wird. Dadurch beeinflusst Erythrit weder den Blutzuckerspiegel noch die Insulinausschüttung. Seine Süßkraft liegt zwischen 60 und 80 Prozent der von Haushaltszucker.

Die Herstellung erfolgt durch enzymatische Zerlegung von Stärke, beispielsweise aus Mais, in Glukose. Diese wird mithilfe von Pilzkulturen zu Erythrit fermentiert. Bei der Produktion können Verunreinigungen wie Blei auftreten, weshalb die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) strengere Grenzwerte empfiehlt. 

Für Bio-Erythrit verwenden die Hersteller als Ausgangssubstanz Bio-Mais. Außerdem ist nach der EU-Bio-Verordnung die Verwendung von gentechnisch veränderten Pilzen in der Herstellung verboten. Dementsprechend liegen die Preise für das weiße Erythrit-Pulver in Bio-Qualität bei rund 20 Euro pro Kilogramm, im konventionellen Bereich bei acht bis zehn Euro pro Kilogramm.

Zuckeraustauschstoffe: Kennzeichnung und Anwendung

Zuckeralkohole wie Xylit und Erythrit müssen auf Verpackungen als „Süßungsmittel“ ausgewiesen werden, entweder mit ihrem Namen oder ihrer E-Nummer (E 967 für Xylit, E 968 für Erythrit).

Xylit eignet sich grundsätzlich zum Backen, aber es zeigen sich Unterschiede: Mit Xylit gesüßtes Gebäck bleibt heller und erzeugt einen kühlenden Effekt auf der Zunge, ähnlich wie Menthol. Die Kalorieneinsparung beträgt im Vergleich zum Haushaltszucker rund 40 Prozent, bei einer Mischung mit normalem Zucker aus geschmacklichen Gründen entsprechend weniger.

Erythrit ist ebenfalls zum Backen geeignet, erfordert aber Fingerspitzengefühl – insbesondere bei Rührteigen. Das Gebäck bräunt hier schneller, deshalb sollte die Backtemperatur etwas gesenkt werden. Auch bröselt das Gebäck am Ende mehr, hat weniger Bindung. Teilweise wird ein leichter „frischer“ Geschmack in Erythrit-gesüßtem Gebäck beschrieben.

Nebenwirkungen und gesundheitliche Bedenken

Wie andere Zuckeralkohole auch können Xylit und Erythrit bei übermäßigem Verzehr Blähungen und Durchfall verursachen. Diese Wirkung tritt auf, wenn unverdaute Mengen in den Dickdarm gelangen und dort von Bakterien zersetzt werden. 

Erythrit gilt als besser verträglich, dennoch können bei einer Verzehrmenge von über 0,5 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht Verdauungsprobleme auftreten. Auf Lebensmitteln mit einem Zuckeralkoholanteil von mehr als zehn Prozent ist ein Warnhinweis Pflicht: „Kann bei übermäßigem Verzehr abführend wirken.“

Wissenschaftliche Studien: Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen?

Eine Studie, die 2024 in den USA veröffentlicht wurde und an deren Entstehen federführend ein Kardiologe vom Deutschen Herzzentrum der Charité beteiligt war, untersuchte mögliche Risiken von Xylit. Die Frage: Erhöht der Konsum von Xylit das Risiko für schwerwiegende Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt und Schlaganfälle? 

In Laborversuchen wie auch bei Tests mit gesunden Studienteilnehmern zeigte sich, dass Xylit die Reaktivität von Blutplättchen erhöht, was die Bildung von Blutgerinnseln fördern und somit das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigern kann. „Besonders bei Menschen mit bestehenden Herz-Kreislauf-Risiken könnte der Konsum von Xylit zusätzliche Gesundheitsgefahren bergen“, so Dr. med. Marco Witkowski, Erstautor der Studie.

Bereits 2023 zeigte eine Untersuchung der gleichen Forschungsgruppe, dass Erythrit ebenfalls die Bildung von Blutgerinnseln begünstigen könnte. Diese Ergebnisse basieren auf Laborversuchen und kleinen Testgruppen.

Ob jedoch Erythrit und Xylit tatsächlich das Risiko für Herzkreislauf-Erkrankungen erhöhen, kann nach derzeitiger Studienlage nicht schlussendlich gefolgert werden. Dennoch ist die Sicherheit dieser Zuckeraustauschstoffe gerade für vorerkrankte Personen mit bestehendem Diabetes oder kardiovaskulären Erkrankungen fraglich.

Fazit: Mäßigkeit ist gefragt

Ob Xylit oder Erythrit – Zuckeraustauschstoffe sollten sparsam verwendet werden, besonders von Menschen mit Diabetes oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Natürliche Alternativen wie Honig oder Kokosblütenzucker sind ideal zum dezenten Süßen und bieten ein besonderes Aroma. Verbrauche sollten stets auf die Kennzeichnung und die empfohlenen Mengen achten, um potenzielle Nebenwirkungen zu vermeiden. (as/VerbraucherService Bayern e.V.)

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