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Kolumne vom Meteorologen Dominik Jung

Langfristprognosen überraschen mit Wetter-Trend – warum Deutschland ein Zickzack-Sommer blühen könnte

Modelle deuten weder Hitzekracher, noch kalten Reinfall an. Der Sommer 2026 könnte Deutschland auf eine Geduldsprobe stellen. Eine Wetter-Kolumne von Dominik Jung.

Die ersten saisonalen Wettermodelle wie das CFS zeigen für den Sommer 2026 ein erstaunlich ausgeglichenes Bild. Weder deutet sich ein extremer Hitze-Sommer wie 2018 oder 2022 an, noch ein wirklich kühles Szenario. Stattdessen sehen Meteorologen ein Muster, das irgendwo dazwischenliegt: Temperaturen oft nahe am Durchschnitt, begleitet von wechselnden Druckverhältnissen über Europa.

Der Sommer 2026 könnte ziemlich nass ausfallen. Das sagt zumindest die aktuelle CFS-Prognose.

Besonders für Deutschland könnte das bedeuten, dass stabile Hochdrucklagen seltener auftreten und Tiefdruckeinflüsse vom Atlantik häufiger durchgreifen. Genau dieses Hin und Her lässt den Begriff Flip-Flop-Sommer entstehen, weil sich warme und frischere Phasen wahrscheinlich immer wieder abwechseln könnten.

Zwischen Hochdruckträumen und Atlantikluft: Warum Meteorologen von einem Flip-Flop-Muster sprechen

Ein solcher Sommer wäre geprägt von schnellen Umschwüngen. Nach ein paar heißen Tagen könnten Gewitterlinien oder Kaltfronten folgen, die die Temperaturen kurzfristig drücken. Viele Menschen würden das Wetter dann als launisch empfinden, obwohl die Durchschnittswerte gar nicht ungewöhnlich wären. Das Modell signalisiert nämlich eher erhöhte Niederschläge durch Schauer und Gewitter, nicht zwingend wochenlangen Dauerregen.

Gleichzeitig bleibt die Sonnenscheindauer in solchen Lagen oft überraschend hoch, weil zwischen den Fronten immer wieder warme Luft nach Mitteleuropa gelangt. Meteorologisch wäre das ein typischer Atlantikmix aus schwülwarm, wechselhaft und zeitweise stabil.

Große Unsicherheit bleibt bis kurz vor dem Sommer

Langfristprognosen Monate im Voraus sind allerdings mit Vorsicht zu genießen. Faktoren wie ENSO oder mögliche Blockings über Europa können sich noch deutlich verändern und damit das gesamte Sommerbild kippen lassen. Auch kleine Verschiebungen im Jetstream entscheiden am Ende darüber, ob Deutschland eher trocken-heiße Phasen oder wiederholte Gewitterlagen erlebt.

Aktuell wirkt das wahrscheinlichste Szenario jedoch weder extrem noch langweilig, sondern dynamisch und durchwachsen. Ein Flip-Flop-Sommer würde also bedeuten: viele Wetterwechsel, kurze Hitzephasen, zwischendurch Abkühlungen und immer wieder Momente, in denen sich der Sommer ganz anders anfühlt als gedacht.

Rubriklistenbild: © US-Wetterdienst NOAA / CFS-Modell

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