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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung
Kurze Hitzeschübe, dann Unwetter: So wird der Sommer 2026 in NRW – und diese Orte trifft es am härtesten
Drei große Klimamodelle zeigen dieselbe Tendenz für NRW. Warum ausgerechnet der Westen Deutschlands zur Hitzezone wird. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.
Die aktuellen saisonalen Berechnungen des Europäischen Zentrums für Mittelfristige Wettervorhersage (ECMWF) in Reading (Großbritannien), des NASA-Modells GEOS-5 und des US-Klimarechners CFSv2 ziehen für Mitteleuropa an einem Strang: Mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 81 Prozent fällt der Sommer 2026 zu warm aus, nur 15 Prozent entfallen auf einen normalen und vier Prozent auf einen zu kühlen Verlauf.
NRW liegt dabei sogar im bevorzugten Warmluft-Korridor – der europäische Copernicus-Dienst markiert den gesamten Westen Deutschlands als eine der Kernzonen erhöhter Hitzewahrscheinlichkeit. Die Chance auf einen echten Extremsommer mit mehreren 40-Grad-Tagen bleibt zwar mit fünf bis zehn Prozent die Ausnahme. Dass die 30-Grad-Marke aber mehrfach geknackt wird, gilt als nahezu gesetzt. Wichtig: Langfrist-Modelle liefern Tendenzen über den Dreimonats-Mittelwert, keine Tagesprognosen.
Wetter im Sommer: Das sind NRWs Hitze-Hotspots – die Liste ist brutal konstant
Wer in NRW den neuen Hitze-Hammer fürchtet, muss auf den Niederrhein und in die Kölner Bucht schauen. Die Klimageografie spricht eine unmissverständliche Sprache: Als südlichster Ausläufer des Niederrheinischen Tieflandes ist die Kölner Bucht durch Eifel, Bergisches Land und Rheinisches Schiefergebirge windgeschützt, liegt tief und wird vom Rheintal zusätzlich kanalisiert. Genau diese Zone lieferte im Juli 2019 vier der zehn heißesten Messwerte, die je in Deutschland registriert wurden.
Duisburg-Baerl und Tönisvorst knackten jeweils 41,2 Grad, Köln-Stammheim 41,1 Grad, Geilenkirchen im Kreis Heinsberg 40,5 Grad. Köln-Stammheim war 2020 und 2021 zudem zwei Jahre in Folge der wärmste Ort Deutschlands im Jahresmittel. Auch das Ruhrgebiet mit Duisburg, Essen und Dortmund heizt sich durch den städtischen Wärmeinsel-Effekt überdurchschnittlich auf. Deutlich moderater bleiben traditionell Sauerland, Eifel, Bergisches Land und das Münsterland – in höheren Lagen liegen die Spitzen oft drei bis vier Grad unter den Niederrhein-Werten.
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Der eigentliche Knackpunkt: wechselhaftes Hitze-Regime
Die Modellsignale deuten weniger auf einen stabilen Hochdrucksommer als auf ein fragmentiertes Muster: kurze, intensive Hitzeschübe von drei bis fünf Tagen, abgelöst durch markante Kaltfronten mit Gewittern, Hagel und lokalem Starkregen. Verantwortlich ist ein zunehmend geschwächter Jetstream, der Wetterlagen tagelang festhält. Für NRW heißt das im Klartext: Hitze-Extreme und Unwetter liegen enger beieinander – und der Niederrhein bleibt die klimatische Frontlinie des Landes.