Viele verwenden es zur kalorienarmen Ernährung
Studie zeigt: Dieses beliebte Süßungsmittel ist schlecht fürs Herz
Wer den Zuckerkonsum reduzieren, aber nicht auf Süße verzichten möchte, greift dafür gerne auf Süßungsmittel zurück. Doch eines scheint laut einer neuen Studie schlecht für die Herzgesundheit zu sein:
Dass Zucker schlecht für die Gesundheit ist, ist allgemein bekannt. Viele denken daher, sie tun ihrem Körper etwas Gutes, wenn sie anstelle von Zucker Süßungsmittel verwenden, die deutlich weniger Kalorien haben. Doch auch Süßungsmittel sind nicht unbedenklich. So kommt eine vor kurzem veröffentlichte Studie zu dem Schluss, dass Xylit, auch Birkenzucker genannt, das Risiko für Schlaganfälle und andere Herz-Kreislauf-Erkrankungen signifikant steigert.
Das ist Xylit
Xylit, bzw. Birkenzucker, gehört zu den sogenannten Zuckeralkoholen. Auch wenn der Name das nahelegt, basiert er nicht auf Birkenholz, sondern wird aus anderen pflanzlichen Rohstoffresten – zum Beispiel Maiskolben – in einem aufwendigen Prozess mit Säuren und Laugen hergestellt. Birkenzucker ist ähnlich süß wie herkömmlicher Zucker, hat aber rund 40 Prozent weniger Kalorien. Das liegt daran, dass Zuckeralkohole keine Kohlehydrate sind und vom Körper daher anders verstoffwechselt werden. Xylit hat deshalb auch kaum einen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel. Darüberhinaus kann Xylit gegen Karies helfen – der Stoff wird deshalb auch in vielen Zahnpflegeprodukten verwendet.
Erhöhter Xylitspiegel macht Blutplättchen reaktiver
Bislang waren laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) durch den Verzehr von Xylit keine gesundheitlichen Bedenken zu erwarten. Anders als für andere Süßungsmittel, wie etwa Stevia, gab es hier auch keine maximale Tagesdosis, die nicht überschritten werden darf. Das könnte sich nach Veröffentlichung der neuen Studie ändern. Die Forscher haben dafür Blutproben von über 3300 Herz-Kreislauf-Patienten untersucht. Das Ergebnis: Ein erhöhter Xylit-Spiegel im Blut erhöhte das Risiko, an schwerwiegenden Herz-Kreislauf-Leiden zu erkranken, signifikant um ganze 57 Prozent.
In weiteren Untersuchungen konnten die Forscher auch schon eine mögliche Ursache dafür ausmachen: Bei gesunden Patienten machte Xylit die Blutplättchen reaktiver – wodurch die Bildung von Blutgerinnseln gefördert wird, die wiederum Auslöser für Schlaganfall und Co. sein können. Xylit ist nicht der erste Süßstoff, der solche Auswirkungen hat: Ähnliches wurde auch Erythrit nachgewiesen, ein Süßstoff der nahezu komplett kalorienfrei ist. Das Problem: Menschen, die bereits an Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, oder zum Beispiel Diabetes haben, wird oft nahegelegt, Süßstoff anstelle von herkömmlichem Zucker zu verwenden – dabei könnten die negativen Auswirkungen von Süßstoffen die gesundheitlichen Probleme noch verschlimmern.
Hinter dieser E-Nummer verbirgt sich der Süßstoff
Es ist also empfehlenswert, den Konsum von Xylit so weit wie möglich einzuschränken. Ob Lebensmittel Xylit enthalten, findet Ihr durch einen Blick auf die Inhaltsstoffe heraus: Wenn dort „Xylit“, „Xylitol“, oder die E-Nummer E 967 zu finden ist, enthält das Produkt Birkenzucker. Übrigens: Sobald ein Produkt mehr als 10 Prozent Xylit enthält, muss ein Warnhinweise abgedruckt sein, dass das Lebensmittel bei übermäßigem Verzehr abführend wirken kann.
Diese Süßungsmittel sind gesünder
Am gesündesten lebt es sich, wenn man sich vom Zuckerkonsum entwöhnt – dann braucht es auch keine Süßstoffe mehr. Das ist aber ein Prozess, der für jeden anders abläuft. Für manche ist es hilfreich, einige Wochen komplett auf alles Süße zu verzichten – also auch auf Obst. Danach hat sich die Geschmackswahrnehmung oft so verändert, dass es nur noch einen Bruchteil der davor verwendeten Süße braucht, um für einen ausreichend süßen Geschmack zu sorgen. Andere wiederum bevorzugen eine schrittweise Entwöhnung. Das funktioniert am besten, indem man möglichst viel selbst kocht und dabei den Gehalt der Süße schrittweise reduziert. Und wen doch ab und zu die Lust auf was Süßes überkommt, der sollte auf diese Süßungsmittel setzen:
- Natürliche Süße aus Obst einsetzen: Statt den gezuckerten Cornflakes könnt Ihr morgens ein Müsli mit frischen und getrockneten Früchten genießen. Gerade bei getrockneten Früchten solltet Ihr es zwar nicht übertreiben, da diese auch einen ordentlichen Zuckergehalt haben, sie sind aber aufgrund der enthaltenen Ballaststoffe gesünder als Industriezucker.
- Agavendicksaft verwenden: Agavendicksaft hat den niedrigsten glykämischen Index unter den Süßungsmitteln – er lässt den Blutzuckerspiegel also nicht so schnell ansteigen. Dazu enthält er Mineralstoffe, sekundäre Pflanzenstoffe und Spurenelemente – er ist zwar nicht kalorienärmer als Zucker, aber etwas gesünder. Aufgrund seiner Konsistenz können Getränke damit optimal gesüßt werden. (fso)